Bankenriesen warnen: Die globalen Aktienmärkte befinden sich im stärksten „Blasen“-Zustand seit der Finanzkrise 2008
Die US-amerikanische multinationale InvestmentBank Citigroup (Citi) warnt davor, dass die globalen Aktienmärkte derzeit den „am meisten aufgeblähten“ Zustand seit der Finanzkrise 2008 erreicht haben.
In einem am 5. Juni veröffentlichten Investorenbericht wies die Citigroup-Analystin Beata Manthey darauf hin, dass die interne, proprietäre „Bear Market Checklist“ von Citi derzeit weltweit 10 von 18 Indikatoren ausgelöst hat.
Konkret liegt die Bewertung des US-Marktes bei 11,5/18, der europäische Markt bei 5/18. Manthey erklärt, dass dieser Indikator aus historischer Sicht häufig zu beschleunigtem Anstieg neigt, sobald der Wert über 10 liegt. Zum Vergleich: Während der Internetblase im Jahr 2000 erreichte dieser Indikator 17,5 Warnzeichen.
Manthey schrieb: „Wir stellen jedoch fest, dass sich die Zahl der Warnsignale aus historischer Sicht schneller erhöht, sobald sie zweistellig ist. Das bedeutet, dass sich Risiken möglicherweise beschleunigt akkumulieren. Sollten in Zukunft weitere Warnindikatoren ausgelöst werden, wird es zunehmend fraglich, ob es sich bei Marktrückgängen noch lohnt, auf niedrigen Niveaus einzusteigen.“
Manthey räumt jedoch ein, dass der aktuelle Marktstatus noch nicht das Ausmaß einer „übermäßigen Überhitzung“ (overexuberant) erreicht hat. Obwohl der Indikator tatsächlich eine steigende Risikoneigung widerspiegelt, bleibt Citi insgesamt weiterhin relativ optimistisch gegenüber dem Markt.
Aktienmärkte befinden sich auf dem höchsten Blasenniveau seit 2008
Viele Faktoren haben dazu beigetragen, dass die Aktienmärkte den „überblasensten“ Zustand der letzten zwanzig Jahre erreicht haben, von denen die wichtigsten sind:
Die Bewertungen der Schlüsselsektoren sind deutlich überzogen;
Der Hype um künstliche Intelligenz (AI) sorgt für eine immer optimistischere Anlegerstimmung;
Die Zahl großer Börsengänge (IPO) ist rasant angestiegen.

Citi betont, dass es derzeit keinen einzelnen Indikator gibt, der signalisiert, dass ein Markthöhepunkt unmittelbar bevorsteht. Historisch gesehen treten echte, erhebliche Rückgänge meist dann auf, wenn mehrere Risikoindikatoren gleichzeitig ein extremes Niveau erreichen, was derzeit jedoch nicht der Fall ist.
Im Bericht von Citi heißt es: „Obwohl sich die Renditekurve in diesem Jahr bereits abgeflacht hat, bleiben einige besonders schnell reagierende Indikatoren, wie z.B. Kredit-Spreads, weiterhin auf niedrigem Niveau und vermitteln ein relativ positives Signal.“
Insgesamt vermittelt Citi eher eine vorsichtige als eine panische Einschätzung.
Mit anderen Worten: Die Marktrisiken nehmen in der Tat zu, und die Aktienbewertungen werden immer angespannter, aber ein „vollständig synchronisiertes Frühwarnsignal“, das einen langfristigen Bärenmarkt oder anhaltende Kursrückgänge ankündigt, hat sich noch nicht gebildet. Investoren sollten daher wachsam bleiben, es besteht aber noch kein Grund, den Markt als Auslöser für einen vollständigen Rückzug zu betrachten.

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