Gold fällt vier Monate in Folge, Goldman Sachs beurteilt: Im zweiten Halbjahr stabil über 4900 und auf dem Weg zur 5000-Dollar-Marke
Der internationale Goldpreis
Institute bleiben beim bullischen Outlook für Gold, strukturelle Unterstützungsfaktoren weiterhin intakt
Samantha Dart, Co-Leiterin der globalen Rohstoffanalyse bei Goldman Sachs, erklärte in ihrem neuesten Bericht, dass der Aufwärtstrend für Gold insgesamt keinesfalls beendet sei und dass sowohl strukturelle als auch zyklische Faktoren ausreichend Raum für weiter steigende Preise bieten.
Das entscheidende Argument des Instituts für den bullischen Ausblick bleibt die unvermindert hohe Nachfrage der globalen Zentralbanken nach Gold, was den Kern der Erholung der Edelmetallpreise in der zweiten Jahreshälfte darstellt.
Dart betont, dass sich seit der Neuausrichtung der globalen Währungsreservesysteme im Jahr 2022 die Zentralbanken der Schwellenländer weiterhin um eine Diversifizierung ihrer Devisenreserven bemühen, um die Abhängigkeit von einzelnen Währungen zu verringern. Dieser langfristige strukturelle Trend ist
Kurzfristiger Druck ändert nichts am langfristigen Trend, geldpolitische Wende steht bevor
Bezüglich des kurzfristigen Preisrückgangs bei Gold analysiert Dart die momentan belastenden Faktoren sachlich. Sie sagt, die restriktive Haltung der Federal Reserve hat die Erwartung einer Währungsabwertung am Markt abgeschwächt und zusammen mit den zunehmenden Zinserwartungen zu fortgesetzten Abflüssen aus Gold-ETFs geführt, was temporär Druck auf die Preise ausübt. Doch die Analysten erwarten, dass diese negativen Faktoren nachlassen und sich die Marktlage erholen dürfte.
Die Wirtschaftsexperten bei Goldman Sachs erwarten, dass die Federal Reserve die Zinsen in diesem Jahr nicht ändern und erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit einer neuen Zinssenkungsphase beginnen wird. Mit der schrittweisen Umsetzung der geldpolitischen Erwartungen werden Bewertungsdruck auf Gold weiter abgebaut und die Bestände der ETFs stabil wachsen, was dem Goldpreis Rückenwind verschafft. Gleichzeitig erhöhen sich angesichts wachsender Risiken für die Fiskalnachhaltigkeit vieler Länder die privaten Investitionen in Gold, was den Preisspielraum weiter vergrößert.
Korrektur bei den Goldkauf-Daten – Zentralbanknachfrage weitaus höher als Markterwartungen
Am 15. Mai hat Goldman Sachs das Modell für die Berechnung der Zentralbank-Goldkäufe optimiert und damit eine lang bestehende statistische Lücke geschlossen. Bereits im März dieses Jahres hatte das Institut seine Prognose für die monatlichen Zentralbankkäufe (Zwölfmonatsdurchschnitt) von 29 Tonnen auf 50 Tonnen angehoben. Nach der Modelloptimierung rechnet man mit einem durchschnittlichen monatlichen Kaufvolumen der Zentralbanken von 60 Tonnen bis Ende 2026.
Die Analysten erläutern, dass seit August 2025 offizielle britische Handelsdaten keinen vollständigen Überblick mehr über die Goldabflüsse aus den Londoner Tresoren geben und deshalb viele Zentralbank-Transaktionen nicht erfasst werden. Dadurch wurde das Ausmaß der offiziellen Goldnachfrage vom Markt in der Vergangenheit systematisch unterschätzt. Angesichts kontinuierlicher geopolitischer Unsicherheiten steigt die Goldnachfrage von Zentralbanken und privaten Investoren stetig an und bildet eine solide Preisunterstützung.
Jahresziel klar, kurzfristige Risiken bleiben zu beachten
Goldman Sachs hält an einem Kursziel von 4.900 US-Dollar pro Unze bis Ende 2026 fest und bleibt langfristig entschieden optimistisch. Zugleich weist das Institut jedoch auch auf kurzfristige Risiken hin: Sollten die globalen Märkte heftig schwanken und Investoren zur Mittelrückführung liquide Anlagen im großen Stil abstoßen, könnte der Goldpreis erneut unter vorübergehenden Druck geraten – eine Erholungsrallye dürfte nicht geradlinig verlaufen.
Fazit
Insgesamt betrachtet handelt es sich bei der viermonatigen Korrektur des Goldpreises um eine gesunde technische Anpassung und keinen Trendwechsel. Die persistente Aufstockung der Zentralbankbestände, Veränderungen bei der Reserve-Diversifikation und bevorstehende Wendepunkte in der Geldpolitik sind mehrere positive Faktoren, die das Fundament für einen langjährigen Bullenmarkt beim Gold legen. Kurzfristige Emotionen und politische Zwänge verursachen normale Schwankungen; in der zweiten Jahreshälfte dürfte sich der Preis mit dem Rückzug dämpfender Faktoren wieder deutlich erholen.
Redakteur: Zhu Henan
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