Grayscales XRP Trust hat gerade offenbart, dass mehr als 180 Millionen US-Dollar an XRP in der ersten Hälfte des Jahres 2026 abgestoßen wurden. Die Einreichung macht eines deutlich: Wenn Rücknahmen sich anhäufen, kann sogar ein verhältnismäßig kleiner Ein-Asset-Fonds sehr schnell ausgehöhlt werden.
Laut dem aktuellen Bericht für den Zeitraum bis zum 30. Juni verkaufte der Trust etwa 103 Millionen XRP-Token, um Anlegerauszahlungen zu bedienen. Diese Verkäufe führten zu realisierten Verlusten von etwa 34 Millionen US-Dollar, während zusätzliche, nicht realisierte Verluste weiterhin auf den verbleibenden Beständen lasten.
Rücknahmen trieben die Bären an
Das war kein willkürlicher Ausverkauf durch Grayscale-Manager. Die Struktur dieser Trusts bedeutet, dass autorisierte Teilnehmer für Creation und Rücknahme zuständig sind, daher erfolgt der Verkauf größtenteils mechanisch.
Trotzdem ist das Ausmaß nicht zu übersehen. Zuflüsse und neue Beiträge im Zeitraum konnten die Abflüsse nicht ausgleichen, sodass sowohl der Token-Bestand als auch der Nettoinventarwert deutlich geschrumpft sind.
Schwache Nachfrage zeigt sich bei allen XRP-Produkten
Das Timing passt zu einem breiteren Nachlassen des Interesses an XRP-gebundenen Produkten. Auch andere XRP-Fonds verzeichneten Abflüsse, und die Positionierung bei Derivaten ist ruhiger geworden. XRP selbst bewegte sich im Bereich von 1,05–1,07 US-Dollar, wobei Trader die 1-Dollar-Marke genau beobachten — als Signal für einen möglichen Aufschwung oder Abwärtsausbruch.
Frühere Veröffentlichungen in diesem Jahr wiesen zudem auf Insider-Verkäufe von Anteilen an Grayscales XRP ETF hin, auch wenn diese Aktivitäten nicht direkt den Fondsflüssen entsprechen.
Das Fazit ist eindeutig: Wenn die Nachfrage nachlässt, können Rücknahmen tatsächliche Verkäufe am Spotmarkt erzwingen. Bei weniger liquiden oder stimmungsgetriebenen Assets kann solcher mechanischer Druck das Abwärtspotenzial schnell verstärken.



