Eine lautlose finanzielle Wende findet statt! Worauf setzen die 29 Billionen US-Dollar der „nationalen Schatzkammern“?
Quellenangabe: 24K99
Die Hongkonger „South China Morning Post“ berichtete am Montag (29. Juni) aktuell, dass laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des unabhängigen globalen Investmentmanagementunternehmens Invesco, die rund 29 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten verwaltenden staatlichen Vermögensfonds und Zentralbanken ihre Portfolios neu ausrichten, wobei sie deutlich auf Energieanlagen umschwenken und gleichzeitig zunehmend größere Bedenken hinsichtlich der langfristigen Rolle des US-Dollars äußern. Dieser Wandel resultiert aus beispiellosen geopolitischen Schocks.
Die Umfrage erfasste 90 staatliche Vermögensfonds und 54 Zentralbanken. Die Ergebnisse zeigen, dass Investoren angesichts mehrerer Schocks wie Handelszölle, eingeschränkte Schifffahrtsrouten sowie den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten verstärkt auf Risikostreuung achten und dazu neigen, Portfolios zu gestalten, die „auch bei externen Schocks stabil bleiben“.
Rund 80 % der befragten Institutionen gaben an, dass Energiesicherheit und Infrastruktur für den Energiewandel derzeit die attraktivsten Anlageklassen sind, um die Resilienz des Portfolios zu stärken. Bis 2026 wird der Anteil von Infrastrukturvermögen in staatlichen Vermögensfonds bereits auf 9 % gestiegen sein.
Zudem erhöht die enorme Nachfrage der künstlichen Intelligenz (AI) nach Energie die Attraktivität dieser Assetklasse weiter.
Benjamin Jones, Global Research Director bei Invesco, erklärte: „In einer Welt voller Inflationsschocks, geopolitischer Fragmentierung und stärker konzentrierter Märkte überdenken Anleger die traditionellen Diversifikationsannahmen und strukturieren ihre Portfolios neu, um breitere Risikoszenarien zu berücksichtigen.“
Er betonte: „Resilienz entwickelt sich von einem 'Nice-to-have' zu einer zwingenden Voraussetzung.“
Die in den letzten Jahren zunehmende positive Korrelation von Anleihen und Aktien hat zudem die Rolle von Anleihen als Instrumente zur Risikostreuung abgeschwächt, weshalb Investoren verstärkt auf liquide und Sachwerte achten.
Die Umfrage zeigt ebenfalls, dass die Bedenken gegenüber dem US-Dollar „weit verbreitet und zunehmend vertieft“ sind. 61 % der Zentralbanken erklärten, dass das US-Schuldenniveau die Rolle des Dollars als langfristige Reservewährung schwäche – ein starker Anstieg gegenüber 20 % im Jahr 2024.
Obwohl der Dollar in diesem Jahr durch die Kriege zwischen den USA, Israel und Iran um etwa 3 % gestiegen ist, glauben Experten, dass politische Unsicherheiten in den USA und das hohe Schuldenniveau den Dollar langfristig belasten könnten.
Mangels alternativer globaler Reservewährungen wird sich die Veränderung der Rolle des US-Dollars voraussichtlich allmählich vollziehen. Dennoch sind 29 % der befragten Institutionen der Ansicht, dass die Position des Dollars als Reservewährung in den nächsten fünf Jahren schwächer wird – deutlich mehr als 12 % im Jahr 2022.
Einige Institutionen gaben zudem an, ihre Abhängigkeit von US-Zentralverwahrstellen, Gegenparteien und Clearing-Systemen neu zu bewerten, um potenziellen geopolitischen Risiken zu begegnen.
Ein Zentralbankbeamter aus Europa sagte, man habe den US-Zentralverwahrer gewechselt; eine lateinamerikanische Zentralbank erklärte, dass sie derzeit neue Verwahrbeziehungen außerhalb der USA aufbaut, um sich gegen den „schlimmsten Fall“ zu wappnen.
Allerdings warnten einige Zentralbankbefragte auch, dass dieses Vorgehen von den USA selbst als feindseliger Akt betrachtet werden könnte.
Parallel dazu erklärten etwa ein Drittel der befragten Institutionen, ihre Goldallokation erhöhen zu wollen, um das Risiko weiter zu streuen.
Redakteur: Zhu Henan
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