Täglicher Goldkommentar | Derzeit dominieren die Bären den Markt, 4500 US-Dollar bleiben im Fokus
Fundamental betrachtet zeigt das Beige Book der US-Notenbank, dass in 10 von 12 Bezirken ein leichtes bis moderates Wachstum verzeichnet wurde, jedoch wurden im Hinblick auf die Inflation starke Signale einer zweiten Inflationswelle ausgesendet, was den wichtigsten Faktor für das gedämpfte Zinssenkungserwartungen darstellt.
Die mit dem Nahost-Konflikt verbundenen steigenden Energiekosten sind derzeit die Hauptquelle des Preisdrucks und haben sich bereits über Transport, Düngemittel und andere Bereiche weitreichend auf alltägliche Konsumgüter wie Lebensmittel verteilt. Diese kostengetriebene Inflation führt zu einer Schrumpfung der Unternehmensmargen; die Inflation in den USA ist im April bereits von 3,5 % im März auf 3,8 % gestiegen. In Verbindung mit einem Arbeitsmarkt, der sich in einer Blockade von niedriger Einstellung und geringer Entlassung befindet, verschärft sich das politische Dilemma der US-Notenbank: Einerseits muss sie verhindern, dass sich Inflationserwartungen entkoppeln, andererseits scheut sie sich vor weiteren Zinserhöhungen, um die fragile Verbraucherstimmung nicht zu zerstören.
Der Markt reagiert schnell darauf: Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen im Juni unverändert lässt, liegt mittlerweile bei nahezu 100 %, es gibt sogar schwache Erwartungen an eine Zinserhöhung. Die restriktive Haltung des neuen Präsidenten Kevin Walsh dürfte durch die Daten weiter gestützt werden.
Für Gold sorgt dieses Beige Book für ein klassisches Spannungsfeld. Einerseits drücken hartnäckige Inflation und zerstörte Zinssenkungsträume kurzfristig auf den internationalen Goldpreis. In einem Umfeld wieder ansteigender Inflation – statt einer Rezession – wird die US-Notenbank die hohen Zinsen länger als erwartet aufrechterhalten, was den Dollar und die Realzinsen stützt, die Attraktivität des zinslosen Vermögenswerts Gold schwächt und den Goldpreis auf hohem Niveau schwanken lässt. Andererseits bilden die im Bericht angedeuteten geopolitischen Risiken und endogene Schwächen eine solide Untergrenze für den internationalen Goldpreis. Energiebedingte Inflation aufgrund des Nahost-Konflikts verstärkt direkt den Absicherungsbedarf, während eine verstärkte soziale Spreizung und die abwartende Stimmung der Unternehmen auf potenzielle wirtschaftliche Abwärtsrisiken hinweisen.
Redaktion|Jiao Yang Layout|Jiao Yang Visuals|Zhang Zongwei
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