Fed, stoppt die Rettung des Marktes
Quelle: Globaler Marktbericht
Am Freitag blieben die US-Finanzmärkte geschlossen, aber Gold fiel dennoch den dritten Tag in Folge. Der Schock, den der neue Fed-Vorsitzende Walsh dem Markt versetzt hat, ist noch nicht vorbei.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich am Markt ein sehr starker Glaube gebildet: Solange die Vermögenspreise stark fallen, wird die Fed am Ende immer eingreifen. Läuft die Wirtschaft schlecht, werden die Zinsen gesenkt. Steigt die Arbeitslosigkeit, werden die Zinsen gesenkt. Bricht der Aktienmarkt ein, werden die Zinsen gesenkt. Gibt es Probleme bei den Banken, wird Geld in den Markt gepumpt. Daher entstand auch der Spruch: „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“ Doch mit Walsh an der Spitze könnte dieser Spruch verschwinden.
Walshs erste Sitzung:
Er hebt die Forward Guidance auf, gibt keine Hinweise mehr vorab, was als Nächstes passiert, muss der Markt selbst raten;
Keine eigenen Punktprognosen mehr;
Die Entwicklung des Aktienmarktes steht nicht mehr an erster Stelle – die Aufgabe der Fed ist die Preisstabilität, nicht, dass der S&P 500 jeden Tag ein neues Hoch erreicht.
Walshs Kindheitstrauma ist die „Hyperinflation“. Seine größte Angst ist, dass der Dollar sein Vertrauen verliert, Inflation außer Kontrolle gerät und die Zinsen langfristig hoch bleiben. Seine Logik ist daher: Lieber soll der Markt etwas leiden, als dass die Inflation wieder außer Kontrolle gerät.
Früher war Volcker nicht deshalb großartig, weil er gut reden oder Pressekonferenzen geben konnte, sondern weil er wirklich den Mut zum Handeln hatte. In den 1980er Jahren setzte er den Leitzins auf 20 %, um die Inflation zu besiegen. Die Folge: Der Aktienmarkt stürzte ab, Unternehmen gingen pleite, die Arbeitslosigkeit schoss in die Höhe, ganz Amerika schimpfte. Aber er wich nicht zurück – und schuf damit das spätere goldene Zeitalter der USA.
Jetzt stellt sich die Frage: Für Walsh – was passiert, wenn der US-Aktienmarkt um 30 % fällt, die AI-Blase platzt, der Immobilienmarkt Probleme bekommt, die Arbeitslosigkeit rapide steigt – bleibt Walsh weiterhin ein Falke? Jeder Fed-Vorsitzende hat einen Plan, bevor er Schläge einsteckt. Wenn der Nasdaq um 30 % gefallen ist, schauen wir weiter.
Unsere Einschätzung ist:
· Am Anfang wird Walsh sicherlich sehr falkenhaft auftreten, da er gerade erst im Amt ist und Autorität aufbauen muss. Wenn er gleich in der ersten Sitzung nachgibt, wird ihn der Markt später nicht mehr ernst nehmen. Daher sind aktuell der steigende Dollar, der Druck auf Gold und die steigenden Zinserwartungen völlig normal.
· Die eigentliche Bewährungsprobe kommt erst in den nächsten sechs Monaten. Sollte der VPI wieder ansteigen, die Ölpreise weiter klettern und der Arbeitsmarkt stark bleiben, könnte Walsh tatsächlich die Zinsen anheben. Doch wenn die AI-Blase platzt und die US-Börsen massiv einbrechen, steht die Fed vor einem echten Stresstest. Erst dann wird sich zeigen, ob Walsh ein neuer Volcker oder doch nur ein weiterer Powell ist.
Der interessanteste Satz momentan ist nicht „Die Fed hört auf, den Markt zu stützen“, sondern: Die Fed bemüht sich, den Markt davon zu überzeugen, dass sie bereit ist, den Markt nicht mehr zu stützen.
Diese beiden Sätze unterscheiden sich nur um wenige Worte, aber dazwischen liegt eine echte Krise. Erst wenn beim nächsten Börsencrash Walsh weiterhin nicht eingreift, werden die Menschen glauben: Der Fed Put ist wirklich tot. Bis dahin ist alles nur ein Trailer.
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