Das weltweite verwaltete Vermögen von Gold-ETFs erreicht ein Rekordhoch – Institutionen: Kurzfristiger Druck auf den Goldpreis ändert nichts am langfristigen Anlagewert
Seit August verzeichnen Gold-ETFs kontinuierliche Mittelzuflüsse. Bis zum 14. September belief sich der Nettozufluss bei inländischen goldbezogenen ETFs auf über 10 Milliarden RMB. Zeitgleich lag der weltweite Nettozufluss in physische Gold-ETFs im August bei rund 18 Milliarden US-Dollar.
In letzter Zeit haben steigende Ölpreise und die Erwartung erhöhter Zinssätze durch die Federal Reserve den Goldpreis kurzfristig unter Druck gesetzt. Aus mittlerer bis langer Sicht gehen jedoch viele Institute davon aus, dass Käufe durch Zentralbanken, die Diversifizierung der Reserven und eine hohe Nachfrage nach Absicherung weiterhin Unterstützung für Gold bieten werden.
Nettozufluss von über 10 Milliarden RMB seit August
Seit August verzeichnen die goldbezogenen ETFs am inländischen Markt anhaltende Kapitalzuflüsse. Wind-Daten zufolge beliefen sich die kumulierten Nettozuflüsse von 13 goldbezogenen ETFs bis zum 14. September auf insgesamt 14,707 Milliarden RMB, wobei das gesamte Fondsvolumen 271,294 Milliarden RMB erreichte. Im Einzelnen verzeichnete Gold-ETF HuaAn einen Nettozufluss von 8,73 Milliarden RMB, Gold-ETF Guotai 2,924 Milliarden RMB, Gold-ETF E Fund 1,469 Milliarden RMB und Gold-ETF China Asset Management 1,375 Milliarden RMB – führende Produkte zeigten eine besonders starke Kapitalanziehung.
Gleichzeitig zeigt ein Bericht des World Gold Council, dass im August weltweit ein Nettozufluss von etwa 18 Milliarden US-Dollar in physische Gold-ETFs erfolgte. Dies ist der zweithöchste monatliche Nettozufluss der Geschichte. Das weltweit durch Gold-ETFs verwaltete Vermögen stieg im Monatsvergleich um 16% auf 615 Milliarden US-Dollar, der Goldbestand erhöhte sich um 121 Tonnen auf 4.189 Tonnen – dies stellt einen neuen Rekord dar.
Regional betrachtet verzeichneten die europäischen Gold-ETFs im August Zuflüsse von 7,9 Milliarden US-Dollar und erreichten ein historisches Hoch. In Nordamerika betrug der Nettozufluss 7,7 Milliarden US-Dollar; in Asien wurden 2 Milliarden US-Dollar verzeichnet, ein Höchstwert seit Februar dieses Jahres.
Institutionen sehen langfristige Unterstützung für den Goldpreis
In letzter Zeit sind die internationalen Ölpreise weiterhin gestiegen. Bis 20 Uhr (UTC+8) am 15. September notierten Brent Rohöl-Futures bei etwa 105,5 US-Dollar pro Barrel und legten im Tagesverlauf zeitweise um mehr als 2% zu. Gleichzeitig notierte der Spot-Goldpreis in London bei 4.284,345 US-Dollar pro Unze und setzte damit seinen Abwärtstrend fort.
Die durch steigende Ölpreise ausgelösten Inflationssorgen und die Erwartung einer geldpolitischen Straffung zählen zu den wichtigsten kurzfristigen Einflussfaktoren auf den Goldpreis. Liu Tingyu, Fondsmanager des Gold Equity ETF der Yongying Fund, erklärte gegenüber einem Reporter der Shanghai Securities News, dass die zuletzt gestiegenen Energiepreise die Inflation anheizen und die Marktanforderungen für Zinserhöhungen durch die Federal Reserve verstärken und damit den Goldpreis kurzfristig belasten.
„Kurzfristig reagiert Gold sehr sensibel auf Veränderungen der kurzfristigen Zinssätze. Bis zur Sitzung der Federal Reserve in dieser Woche könnten starke Schwankungen bei Zinserwartungen das Aufwärtspotenzial des Goldpreises weiter begrenzen; sollten die Ergebnisse der Sitzung eher dovish ausfallen oder geopolitische Risiken weiter zunehmen, könnte der Goldpreis jedoch eine Aufwärtskorrektur erfahren“, sagte ein Vertreter des Guotai Fund gegenüber Reportern.
Ob diese kurzfristige Belastung anhält, hängt jedoch auch vom geldpolitischen Handlungsspielraum bei steigenden Energiepreisen ab. Laut Liu Tingyu kann eine Zinserhöhung die Nachfrage bremsen, jedoch nur schwer den Angebotsdruck mindern. Begrenzte Möglichkeiten bei langfristigen Staatsschulden und Haushaltsdefiziten schränken fortgesetzte Zinserhöhungen durch die Federal Reserve ein. Sollten weitere Zinserhöhungen zu Stagflation führen, könnte dies ebenfalls Gold zugutekommen, wodurch das Langzeit-Investmentargument für Gold weiterhin Bestand hat.
Auch mittelfristig und langfristig gibt es für Gold unterstützende Nachfragetreiber neben den Zinssätzen. China Asset Management erklärte: „Die Käufe der Zentralbanken sorgen für strukturelle Nachfrage nach Gold; fiskalische Belastungen und die Neubewertung von US-Dollar-Anlagen erhöhen die Anforderungen an eine diversifizierte Vermögensallokation. Gold ist wegen des Fehlens von staatlichen Kreditrisiken ein wichtiges Instrument zur Diversifizierung. Zudem verstärken geopolitische Spannungen und Risiken in der Schifffahrt die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.“
Verantwortlicher Redakteur: Jiang Yuhan

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