Da er von den Zukunftsaussichten der Anwendung von KI-Technologien in weiteren Branchen überzeugt ist, äußerte Nvidia-CEO Jensen Huang eine optimistische Prognose. Er sagte: „Nvidia wird im nächsten Jahr doppelt so viele Chips verkaufen wie dieses Jahr.“ Gleichzeitig betonte er, dass unsichere Produkte gestoppt werden müssen: „KI-Sicherheit ist von entscheidender Bedeutung“.
Nachdem Huang seine Rede vor Börsenbeginn am Donnerstag, dem 17. September (US-Ostküstenzeit), gehalten hatte, stieg der Nvidia-Aktienkurs weiter an und erreichte im frühen Handel ein Tageshoch mit einem Anstieg von 2,8 % – auf dem Weg, zum dritten Mal in Folge mit einem Kursgewinn zu schließen. Damit erholt sich der Kurs weiter von dem zuvor fünf Handelstage andauernden Rückgang und dem Tiefststand seit dem 26. August sowie den über 5 % Verlusten der letzten Woche.

Am 17. September nahm Jensen Huang an einem KI-Gipfel in Schottland teil, der von König Charles III. von Großbritannien geleitet wurde. Dort erklärte er, KI solle nicht wie soziale Netzwerke reguliert werden, denn KI sei im Kern eine Technologie und kein Produkt. Regulierungsbehörden sollten Regeln für KI-Produkte und deren konkrete Anwendungsszenarien aufstellen, aber nicht die grundlegende KI-Technologie direkt regulieren.
Berichten zufolge sagte Huang im Gespräch am Rande des Gipfels, dass KI vielen Branchen signifikante Vorteile bringe. Da sich KI in immer mehr Branchen verbreite, erwarte er, dass Nvidia im nächsten Jahr doppelt so viele Chips verkauft wie in diesem Jahr.
Diese Erwartung setzt die bisher optimistische Einschätzung Nvidias zur KI-Nachfrage fort.
Im August kündigte Nvidia eine Umsatzprognose an, nach der der Umsatz im kommenden Geschäftsjahr um etwa 70 % steigen wird. Das Management erklärte damals, dass bei ausreichender Versorgung der Umsatz sogar verdoppelt werden könnte.
Berichten zufolge ist Huang der Ansicht, dass KI und soziale Netzwerke „sehr unterschiedlich“ seien. Soziale Netzwerke sind ein Produkt, KI hingegen sei eine grundlegende Technologie, die andere Technologien und Produkte unterstützt; deshalb soll die Regulierung sich auf Produkte, nicht die Technik selbst beziehen.
Er erklärte, dass aktuelle Sicherheitsprobleme im KI-Bereich hauptsächlich Produkte betreffen, die noch nicht bereit sind, veröffentlicht zu werden. Regulierungsbehörden sollten die tatsächlichen Probleme bei der Implementierung von KI im Auge behalten und bei Bedarf durch neue Gesetze den bestehenden Regulierungsrahmen verbessern.
Huang betonte außerdem, dass KI bereits im Gesundheitswesen, Verkehr und Entertainment eingesetzt werde – und diese Branchen hätten bereits entsprechende Regulierungsvorschriften, so müsse nicht jede KI-Anwendung ein völlig neues Regulierungsregime erhalten.
Beim Thema KI-Sicherheit betonte Huang, Entwickler müssten ihre Systeme streng testen und Produkte in kontrollierten Testlaboren umfangreich verifizieren.
„Menschen, die KI entwickeln, müssen die Systeme gründlich testen“, sagte Huang während seiner kurzen Ansprache beim Gipfel. „Wenn ein Produkt noch nicht sicher genug ist, sollten wir die Veröffentlichung verschieben.“
Er ist der Ansicht, dass die Sicherheit von KI-Produkten im Grunde eine traditionelle technische Frage sei: Bevor ein Produkt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, muss es ausreichend und streng getestet sowie verbessert werden.
Dieser Gipfel wurde von König Charles III. von Großbritannien geleitet. Anwesend waren dabei Sara Friar, CFO von OpenAI, Demis Hassabis, Mitbegründer von Google DeepMind, sowie Tino Cuéllar, Leiter für Public Affairs bei Anthropic.
König Charles III. sagte in seiner Eröffnungsansprache, dass Menschen, die das Wohl der Menschheit im Blick hätten, sehnsüchtig darauf warteten, die Gewissheit zu bekommen, dass wir die Kontrolle über unser Schicksal nicht verlieren. Er betonte, es müsse beantwortet werden, wie die Vorteile von KI unter Priorisierung der Sicherheit genutzt werden und wie internationale Kooperation zu einer Einigung führen könne.
Der Gipfel fand zu einer Zeit statt, in der innerhalb der KI-Industrie hitzige Diskussionen über das Entwicklungstempo und potenzielle Risiken geführt werden. Anthropic CEO Dario Amodei forderte kürzlich eine Verlangsamung der Entwicklung an der KI-Spitze, und auch OpenAI-CEO Sam Altman äußerte seine Sorgen hinsichtlich der damit verbundenen Risiken; Hassabis beurteilte die Diskussionen als zielführend.
Huang hingegen bleibt dabei, die Verlangsamung der KI-Entwicklung abzulehnen und denkt, dass Unternehmensverantwortung, strenge Tests und produktbezogene Regulierung die Sicherheitsrisiken bewältigen können.