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Der Philadelphia Semiconductor Index steht kurz davor, in den „Bullenmarkt“ zurückzukehren, Analysten dämpfen jedoch die Erwartungen.

Der Philadelphia Semiconductor Index steht kurz davor, in den „Bullenmarkt“ zurückzukehren, Analysten dämpfen jedoch die Erwartungen.

华尔街见闻华尔街见闻2026/08/13 13:46
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Der US-amerikanische Chip-Sektor ist, angetrieben von starken Quartalsberichten, kräftig zurückgeprallt und nur noch einen Schritt vom technischen Bullenmarkt entfernt. Gleichwohl warnen einige Analysten, dass aufgestaute Bestellungen nicht zwangsläufig bereits realisierte Umsätze bedeuten und die Nachhaltigkeit der Investitionen in KI-Infrastruktur weiterhin fraglich ist.

Am Mittwoch schloss der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) 2,49% im Plus bei 12.399,38 Punkten, und liegt damit nur noch etwa 1,1% unter den 12.536,99 Punkten, die für den Eintritt in einen Bullenmarkt erforderlich sind. Die aktuelle Aufwärtsbewegung wurde von den Quartalsberichten von CoreWeave, Super Micro Computer und Lumentum ausgelöst. Alle drei Unternehmen zeigten weiterhin starke KI-Ausgaben; die Aktienkurse stiegen an einem Tag jeweils um rund 19%, 19% und 13%.

Dennoch bremste Dan Kemp, Gründer der Anlageberatung Portfolio Thinking, die Markteuphorie etwas.

Er wies darauf hin, dass CoreWeave die für das gesamte Jahr geplanten Investitionsausgaben von 31 bis 35 Milliarden US-Dollar auf 35 bis 39 Milliarden US-Dollar erhöht hat, während der Umsatzausblick „weit vorsichtiger“ blieb. Zudem hatte das Unternehmen im letzten Quartal Nettozinsaufwendungen von 640 Millionen US-Dollar bei einem bereinigten operativen Gewinn von nur 128 Millionen US-Dollar. Er betonte: „Wir sehen bislang keine Konsum- und Firmenausgaben in dem Umfang, der derart große Verpflichtungen stützen könnte.“

Der Philadelphia Semiconductor Index steht kurz davor, in den „Bullenmarkt“ zurückzukehren, Analysten dämpfen jedoch die Erwartungen. image 0

KI-Wertschöpfungsketten: Quartalsberichte beleben die Stimmung im Sektor

Am Mittwoch war die Kursrallye bei Chip-Aktien breit gestreut. Im Speicherchip-Segment legte Sandisk um etwa 6% und Micron Technology um rund 5% zu; die American Depositary Receipts von SK Hynix stiegen um 9%. Marktführer bei KI-Chips, Nvidia, verzeichnete ein Plus von 3%.

Der unmittelbare Auslöser dieser Aufwärtsbewegung waren mehrere Quartalsberichte, die am Dienstag nach Börsenschluss veröffentlicht wurden. Brian Mulberry, Chef-Marktstratege bei Zacks Investment Management, erklärte schriftlich, diese Berichte „helfen zu bestätigen, dass sich der Bereich der KI-Investments verbreitert, nicht nur wächst“.

Er führte aus, dass CoreWeave die anhaltend starke Nachfrage nach GPUs bestätigt habe, während Lumentum zeige, wie diese Nachfrage auch das Bedürfnis nach Stromversorgung und Betrieb von Rechenzentrumsinfrastruktur vorantreibt.

Auch Dan Kemp stimmte zu, dass Unternehmen wie CoreWeave oder Super Micro, die in der nachgelagerten KI-Industriekette tätig und für die Verbindung und Installation von Chips verantwortlich sind, Investoren einen Einblick in die tatsächliche Chip-Nachfrage geben und damit die positive Stimmung im Sektor weiter unterstützen.

Darüber hinaus vertritt er die Ansicht, dass die am Mittwoch veröffentlichten Verbraucherpreisindexdaten (CPI) der USA weitgehend den Erwartungen an der Wall Street entsprachen und damit den Kursanstieg bei Halbleiterwerten unterstützten.

Zweifel an der Aussagekraft von Auftragsüberhängen

Trotz der positiven Stimmung am Markt hegen manche Analysten weiter Zweifel an der Aussagekraft von aufgestauten Bestellungen. CoreWeave und Super Micro hoben in ihren Quartalsberichten ihre wachsenden Auftragspolster hervor; Super Micro betonte, dass neue Bestellungen im Juni-Quartal mehr als 60 Milliarden US-Dollar betrugen.

Dan Kemp steht diesen Zahlen kritisch gegenüber, weil manche Aufträge auch storniert oder aufgeschoben werden könnten. „Investoren dürfen große Auftragsüberhänge als positives Signal sehen, sollten sie jedoch als eine Bandbreite möglicher Ergebnisse und nicht als gesicherte Umsätze bewerten“, sagte er.

Er ergänzte, für langfristige Anleger sei entscheidend, ob die Nachfragedynamik schneller wachse als die in den Kursen eingepreiste Erwartung. Er sagte: „In dieser Hinsicht sind die vorliegenden Belege längst nicht so überzeugend.“

Fundamentale Unterschiede: Nicht alle Chip-Aktien profitieren gleichermaßen

Brian Mulberry betont, dass nicht alle Chiphersteller gleichermaßen vom aktuellen KI-Boom profitieren können und letztlich die Fundamentaldaten wichtiger sind als bloße Kursdynamik. Anleger suchten derzeit nach beschleunigtem Wachstum und nicht nach kurzfristigen Kurssprüngen.

Seiner Ansicht nach gehören Nvidia, Broadcom und der Glasfasernetz-Anbieter Coherent – dessen Aktie am Mittwoch über 8% zulegte – zu den Unternehmen mit den solidesten Fundamentaldaten. Auch Dan Kemp teilt diese Sicht und hält die Übereinstimmung von Wachstumsgeschwindigkeit und Bewertung für den entscheidenden Faktor bei der Beurteilung des langfristigen Anlagewerts.

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