Der restriktive Kurs ist nur Fassade: In der Fed-Übergangsphase setzen Investoren auf Goldkäufe.
Am Donnerstag (2. Juli), während der asiatisch-europäischen Handelszeit, setzte Gold seine Erholung fort und liegt derzeit mit einem Plus von 1 % bei etwa 4070. In früheren Artikeln wurde bereits erwähnt, dass die Absicherungs- und Allokationslogik von Gold zurückkehrt. Heute, angesichts eines drastischen Ausverkaufs an den globalen Kapitalmärkten, zeigte Gold eine deutlich niedrige Korrelation, was seine Funktion als Absicherung und sicherer Hafen unterstreicht. Ein weiterer wichtiger Grund für den Anstieg von Gold ist zudem die jüngste Positionierung der US-Notenbank.
Unter dem Brennglas der Wall-Street-Händler offenbarte diese Rede jedoch eine ganz andere Subbotschaft.
Warsh spielte nicht nur die unmittelbaren Sorgen bezüglich der Inflation herunter, sondern warf sogar einen Zeitraum von einem Jahr für eine „Transformationsphase des neuen makroökonomischen Rahmens“ in den Raum.
Die Quintessenz seiner Äußerungen ist, dass die Fed in eine längere „Zinswartezeit-Phase“ eintritt. Für den Goldmarkt gleicht dies einem antizipierbaren Rausch.
„Neuer Rahmen“ noch nicht etabliert: In den nächsten zwölf Monaten wird die Fed höchstwahrscheinlich „abwartend verharren“
Kern zum Verständnis der aktuellen Geldpolitik von Warsh ist das von ihm gesetzte „Ein-Jahres-Versprechen“.
Nach seiner Amtsübernahme äußerte Warsh großen Unmut gegenüber den bisherigen, rückblickenden und verzerrten amtlichen Regierungsdaten, auf die sich die Fed verlassen hatte.
Der entscheidende Punkt liegt hier im Zeitversatz: Die neuen Abteilungen sind noch längst nicht eingespielt; diese fünf Arbeitsgruppen sind gerade erst gegründet worden und das Netzwerk zur Datenerfassung noch gar nicht vollständig im Betrieb.
Für die Gutachten und Berichte wird ein Zeitraum benötigt; Warsh betonte, dass Festlegung des neuen Rahmens und die Offenlegung der zentralen Daten „9 bis 12 Monate (also etwa ein Jahr)“ dauern werden.
Schlussfolgernd: Da das alte „Fernrohr“ (traditionelle Guidance und Regierungsdaten) von Warsh verworfen wurde und das neue „Navigationssystem“ (neuer Rahmen) innerhalb eines Jahres nicht einsatzbereit ist, dürfte die Fed in den nächsten Quartalen am sichersten fahren, wenn sie die Zinssätze unverändert lässt.
Die zuvor vom Markt erwartete „sichere Zinserhöhung im September“ dürfte sich als Fehlalarm entpuppen; die Fed tritt in eine etwa einjährige Phase der politischen Zurückhaltung ein und wartet auf die Publikation aus den neuen Abteilungen.
Verzicht auf Forward Guidance: Hohe US-Staatsanleiherenditen werden einen Goldpreisanstieg begrenzen
Unter der Prämisse „Zinsen bleiben unverändert“ sollte Gold theoretisch kräftig steigen (da sämtliche negativen Nachrichten bereits eingepreist sind). Doch Warshs andere unbeugsame Maßnahme – der vollständige Verzicht auf Forward Guidance – ist für Gold wie eine angelegte Kette.
Warsh verweigert die Einreichung seiner individuellen „Dot Plot“-Prognose und gibt dem Markt keinerlei Hinweise zur Zukunft.
Wenn der Markt die nächsten Schritte der Fed nicht einschätzen kann, weitet sich der Risikoaufschlag für US-Staatsanleihen mit längerer Laufzeit und die Renditen bewegen sich in einem höheren Bereich oder steigen gar an.
Da Gold keine Erträge abwirft, werden dauerhaft hohe US-Staatsanleiherenditen als Obergrenze für den Goldpreis fungieren und kurzfristig dessen explosiv steigende Dynamik begrenzen.
Ein wichtiges Detail: Als Warsh die Null-Toleranz für Inflation betonte, hakte ein Reporter sofort nach, ob dies auf weitere Zinserhöhungen hinauslaufe. Warsh lächelte jedoch nur ausweichend und schwieg, es gab keinerlei Anzeichen für Zinserhöhungsabsichten. Zudem teilte er dem Markt mit, dass die Informationen, die er aus KI-Firmen erhält, nahelegen, dass KI keine inflationssteigernde Übernachfrage verursachen wird.
Tiefergehende Krise naht: Gold kann schon jetzt auf das „letztlich kommende Zinssenkungs-Szenario“ setzen
Auch wenn der Goldpreis kurzfristig durch hohe US-Staatsanleiherenditen in einer Seitwärtsbewegung gefangen ist, steigen die Chancen, für einen notwendigen späteren „Restart der Zinssenkungen“ durch die Fed frühzeitig zu positionieren, je weiter der Blick in die Zukunft reicht.
Unter der Oberfläche zeigen sich in den US-Wirtschaftsdaten bereits gravierende, unüberbrückbare strukturelle Verschlechterungen:
Verschlechterung der US-Arbeitsbevölkerung und der Bruch der „K-förmigen Wirtschaft“: Die Wiederbelebung des US-Arbeitsmarkts ist trügerisch.
Die „K-förmige“ Trennung von niedrigbezahlten Dienstleistungs- und hochqualifizierten Hightech-Jobs ist gravierend, die hohen Kreditkosten für Unternehmen drücken zunehmend auf die Realwirtschaft.
Ansteigende KI-Kosten ziehen Mittel aus anderen Sektoren ab und sorgen für Stau: Warsh setzt langfristig darauf, dass KI die Inflation senken wird.
Die Kehrseite: Investitionen in KI-Infrastruktur (Halbleiter, Rechenkapazität, Stromversorgung) saugen kurzfristig wie ein Schwamm Liquidität aus der Realwirtschaft ab. Dadurch werden andere traditionelle Branchen in ihrer Investitions- und Überlebensfähigkeit massiv ausgebremst, was letztlich zu einer noch breiteren wirtschaftlichen Abkühlung führen könnte.
Handelsstrategie für Gold: Bereits „während der Wartezeit auf die Gutachten“ einen Schritt voraus sein
Aktuell ist das Risiko einer wirtschaftlichen Abkühlung und strukturellen Rezession in den USA mittelfristig weiterhin hoch.
Sobald in einem Jahr die neuen Abteilungen unter Warsh ihre Einschätzungen vorlegen und den Investitionsdruck der KI, die Verschlechterung des Arbeitsmarktes und die Rezessionssignale bestätigen, wird der Policy-Fokus der Fed gezwungenermaßen von „knallharter Inflationsbekämpfung“ auf „Wachstumsrettung“ umschwenken.
Der aktuelle Aufschwung bei Gold ist also nicht darauf zurückzuführen, dass die Fed jetzt sofort die Zinsen senkt, sondern dass globale Kapitalströme die einjährige „Beobachtungsphase“ der Fed nutzen, um bereits auf die mit hoher Wahrscheinlichkeit kommenden Zinssenkungen zu setzen.
Redakteur: Zhu Hennan
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