Die New York Fed berichtet, dass die Kreditkartensalden im zweiten Quartal um 21 Milliarden Dollar auf 1,26 Billionen Dollar gestiegen sind.
Die Amerikaner haben im zweiten Quartal ihre Kreditkarten wieder stärker genutzt. Der Household Debt and Credit Report der Federal Reserve Bank of New York, veröffentlicht am 11. August, zeigt, dass die Kreditkartensalden um 21 Milliarden US-Dollar gestiegen sind und zum Ende Juni 2026 insgesamt 1,26 Billionen US-Dollar erreichten.
Das ist ein bemerkenswerter Umschwung gegenüber dem ersten Quartal 2026, als die Salden tatsächlich um 25 Milliarden US-Dollar auf 1,25 Billionen US-Dollar fielen. Der frühere Rückgang wurde weitgehend auf den vorhersehbaren "Post-Holiday-Effekt" zurückgeführt, bei dem Konsumenten gemeinsam die Schäden aus den Einkaufsorgien im November und Dezember tilgen.
Der größere Blick auf die Haushaltsverschuldung
Kreditkarten machen nur einen Teil des Konsumentenkredits aus, und das Gesamtbild ist enorm. Die gesamte US-Haushaltsverschuldung lag zum Ende des ersten Quartals 2026 bei 18,8 Billionen US-Dollar.
Das Consumer Credit Panel der NY Fed, das auf Daten von Equifax basiert, erfasst Hypotheken, Studienkredite, Autokredite und Kreditkarten. Bemerkenswert ist, dass der Bericht keine Erfassung von Kryptowährungen oder verwandten Vermögenswerten enthält.
Was uns die saisonalen Schwankungen verraten
Das Muster vom ersten zum zweiten Quartal ist beachtenswert, da es sich fast jedes Jahr wiederholt. Verbraucher häufen während der Feiertagssaison im vierten Quartal Kreditkartenschulden an und zahlen diese in den ersten Monaten des neuen Jahres zurück.
Die NY Fed hat angekündigt, dass ein bevorstehender Blogpost in Liberty Street Economics die Metriken zu Kreditkartenrückständen genauer untersucht und speziell die Unterschiede zwischen von Auskunfteien gemeldeten und von Kreditgebern gemeldeten Daten analysiert.
Folgen für Wirtschaft und Märkte
Die bevorstehende Analyse von Liberty Street Economics zu Diskrepanzen bei der Berichterstattung über Zahlungsrückstände könnte besonders aufschlussreich sein. Unterschiede zwischen den Angaben der Kreditbüros und den Büchern der Kreditgeber können darauf hindeuten, ob Kreditnehmer Zahlungen auf verschiedene Karten verteilen und lediglich die Mindestbeträge leisten, um formal im Zeitplan zu bleiben, obwohl sie tatsächlich bereits im Rückstand sind.
Da nun 1,26 Billionen US-Dollar auf amerikanischen Kreditkarten lasten, wird die demnächst erscheinende Delinquenz-Datenlage weiteren Kontext für die Entwicklung des Verbraucherkreditmarkts liefern.
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