Marktanalyse: Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank könnte zu früheren Fehlern führen
Golden Ten Data berichtete am 3. Juni, dass die Europäische Zentralbank voraussichtlich nächste Woche ihren Leitzins anheben wird – zum ersten Mal seit 2011. Dieser Schritt soll in einer Zeit, in der die Eurozone einem Rezessionsrisiko gegenübersteht, ein deutliches Signal in Sachen Inflation an die Märkte senden. Allerdings verlief die Situation im Jahr 2011 völlig anders als von den Entscheidungsträgern erwartet, weshalb Ökonomen befürchten, dass sich dies wiederholen könnte. Damals erhöhte die Europäische Zentralbank angesichts steigender Ölpreise zweimal den Leitzins. Doch die Entscheidungsträger unterschätzten die Lage der von einer Schuldenkrise geplagten Eurozonen-Wirtschaft. Die Zinserhöhungen wurden rasch wieder zurückgenommen, und die Europäische Zentralbank verlor an Glaubwürdigkeit, weil sie die Schwere der wirtschaftlichen Herausforderungen in der Eurozone nicht richtig einschätzte. Sami Chaar, Chefökonom der Lombard Odier Bank, erklärte: „Es hat zehn Jahre gedauert, das Vertrauen zurückzugewinnen, und jetzt drohen sie, denselben Fehler erneut zu machen.“ Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank, sagte: „Die für Juni geplante Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank könnte den aktuellen Schock bis zu einem gewissen Grad abfedern und damit nur begrenzte Schäden verursachen. Sollten die Zinsen jedoch weiter steigen, könnte dies die wirtschaftliche Erholung nach dem Iran-Ereignis verzögern oder die Eurozone sogar in eine unnötige, kurze Rezession stürzen.“
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