Gold und Silber erleiden starke Verluste! Saxo Bank: Die schlimmste Zeit könnte vorbei sein, aber für eine Erholung sind noch zwei Bedingungen erforderlich
Quelle: 24K99
Nachdem der Kassapreis von Gold unter 4000 US-Dollar und Silber unter die Marke von 60 US-Dollar gefallen ist, bleibt die Stimmung am Edelmetallmarkt weiterhin unter Druck. Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei Saxo Bank, erklärte, dass der weiterhin starke US-Dollar und der restriktive Kurs der Fed nach wie vor die Hauptfaktoren für den Druck auf Gold sind. Allerdings lassen einige negative Faktoren, wie der Rückgang der Ölpreise und nachlassende Zinserhöhungserwartungen, allmählich nach, sodass sich die Fundamentaldaten für Gold zu verbessern beginnen. Dennoch werden die Edelmetallmärkte vorerst weiterhin von Kapitalflüssen und der technischen Lage dominiert, solange es keine Stabilisierung der Abflüsse aus Gold-ETFs und keine Abschwächung der Stärke des US-Dollars gibt.
In seiner neuesten Marktanalyse weist Hansen darauf hin, dass Gold und Silber derzeit vollständig in eine Defensivhaltung übergegangen sind und viele Investoren sich dafür entscheiden, ihre Positionen zu reduzieren oder den Markt sogar ganz zu verlassen.
Daten zeigen, dass der Goldpreis seit Jahresbeginn insgesamt um 8,4 % zurückgegangen ist, auf Gesamtbasis jedoch in den vergangenen 12 Monaten immer noch um 18,5 % gestiegen ist. Die Korrektur bei Silber war ausgeprägter: Im laufenden Jahr betrug der Rückgang 19 %, im Jahresvergleich jedoch ein Plus von 56 %.
Hansen ist der Meinung, dass die andauernde Schwäche der Edelmetallpreise vor allem auf den starken US-Dollar und die Neujustierung der Markterwartungen in Bezug auf den geldpolitischen Kurs der Fed zurückzuführen ist.
US-Dollar erreicht 13-Monats-Hoch – Fed bleibt restriktiv
Hansen äußerte, dass der US-Dollar-Index in dieser Woche weiter gestiegen ist und am Mittwoch ein 13-Monats-Hoch erreicht hat.
Er wies darauf hin, dass der Markt nach den restriktiven Signalen, die die Fed in der vergangenen Woche ausgesendet hat, wieder auf eine mögliche weitere Straffung der Geldpolitik in den USA in diesem Jahr setzt, was wiederum ein wesentlicher Treiber für die Stärke des US-Dollars ist.
Für Edelmetalle wie Gold und Silber, die keine Zinsen abwerfen, bedeuten höhere Zinsen auch steigende Haltekosten. Vor dem Hintergrund ohnehin schwacher Anlegerstimmung verschärft die Dollar-Stärke zusätzlich den Verkaufsdruck am Markt.
Unterschreiten der 4000 US-Dollar-Marke – Technische Lage verschlechtert sich weiter
Hansen ist der Ansicht, dass das Unterschreiten der runden Marke von 4000 US-Dollar bei Gold eine weitere technische Schwächung bedeutet. Der internationale Goldpreis ist damit insgesamt etwa 26 % von seinem historischen Hoch von über 5600 US-Dollar im Januar dieses Jahres zurückgegangen. Der technische Bruch könnte weitere Long-Positionen zum Ausstieg bewegen.
Er betonte, dass die spekulativen Positionen bereits deutlich reduziert wurden, der starke US-Dollar und die weiter anhaltenden Abflüsse aus Gold-ETFs allerdings nach wie vor die zwei wichtigsten belastenden Faktoren für den Goldpreis sind.
Zwei wichtige Belastungsfaktoren lassen nach
Hansen wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass sich einige der makroökonomischen Faktoren, die den Goldpreis bisher belastet haben, bereits zu verbessern beginnen.
Zum einen ist der internationale Ölpreis deutlich gefallen, was die Sorge vor einer weiteren Inflation abgeschwächt und zugleich die Notwendigkeit für die Fed, die Geldpolitik weiter zu verschärfen, verringert hat.
Diese Entwicklung spiegelt sich bereits am Terminmarkt für Federal-Funds-Futures wider: Die Erwartungen für weitere Zinserhöhungen sind zurückgegangen und die Renditen für langfristige US-Staatsanleihen sind zuletzt ebenfalls gesunken.
Er erwähnte außerdem, dass mehrere chinesische Geschäftsbanken kürzlich die Privatkundengeschäfte mit Edelmetallen verschärft haben, etwa indem sie Teile ihrer Vermittlungsdienste aussetzen, die Kontoeröffnung für neue Kunden einfrieren und die Margin-Anforderungen deutlich erhöhen, um hochgehebelte Spekulationen privater Anleger zu begrenzen.
Für eine Gold-Rally braucht es zwei Signale
Obwohl sich der Goldpreis weiterhin schwach entwickelt, meint Hansen, dass die grundlegenden Rahmenbedingungen für Gold inzwischen nicht mehr so angespannt sind wie zuvor.
Er betont, dass die Frage, ob Gold wieder Kapitalzuflüsse anziehen kann, entscheidend von zwei Faktoren abhängt: Erstens einer Stabilisierung der Mittelabflüsse aus Gold-ETFs und zweitens einer nachlassenden Aufwärtsdynamik des US-Dollars.
Solange diese beiden Voraussetzungen nicht erfüllt sind, werden sich die Preise für Gold und Silber weiterhin stärker an Positionsanpassungen und technischen Handelsaktivitäten orientieren als an fundamentalen Daten.
Sobald jedoch der ETF-Verkaufsdruck nachlässt und der Dollar-Aufwärtstrend sich abschwächt, könnten wieder Schnäppchenjäger am Markt aktiv werden und die Stimmung am Edelmetallmarkt sich verbessern.
Verantwortlicher Redakteur: Zhu Hennan
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