Nur einen Monat nach massiven Verlusten kehrt der Hedgefonds Situational Awareness mit großen Käufen von Call-Optionen auf den Markt zurück und wettet dabei auf Unternehmen der AI-Industriekette wie SanDisk (SNDK.US).
Der Hedgefonds Situational Awareness, der Ende Juli aufgrund hoher Investitionen in KI und hoher Hebelwirkung massive Verluste erlitt und fast zusammenbrach, kehrt nun wieder auf den Markt zurück.
Die APP von Zhihu Finance erfuhr, dass der Hedgefonds Situational Awareness, der Ende Juli aufgrund seiner massiven KI-Positionen und hoher Hebelwirkung enorme Verluste erlitt und kurz vor dem Kollaps stand, nun wieder aggressiv am Markt zurück ist. Insider zufolge hat der von dem ehemaligen OpenAI-Forscher Leopold Aschenbrenner gegründete KI-Themenfonds kürzlich erneut massiv Call-Optionen gekauft und setzt dabei auf Unternehmen aus dem KI- und zugehörigen Sektor wie AMD (AMD.US), Bloom Energy (BE.US), CoreWeave (CRWV.US), SK Hynix (SKHY.US) und SanDisk (SNDK.US).
Berichten zufolge fanden diese Transaktionen hauptsächlich in der vergangenen sowie zu Beginn dieser Woche statt. Reporter David Faber berichtete, dass Aschenbrenner diesmal bereits Optionspositionen im Wert von mehreren Hundert Millionen US-Dollar erworben habe – ein beachtliches Volumen. Faber erklärte: „Es scheint, dass er zu dem Geschäft zurückkehrt, das zuvor enorme Gewinne brachte, bis es im Juli zum Einbruch kam.“
Das bedeutet, dass Situational Awareness nach der großangelegten Enthebelung und Liquidierung von Aktienpositionen Ende Juli nur etwas mehr als einen Monat später wieder Risiken übernimmt – erneut in seinem vertrautesten Bereich, dem KI-Handel.
Im Gegensatz zum direkten Rückkauf großer Aktienmengen hat Situational Awareness diesmal das Engagement hauptsächlich über Call-Optionen aufgebaut. Die jüngsten Wetten des Fonds decken verschiedene Segmente der KI-Lieferkette ab: KI-Chips, Rechenzentrumsinfrastruktur, Stromversorgung und Speicher. AMD ist ein wichtiger Akteur im Bereich KI-Chips, CoreWeave bietet Infrastruktur für KI-Cloud-Computing, Bloom Energy profitiert vom steigenden Strombedarf für Rechenzentren, während SK Hynix und SanDisk KI-Speicher und zugehörige Sektoren abdecken.
Situational Awareness erzielte zuvor genau durch aggressive Wetten auf die KI-Lieferkette erstaunliche Renditen. Laut einem von Medien eingesehenen Investorenbrief stieg die Rendite des Fonds von Jahresbeginn bis Ende Juni zeitweise auf 439 %.
Das Fondsvermögen, das erst seit etwa zwei Jahren existiert, wuchs entsprechend rapide. Berichten zufolge überschritt das verwaltete Vermögen zeitweise 20 Milliarden US-Dollar. Aschenbrenner selbst wurde durch seinen 2024 veröffentlichten Artikel „Situational Awareness“ im Silicon Valley bekannt, in dem er tiefgreifende wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz prognostizierte.
Hinter den hohen Renditen verbarg sich jedoch ein enorm großes Risiko. Situational Awareness nutzte eine erhebliche Hebelwirkung, um die KI-Renditen zu maximieren, und hielt hochkonzentrierte Positionen, vor allem in Halbleitern und anderen KI-bezogenen Vermögenswerten. Als Technologiewerte Ende Juli massiv verkauft wurden, gerieten die Fondspositionen schnell unter Druck und führten schließlich zur Liquiditätskrise.
In der Folge war Situational Awareness gezwungen, das Portfolio an börsennotierten Anlagen drastisch zu verkleinern und verkaufte Aktienpositionen im Wert von über 4 Milliarden US-Dollar an das von Ken Griffin geführte Citadel. Es handelte sich dabei überwiegend um Beteiligungen an KI- und Halbleiterunternehmen. Citadel baute danach das Risiko in diesen Bereichen rasch ab, während Situational Awareness Beteiligungen vor allem an privaten Unternehmen wie Anthropic sowie einige wenige börsennotierte Positionen behielt.
Trotz dieser heftigen Erschütterung zog sich Situational Awareness nicht aus dem Markt zurück. Aschenbrenner teilte Investoren Anfang dieses Monats mit, dass der Fonds nach dem starken Einbruch im Juli bislang im Jahr immer noch eine positive Rendite von etwa 80 % erzielt habe.
Der nun erfolgte groß angelegte Zukauf von Call-Optionen zeigt, dass Aschenbrenner sein Risiko im öffentlichen Markt wieder deutlich erhöht. Besonders bemerkenswert ist, dass es sich nicht um eine vorsichtige, kleine Rückkehr handelt. Laut Berichten wurden bereits Optionsprämien im Wert von mehreren Hundert Millionen US-Dollar eingesetzt – das Engagement von Situational Awareness im KI-Sektor dürfte damit wieder beträchtlich sein.
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