Zu schneller Anstieg im August! Nach starker Erholung von Gold – Wird der heutige CPI zu Gewinnmitnahmen führen?
Der starke Anstieg des Goldpreises seit August hat am Markt Besorgnis über kurzfristige Korrekturrisiken ausgelöst. Die technische Lage befindet sich bereits im überkauften Bereich, und die heute Abend veröffentlichte US-CPI-Daten für Juli könnten zum Schlüsselereignis für Gewinnmitnahmen werden.
Gold-Futures haben in diesem Monat insgesamt etwa 8% zugelegt, und in der vergangenen Woche wurde mit einem Anstieg von 7,1% die beste Woche seit Januar verzeichnet, was hauptsächlich an den schwachen Arbeitsmarktdaten und den Erwartungen einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus lag.

Laut CNBC wies die Bespoke Investment Group darauf hin, dass der Goldpreis zum ersten Mal seit 103 Handelstagen über dem 50-Tage-Durchschnitt um eine Standardabweichung geschlossen hat und somit den überkauften Bereich erreicht hat – das ist das erste Mal seit dem 10. März. Historische Daten zeigen, dass nach solchen Signalen der Goldpreis innerhalb einer Woche, eines Monats und von drei Monaten durchschnittlich um 0,22%, 0,34% bzw. 0,53% sinkt.
James Steel, leitender Analyst für Edelmetalle bei HSBC, stellte in seinem Bericht vom 11. August fest, dass die strukturelle Aufwärtstrend beim Goldpreis weiterhin intakt sei, aber 4.500 US-Dollar pro Unze eine starke Widerstandsmarke darstellen und der Markt vor einem weiteren Anstieg Zeit zur Konsolidierung benötigt, begleitet von eben solcher Gewinnmitnahmetätigkeit. Er warnte außerdem, dass falls die heute Abend veröffentlichten CPI-Daten nicht ausreichend "moderat" ausfallen, dies den Bullen der jüngsten Vergangenheit einen Grund für die Schließung ihrer Positionen geben könnte.
Überkaufte Signale erscheinen, technische Warnungen werden ausgegeben
Die Analysen der Bespoke Investment Group zeigen, dass der Goldpreis zum Börsenschluss am vergangenen Freitag exakt um eine Standardabweichung über dem 50-Tage-Durchschnitt lag – zum ersten Mal seit 103 Handelstagen. In ihrem Montagsbericht stellte Bespoke fest, "dass dies eine der längsten Perioden ohne Überkauft-Signale in der aufgezeichneten Geschichte ist. Historisch fällt die Rendite nach Auftreten eines Überkauft-Schlusses meist negativ aus."
Statistisch gesehen fällt der Goldpreis nach Perioden von mehr als 100 Handelstagen ohne Überkauft-Signale im Durchschnitt innerhalb einer Woche um 0,22%, innerhalb eines Monats um 0,34% und innerhalb von drei Monaten um 0,53%. Nach zwölf Monaten beträgt der durchschnittliche Rückgang sogar 0,62%. Die Daten von Bespoke zeigen zudem, dass in solchen Fällen nur 37% der Anrisse nach einem Jahr eine positive Rendite aufweisen.
Der HSBC-Bericht bemerkt ebenfalls, dass der Relative Strength Index (RSI) auf einem hohen Niveau steht, was zumindest kurzfristige überkaufte Anzeichen beim Goldpreis signalisiert und die Tendenz zu Gewinnmitnahmen weiter verstärken könnte.
CPI als Schlüsselvariable – "Sanftes Landen"-Daten könnten den Schutz liefern
Die heute Abend bekanntgegebenen US-CPI-Daten für Juli bilden derzeit das direkteste Marktkatalysator. Gemäß HSBC prognostiziert der hauseigene US-Ökonom Ryan Wang für Juli einen Anstieg des Kern-CPI gegenüber dem Vormonat um 0,21% und einen leichten Rückgang der jährlichen Wachstumsrate von zuvor 2,6% auf 2,5%. HSBC ist der Meinung, dass dieses Ergebnis "wohl den Goldpreis unterstützt, aber nicht zwingend zu weiterem Anstieg führen wird".
Der HSBC-Bericht hebt hervor, dass falls die CPI-Daten nicht den Markterwartungen eines "ausreichend moderaten" Ergebnisses entsprechen, Anleger mit jüngst aufgebauten Long-Positionen einen erhöhten Anreiz zur Gewinnmitnahme haben dürften. Am Tag zuvor erklärte die Präsidentin der Federal Reserve Cleveland, Beth Hammack, dass sie es für den richtigen Zeitpunkt halte, allmählich mit Zinserhöhungen zu beginnen, um künftig größere Zinsschritte zu vermeiden. Diese Aussage hat den Anstieg des Goldpreises bereits etwas gebremst und ihn wieder unter 4.400 US-Dollar pro Unze gebracht.
Der Aufwärtstrend bleibt intakt – das Tauziehen zwischen Bullen und Bären geht in der Konsolidierung weiter
Trotz der steigenden kurzfristigen Risiken bestätigen sowohl HSBC als auch Bespoke die mittelfristig bullische Perspektive für Gold. HSBC erklärt klar, dass der Aufwärtstrend für den Goldpreis "strukturell weiterhin intakt" sei und die Bullen einen Ausbruch erzielt haben, aber die Marke von 4.500 US-Dollar pro Unze ein solides Widerstandsniveau darstellt und der Markt vor einer erneuten Überwindung Zeit zur Verarbeitung des Kursanstiegs braucht.
Laut HSBC-Bericht sank der VIX-"Angstindex" seit April kontinuierlich und liegt aktuell bei etwa 15%, also fast halb so hoch wie zum damaligen Höchststand. Normalerweise wirkt ein niedriger VIX negativ auf Gold, aber HSBC argumentiert, dass ein niedriger VIX, falls er teilweise auf die Erwartung sinkender Ölpreise auf Vorkonfliktniveau zurückzuführen ist, für Gold nicht unbedingt ein negatives Signal darstellt.
Im Bereich Silber und Platingruppenmetalle merkt HSBC an, dass Silber derzeit überbewertet und seine Entwicklung stark vom Goldpreis abhängig ist, sodass kurzfristige Kurskorrekturen wahrscheinlich sind, aber kein Trendwechsel zu erwarten ist. Nach einem bewegten Sommer für Platinmetalle steht nun eine ruhigere Phase bevor; die Absicherungsnachfrage aus Industrie und Automobilsektor ist niedrig und das Aufwärtspotenzial für diesen Monat begrenzt.
Bullishe Kräfte dominieren: Positionsdaten zeigen weiterhin Vorteile für die Bullen
Laut den auf den 4. August datierten CFTC-Berichten beträgt die spekulative Netto-Long-Position für Gold an der Nymex 22,65 Millionen Unzen, eine Zunahme um 1,42 Millionen Unzen gegenüber dem vorherigen Bericht. Die Long-Positionen erreichen 27,15 Millionen Unzen, die Short-Positionen liegen bei 4,51 Millionen Unzen – der Vorteil liegt klar auf Seiten der Long-Positionen. Auch die Netto-Long-Position für Silber beträgt 202,11 Millionen Unzen, ein Anstieg um 8,07 Millionen Unzen.
Gerade diese hohen Long-Positionen bergen im Falle enttäuschender CPI-Daten ein potenzielles Risiko für Verkaufsdruck. Kommt es zu Gewinnmitnahmen, könnten die angesammelten Long-Positionen den Preisrückgang beschleunigen. Für Investoren stellen die CPI-Daten von heute Abend nicht nur ein makroökonomisches Signal dar, sondern auch einen Stresstest für die Belastbarkeit der aktuellen Long-Positionen beim Gold.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Die jüngste Einschätzung von Goldman Sachs: Steigende Zinssätze ≠ Rückgang der US-Aktien, Gewinnwachstum ist der Schlüssel zum Bullenmarkt.
Goldman Sachs ist der Ansicht, dass hohe Zinssätze Gegenwind für den Aktienmarkt darstellen, aber keinen Bullenmarkt beenden. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe ist auf 5,3% gestiegen, aber historische Daten zeigen, dass die durchschnittliche Rendite der US-Aktien 12 Monate nach einer Zinserhöhung +9% beträgt. Die Bilanzen der Unternehmen sind auf dem stärksten Stand seit 20 Jahren, Investitionen in KI und eine Welle von Übernahmen treiben die Gewinnerwartungen weiterhin an. Es wird erwartet, dass der Gewinn pro Aktie im S&P 500 im Jahr 2026 340 US-Dollar erreichen wird, ein Wachstum von 24% gegenüber dem Vorjahr.
Die Wall Street fügt Lululemon (LULU.US) einen weiteren Short hinzu! Nachdem der Aktienkurs seit dem Höchststand um 81% eingebrochen ist, warnt BMO vor weiteren schwierigen Zeiten.
BMO Capital Markets ist der Ansicht, dass die Rückkehr von Lululemon in die Gewinnzone weder ein schneller noch ein leichter Prozess sein wird. Das Unternehmen für Sportbekleidung überlässt den Wettbewerbern zunehmend Marktanteile, und der Rückgang der Verkaufszahlen verschärft sich weiterhin.


Wird das "Abfederungspolster" der US-Aktien verschwinden?

