Annäherung an das 40-Jahrestief! Der Yen fällt in Richtung 162 – Werden Japan und die USA gemeinsam intervenieren?
Am 25. Juni fiel der Yen im Tagesverlauf auf bis zu 161,93 und näherte sich dem Hoch von 2024 bei 161,95 sowie dem niedrigsten Stand seit 1986, nur einen Schritt entfernt von der Marke von 162. Der Yen notiert derzeit bei etwa 161,60. Die historischen Interventionen der japanischen Behörden im Umfang von 11,73 Billionen Yen (rund 73 Milliarden US-Dollar) seit Ende April wurden vom Markt inzwischen vollständig neutralisiert.

Obwohl die Bank of Japan (BoJ) Mitte Juni den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1% angehoben und das Finanzministerium weiterhin verbale Signale für Interventionen sendet, hat sich die pessimistische Markterwartung nicht geändert: Der Yen bleibt schwach und liegt kursmäßig noch unterhalb des Niveaus vor den Interventionen.
Angesichts der fast außer Kontrolle geratenen Yen-Abwertung auf ein 40-Jahres-Tief sind die offiziellen Stellungnahmen der US- und japanischen Regierungsstellen deutlich häufiger geworden. Ein Notfalltelefonat zwischen Japans Finanzminister Katayama Satsuki und US-Finanzministerin Yellen hat die Markterwartung an eine mögliche koordinierte Intervention der USA und Japans weiter verstärkt. Der Fokus des Marktes verschiebt sich von der Frage, ob es zu Interventionen kommt, hin zu der Frage, ob eine koordinierte US-japanische Aktion erfolgt. Sowohl die Wechselkursüberprüfung des US-Finanzministeriums Ende Januar als auch die einseitigen Interventionen Japans hatten jeweils nur kurzfristige Effekte.

Der Yen pendelt aktuell um die Marke von 161,70, während die kurzfristige implizite Volatilität des Yen deutlich angestiegen ist. Einerseits setzt Japans große Gruppe von privaten Forex-Händlern auf eine stärkere Intervention und spekuliert auf den genauen Zeitpunkt — ihre konträren Positionen zur Unterstützung des Yen haben den höchsten Stand seit über einem Monat erreicht.

Andererseits bauen professionelle Hedgefonds und Vermögensverwalter ihre Short-Positionen weiter aus — die spekulativen Yen-Short-Positionen haben das höchste Niveau seit Jahren erreicht. Die aktuellen Long-Positionen im US-Dollar gegenüber dem Yen übersteigen sogar das Niveau der ersten BoJ-Intervention am 30. April (+1,3 Standardabweichungen) und liegen nun bei +1,4 Standardabweichungen. Auch die Optionsströme zeigen eine Long-Position von etwa +0,9 Standardabweichungen, im Schnitt liegt sie bei +1,2 Standardabweichungen. Dieses Niveau ist weit höher als die +0,5 Standardabweichungen bei der ersten Intervention am 30. April und erhöht das Risiko von Short-Eindeckungen bei erneuten Interventionen.
Angesichts des Marktimpacts koordinierter US-japanischer Interventionen wären diese sowohl in Intensität als auch Nachhaltigkeit deutlich wirkungsvoller als eine einseitige Maßnahme. Dies bedeutet, dass bei einer plötzlichen Intervention des japanischen Finanzministeriums in Zeiten niedriger Liquidität (z.B. am US-Late-Trading oder an globalen Feiertagen) — unterstützt durch die USA — die derzeit extrem überfüllten Yen-Short-Positionen einen enormen Schließungsdruck bekommen könnten. Diese panikartigen Short-Squeezes könnten zu heftigen, beidseitigen Wechselkursschwankungen führen und möglicherweise einen epischen Short Squeeze am Markt auslösen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer koordinierten Intervention zwischen den USA und Japan?
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