Meinung: Microns Gewinne übertreffen die Erwartungen, aber Preiserhöhungen von Apple und Microsoft könnten die Marktstimmung von „Akzeptanz von Preiserhöhungen“ hin zu „Besorgnis über Nachfragerückgang“ verschieben
BlockBeats News, 26. Juni – Heute wird der Ausverkauf von KI- und Speicheraktien am Markt durch eine neue Erzählung erklärt: Der wahre Auslöser für die Stimmungswende war nicht der schlechte Ergebnisbericht von Micron, sondern vielmehr die von Technologieriesen wie Apple und Microsoft eingeleiteten Preiserhöhungen.
Berichten zufolge hat Apple am 25. Juni die Preise für mehrere Mac- und iPad-Modelle um etwa 15 %-25 % erhöht und als Grund einen signifikanten Anstieg der Preise für Speicher- und Speicherchips wie DRAM und NAND angegeben. Dieser Anstieg sei durch die steigende Nachfrage von KI-Rechenzentren verursacht worden. Microsoft kündigte ebenfalls Preiserhöhungen für Xbox-Konsolen mit Wirkung ab dem 1. August an, wobei die 512GB- und 1TB-Modelle um 100 US-Dollar bzw. 150 US-Dollar mehr kosten werden. Die Gründe dafür lagen ebenfalls in den steigenden Kosten für Speicher und Speicherchips.
Diese Sichtweise ist bereits in Diskussionen unter ausländischen Medien und einigen Marktteilnehmern aufgekommen. Business Insider bezeichnete Apples Preiserhöhung als "Auslöschung der von Microns Ergebnisbericht ausgelösten Tech-Aktienrallye", und Futurum-CEO Daniel Newman erwähnte ebenfalls, dass die Preiserhöhung von Apple den Markt erkennen ließ, dass der Anstieg der Speicherpreise von Gewinne auf Upstream-Anbieter zu Kosten für Verbraucher gewechselt ist.
Würde nur der Ergebnisbericht von Micron berücksichtigt, sollte der Markt optimistischer sein. Microns Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen deutlich, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach Speicher in KI weiterhin stark ist und HBM, DRAM und NAND noch nicht in eine Phase des Nachfrageeinbruchs eingetreten sind. Anders gesagt beweist der Ergebnisbericht von Micron, dass der KI-Hardware-Zyklus weiterhin anhält und sogar noch heißer ist als vom Markt erwartet. Die Preiserhöhungen von Apple und Microsoft änderten jedoch die Interpretation des Marktes.
Früher galt der Anstieg der Speicherpreise vor allem als Vorteil für Upstream-Unternehmen. Dass Micron, Samsung und SK Hynix die Preise erhöhen konnten, deutete auf Angebotsengpässe hin, bewies, dass KI-Rechenzentren weiter ausgebaut werden und zeigte, dass die Gewinne weiterhin auf die Hardware-Seite fließen würden. Wenn aber Endnutzer-Giganten wie Apple und Microsoft die Kosten ebenfalls auf die Verbraucher abwälzen, sieht der Markt nicht mehr nur das "Abschöpfen von Gewinnen bei Upstream", sondern vielmehr das "Downstream beginnt zu kämpfen".
Die Ansicht besagt, dass hohe Gewinne für Speicherhersteller an sich kein Problem darstellen, aber wenn diese Gewinne durch kontinuierliches Ausquetschen des Downstreams entstehen, werden letztlich Anwendungsanbieter, Endnutzer-Hardwarehersteller und Verbraucher alle die Kosten tragen. Die Preiserhöhung von Apple zeigt, dass hohe Speicherpreise nicht mehr nur ein internes Finanzproblem innerhalb der Lieferkette sind, sondern anfangen, die Produktpreise zu beeinflussen. Die Preiserhöhung von Microsoft zeigt zudem, dass dieser Druck nicht auf ein einzelnes Unternehmen beschränkt ist, sondern eine Herausforderung für das gesamte Consumer Electronics- und KI-Hardware-Ökosystem darstellt.
Was den Markt beschäftigt, ist nicht die Preiserhöhung selbst, sondern die Nachfrageunterbrechung nach der Erhöhung. Können Verbraucher teurere Computer, Tablets, Konsolen und KI-Dienste akzeptieren? Können App-Unternehmen unter höheren Computing-Kosten weiterhin expandieren? Können Cloud-Anbieter die Kapitalausgaben in ausreichend hohe Einnahmen umwandeln? Sobald diese Fragen Realität werden, ändert sich die Logik der Speicheraktien von "Profitieren von Preiserhöhungen" zu "Leiden unter dem Gegenwind durch Preiserhöhungen".
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