Nach der Zinserhöhung fließen fast 1,7 Milliarden in Gold, wer kauft immer mehr, wenn der Preis fällt?
Quelle: Finanznachrichten
Der antizyklische Kauf ist keine kurzfristige Impulsentscheidung: Daten zeigen, dass der Gold-ETF Hua'an in den letzten drei, fünf und zwanzig Tagen jeweils Nettomittelzuflüsse verzeichnet hat und bereits zehn aufeinanderfolgende Handelstage Nettozeichnungen erhalten hat; beim Goldaktien-ETF Yongying erreichte die Nettokaufmenge in den letzten drei Tagen 457 Millionen Anteile.
In den vergangenen über 30 Stunden hat der internationale Goldpreis eine Achterbahnfahrt mit einem raschen Einbruch und einer ebenso schnellen Erholung erlebt. Nach der Veröffentlichung der Zinserhöhung durch die Federal Reserve fiel der Spot-Goldpreis zeitweise um über 100 US-Dollar und erreichte einen Tiefststand von 4.234 US-Dollar pro Unze. Danach erholte sich der Preis schnell und stieg wieder über 4.330 US-Dollar.
Am 18. September schwankte der internationale Goldpreis weiter; London-Gold-Spot und COMEX-Gold-Futures bewegten sich wiederholt um die 4.350 US-Dollar-Marke. Die Marktstimmung übertrug sich schnell auf den heimischen Kapitalmarkt: In der heutigen Morgenhandelsphase eröffneten goldbezogene Aktien in China hoch und fielen im Verlauf, mehrere Goldaktien drehten ins Minus.
Angesichts der starken Schwankungen des Goldpreises senden die Mittelbewegungen jedoch ein ganz anderes Signal. iFinD-Daten zeigen, dass am 17. September der Goldaktien-ETF Yongying einen Nettozufluss von 969 Millionen Yuan am Tag verzeichnete; der Gold-ETF Hua'an folgte dicht darauf mit ebenfalls 697 Millionen Yuan Nettomittelzufluss.
Der antizyklische Kauf ist keine kurzfristige Impulsentscheidung: Daten zeigen, dass der Gold-ETF Hua'an in den letzten drei, fünf und zwanzig Tagen jeweils Nettomittelzuflüsse verzeichnet hat und bereits zehn aufeinanderfolgende Handelstage Nettozeichnungen erhalten hat; beim Goldaktien-ETF Yongying erreichte die Nettokaufmenge in den letzten drei Tagen 457 Millionen Anteile. Auch wenn in den letzten 20 Tagen eine Netto-Rückgabe vorherrschte, zeigt die schnelle Rückkehr von kurzfristigen Mitteln in gewissem Maße,
Unter Bezugnahme auf den CNI Shanghai-Shenzhen-Hongkong-Gold-Industrie-Index lag das rollierende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Indexes zum 17. September bei etwa 17,7, auf einem relativ niedrigen Stand im letzten Jahr. Betrachtet man einen längeren Zeitraum, fiel das rollierende KGV des Indexes Ende Juni 2026 auf bis zu 16, von extremer Unterbewertung zu einer teilweisen Rückkehr zum Normalwert; Goldaktien haben eine klare Erholung erlebt, liegen aber noch entfernt vom Höchststand zu Jahresbeginn.
Das im März 2026 vom Forum der vierzig chinesischen Finanzexperten (CF40) veröffentlichte Forschungsbericht „Neubewertung von sicheren Anlageklassen“ betont,
Gleichzeitig sorgt der anhaltende Trend globaler Zentralbanken zum Goldkauf für eine solide Basis des Goldpreises. Daten des World Gold Council zeigen, dass im zweiten Quartal dieses Jahres weltweit 289 Tonnen Netto-Gold von Zentralbanken gekauft wurden – das stärkste zweitquartalige Ergebnis seit Einführung der Aufzeichnung.
In China hat die Zentralbank bereits 22 Monate in Folge ihre Goldreserven erhöht. Bis Ende August 2026 betrugen die Goldreserven 76,73 Millionen Unzen (ca. 2.386,57 Tonnen), ein Zuwachs von 650.000 Unzen (ca. 20,22 Tonnen) gegenüber Ende Juli, womit das monatliche Kaufvolumen seit Oktober 2023 einen neuen Höchstwert erreichte. Seit der Wiederaufnahme von Goldkäufen im November 2024 beschleunigt sich das Kauftempo: Von März bis August 2026 stieg die monatliche Goldankaufmenge kontinuierlich von 160.000 auf 650.000 Unzen.
Die im Juni veröffentlichte Umfrage des World Gold Council zeigt, dass fast 90 Prozent der befragten Zentralbanken erwarten, dass die weltweiten Goldreserven der Zentralbanken in den kommenden 12 Monaten weiter zunehmen werden. 45 Prozent der Zentralbanken planen sogar, im nächsten Jahr Gold zu kaufen – das ist ein Rekordwert in der Geschichte dieser Umfrage.
Die Erwartungen des Marktes bezüglich der zukünftigen Entwicklung des Goldpreises sind ebenfalls unterschiedlich: Ein aktueller Research-Bericht von CICC geht davon aus, dass auf Basis der US-Staatsanleihenrendite und des Dollar-Wechselkurses die Unterstützung für Gold bei etwa 4.200–4.500 US-Dollar liegt und der Abwärtsdruck relativ überschaubar ist, es sei denn, es kommen weitere Zinserhöhungen. Der Abschluss weiterer Zinserhöhungen schwächt zwar kurzfristig die Dynamik des „Entdollarisierungs“-Narrativs, aber die mittelfristige Investitionslogik für Gold bleibt erhalten; nach der vorangegangenen Korrektur ist das Zeitfenster für eine erneute Investition wieder geöffnet.
Li Chong, Co-Chief Analyst für Makroökonomie im Ausland bei CITIC Securities, äußert, dass das „Dot-Plot“ ein restriktives Signal sendet: Er rechnet mit einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte in diesem Jahr, für das nächste Jahr aber mit einer Stabilisierung. In diesem Umfeld seien die kurzfristigen Bedingungen für eine Erholung des Goldpreises fragil. Auch ein früherer Research-Bericht von CITIC Securities stellt klar: Sollte sich die Zinserhöhungserwartung grundlegend ändern, könne der Goldpreis zurück in den Bereich von 4.500–5.000 US-Dollar pro Unze steigen.
Verantwortlicher Redakteur: Zhu Hanan
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