Die US-Arbeitsmarktdaten für Juni beeinflussen die Märkte und könnten den Kurs von US-Dollar und Gold grundlegend umkehren.
Die US-Arbeitsmarktdaten („Nonfarm Payrolls“) gehören zu den wichtigsten makroökonomischen Indikatoren der globalen Finanzmärkte und beeinflussen mit ihrer Aktualität sowie vollständigen Beschäftigungs- und Lohndaten unmittelbar die geldpolitischen Erwartungen der Federal Reserve. Rückblickend übertrafen die Nonfarm-Daten im Mai die Erwartungen, der US-Dollar
Aufgrund des US-amerikanischen Unabhängigkeitstags wurde dieser Bericht vorgezogen und erscheint im östlichen Zeitzonenbereich (GMT+8) bereits am Donnerstag um 20:30 Uhr. Der Markt zieht ein Szenario mit schwächer als erwarteten Zahlen in Erwägung. Zugleich werden für Gold wichtige technische Unterstützungs- und Widerstandszonen genannt. Anleger sollten die makroökonomische und technische Analyse zur Beurteilung des Marktes kombinieren.
Drei Hauptgründe, warum die US-Arbeitsmarktdaten einen zentralen Einfluss auf die Preisfindung haben
Die Nonfarm Payrolls nehmen bei den makroökonomischen Indikatoren eine Spitzenposition ein – dies aus drei zentralen Gründen: Erstens sind sie besonders aktuell, da sie innerhalb einer Woche nach Monatsende veröffentlicht werden; zweitens bieten sie umfassende Daten, sodass die Wirtschaftslage klar eingeschätzt und künftige makroökonomische Trends vorhergesagt werden können; drittens beinhalten sie Lohnindikatoren, wobei der private Konsum über zwei Drittel des US-BIPs ausmacht und Lohnveränderungen somit direkten Einfluss auf die Binnennachfrage haben.
Da die Federal Reserve einen doppelten Auftrag bzgl. Beschäftigung und Inflation verfolgt, konzentrieren sich die Institute besonders auf die Nonfarm-Daten.
Zudem ist durch die wenigen vorlaufenden Indikatoren im Berichtszeitraum das Überraschungspotenzial des tatsächlichen Werts hoch, was häufig zu starken, einseitigen Marktbewegungen führt.
Rückblick auf den außerordentlichen Nonfarm-Bericht im Mai: Komplette Übertragung einer Abwärtsbewegung im Markt
Die Nonfarm-Zahlen im Mai fielen in allen Bereichen besser als erwartet aus: Es wurden 172.000 neue Stellen geschaffen, die Arbeitslosenquote lag bei 4,3%, die Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3%. Der starke Arbeitsmarkt verstärkte die Erwartung einer Hochzinsperiode und bildete eine klare Übertragungskette: Robuste Wirtschaft erhöht Inflationsdruck → Federal Reserve bleibt bei ihrer restriktiven Politik → US-Anleiherenditen und US-Dollar steigen → Risikoanlagen und unverzinste Edelmetalle geraten unter Verkaufsdruck.
Ausblick auf die aktuellen Nonfarm-Zahlen: Vorverlegung des Zeitraums und divergierende Markterwartungen
Am 3. Juli 2026 wird in den USA der Unabhängigkeitstag gefeiert. Die Nonfarm-Zahlen werden daher einen Tag früher veröffentlicht, am Donnerstag um 20:30 Uhr (GMT+8).
Es wird allgemein erwartet, dass 110.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, die Arbeitslosenquote bei 4,3% liegt und die Löhne im Jahresvergleich um 3,5% steigen. Analysten rechnen jedoch nur mit 107.000 neuen Stellen, was unterhalb des Marktkonsenses liegt. Das Basisszenario sieht somit negative Auswirkungen auf den US-Dollar vor.
In den letzten drei Monaten übertrafen die Nonfarm-Zahlen stets die Erwartungen. Die Wahrscheinlichkeit eines diesmal schwächeren Ergebnisses steigt. Sollte dies eintreten, dürften US-Anleihen und der US-Dollar schwächer tendieren, während Aktien und Gold sich erholen.
Schlüsselbereiche für Long- und Short-Positionen in Gold sowie Hinweise zu Handelsrisiken
Der kurzfristige Abwärtsdruck auf den Goldpreis hat nachgelassen, reine Short-Positionen bergen Risiken. Sollte der Nonfarm-Bericht enttäuschen und der Goldpreis über dem Bereich von 4.000 bis 4.025 US-Dollar verbleiben, liegt das nächste Kursziel bei den Fibonacci-Extensions von 4.072–4.085 US-Dollar. Sollten die Daten erneut stark ausfallen, dürfte der Abwärtstrend bei einem Bruch der Unterstützung zwischen 3.975 und 3.960 US-Dollar anhalten, die nächsten Ziele lägen dann bei 3.922 und 3.904 US-Dollar.
Man sollte jedoch nicht allein auf makroökonomische Prognosen setzen und blind Positionen eröffnen. Für kurzfristige Trades ist es essenziell, technische Muster zu berücksichtigen und konsequent Gewinn- und Verlustlimits zu setzen.
Fazit
Die Nonfarm-Zahlen beeinflussen durch die Veränderung der Zinserwartungen die weltweite Preisbildung für wichtige Anlageklassen. Die starken Beschäftigungsdaten im Mai führten zu einer umfassenden Korrektur der Risikoassets.
Für den am Donnerstag vorgezogenen Bericht besteht die Möglichkeit, dass die Zahlen die Erwartungen verfehlen, was eine Erholung bei Gold und Aktien begünstigen könnte. Für das Trading empfiehlt es sich, nicht einseitig auf makroökonomische Prognosen zu vertrauen. Entscheidungsgrundlage sollten die Kombination aus wichtigen technischen Unterstützungs- und Widerstandslevels sowie das Bewusstsein für das Risiko plötzlicher Gegenbewegungen bei unerwarteten Zahlen sein.
Redakteur: Zhu Hennan
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