Der Yen nähert sich einem 38-Jahres-Tief, die japanischen Behörden setzen auf „taktisches Schweigen“, und der Markt ist auf blitzartige Interventionen gefasst.
BlockBeats Meldung, am 22. Juni erreichte der Yen gegenüber dem US-Dollar am Montag kurzzeitig ein Niveau von etwa 161,7 und war damit nur einen Schritt vom niedrigsten Stand seit 1986 (161,96) entfernt. Angesichts der anhaltenden Abwertung verhielten sich die japanischen Behörden diesmal ungewöhnlich still; der Markt geht allgemein davon aus, dass dies eine Vorbereitung auf einen „Überraschungsangriff“ gegen Short-Positionen ist.
Finanzminister Katayama Katsuki kommentierte am Montag lediglich beiläufig, dass man „angemessen auf Wechselkursschwankungen reagieren werde“; die Wortwahl wirkt deutlich abgeschwächt. Als zentrales Signal für Intervention gilt Finanzbeamter Mitsumura Jun, der seit Anfang Mai öffentlich schweigt – dieser hatte Ende April vor einer Intervention eine „letzte Warnung“ ausgesprochen. Laut informierten Kreisen hat die frühere Transparenz bei Warnungen Spekulanten die Gelegenheit zur rechtzeitigen Flucht ermöglicht. Nun wollen die Behörden gezielt auf einen Überraschungsmodus umschwenken, um die Wirksamkeit der Intervention zu maximieren.
Der Chef-Strategist für Devisen bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities betont, dass eine plötzliche Intervention unter dem Deckmantel wenig dringlicher offizieller Aussagen besonders schlagkräftig wäre. Laut den neuesten Zahlen der CFTC sind die Netto-Short-Positionen in Yen auf 145.818 Kontrakte angestiegen und haben damit einen neuen Höchstwert seit Juli 2024 erreicht – die spekulativen Kräfte sind stark konzentriert.
In Bezug auf den Inflationsdruck warnte Eisumino Ryozo, stellvertretender Präsident der japanischen Zentralbank, am Montag im Parlament, dass das Preiswachstum erheblich vom 2%-Ziel abweichen könnte. Sollte die Entwertung des Yen die Importkosten weiterhin erhöhen, dürfe das Risiko einer „zu spät erfolgenden Aktion“ durch die Zentralbank nicht unterschätzt werden. Analysten weisen darauf hin, dass die derzeitige Marktposition stark überzogen ist und sich aufgrund offizieller Stille in Sicherheit wiegt – sobald eine Intervention beginnt, wird deren Effekt exponentiell verstärkt.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Mizuho senkt das Kursziel für ON Semiconductor auf 95 US-Dollar.
EZB-Umfrage befeuert Zinserhöhungserwartungen: Inflationserwartungen steigen auf breiter Front und liegen über dem 2%-Ziel
Die Europäische Zentralbank berichtet, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher im August gestiegen sind.
UNI erreichte kurzfristig 9 US-Dollar
Die Bank von Japan erhöht die Zinsen auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Kazuo Ueda: Eine Anhebung um 50 Basispunkte oder aufeinanderfolgende Zinserhöhungen sind nicht ausgeschlossen, aber eine zu starke Straffung der finanziellen Bedingungen muss vermieden werden.
Die Bank of Japan (BOJ) hat am Freitag den Leitzins auf das höchste Niveau seit 31 Jahren angehoben und signalisiert, dass sie bereit ist, die Kreditkosten weiter zu erhöhen. Damit schließt sie sich anderen wichtigen Zentralbanken an, die auf den anhaltenden Inflationsdruck reagieren, der durch den Anstieg der Ölpreise verursacht wurde.
