US-Spot-ETFs auf Ether haben in der Handelswoche bis zum 18. September 2026 unter dem Strich 140 Millionen US-Dollar verloren, wie aus der wöchentlichen Flussauswertung von The Block vom 19. September 2026 hervorgeht. Es ist die erste negative Woche seit jener, die am 14. August endete, und sie beendet eine Serie von vier Zuflusswochen. Zur selben Zeit notiert Ether am Montagmorgen, dem 21. September, laut CoinGecko bei 2.703,62 US-Dollar und damit 5,10 Prozent über dem Stand von 24 Stunden zuvor. Kurs und Kapitalstrom aus den US-Fonds zeigen in dieser Woche also in unterschiedliche Richtungen.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Der Nettoabfluss von 140 Millionen US-Dollar bezieht sich auf die volle Handelswoche bis zum 18. September 2026. Die vier vorangegangenen Zuflusswochen hatten zusammen 1,94 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Am letzten Handelstag dieser Woche, dem Freitag, flossen den Ether-Fonds bereits wieder 143,8 Millionen US-Dollar zu – der Wochenverlust wurde damit fast, aber nicht vollständig ausgeglichen. Für Privatanleger in Deutschland sind diese US-Spot-ETFs ohnehin in aller Regel nicht direkt kaufbar; relevant sind hierzulande Krypto-ETPs oder der direkte Coin-Kauf.
Was der ETF-Nettofluss tatsächlich misst
Nettofluss bezeichnet die Differenz aus neu ausgegebenen und zurückgegebenen Fondsanteilen in einem Zeitraum, umgerechnet in Dollar. Die Kennzahl misst, wie viel frisches Geld in die Fondsstruktur hinein- oder aus ihr herausfließt, sagt aber nichts über die Wertentwicklung des bereits gehaltenen Ethers aus. Dass die 143,8 Millionen US-Dollar vom Freitag den Wochenverlust nur knapp verfehlten, zeigt zudem, wie stark der Blick auf einzelne Tage vom Blick auf die Woche abweichen kann.
Bei den Bitcoin-Fonds fiel der Kontrast in derselben Woche noch schärfer aus: Am 18. September flossen ihnen 433 Millionen US-Dollar zu, über die gesamte Woche blieb davon aber nur ein Nettozufluss von 6,2 Millionen US-Dollar übrig. Ähnliche Muster bei abnehmender institutioneller Nachfrage beschreibt der Beitrag zu Bitcoin-ETF-Abflüssen. Für deutsche Anleger bleibt zudem entscheidend, dass die US-Spot-ETFs nicht nach europäischem Recht aufgelegt sind und kein PRIIPs-Basisinformationsblatt liefern; hierzulande handelbar sind stattdessen Krypto-ETPs, häufig als ETN ausgestaltet, also als Schuldverschreibung des Emittenten mit Abbildung des Ether-Kurses.
Warum steigender ETH-Kurs und ETF-Abfluss zusammenpassen
Gemessen an den 1,94 Milliarden US-Dollar der vorangegangenen vier Wochen ist der Abfluss von 140 Millionen US-Dollar eher eine Unterbrechung als ein Einbruch. Ether liegt mit 2.703,62 US-Dollar zugleich 5,80 Prozent über dem Wochenvergleich, aber noch gut 45 Prozent unter dem Allzeithoch vom 24. August 2025. Auffällig ist, dass im selben Zeitfenster auch Bitcoin, XRP und Solana zulegten, was eher auf eine breitere Risikoneigung im Markt als auf ein isoliertes ETH-Signal hindeutet – ein Muster, das bereits frühere Analysen zu ETH-Zuflüssen und Kursbewegung sowie Betrachtungen zu ETF-Zuflüssen als Kurstreiber beschrieben haben.
ETF-Flüsse erfassen zudem nur die Nachfrage aus dem regulierten Fondsmantel, nicht aber jene über Handelsplattformen, europäische ETPs oder direkte Käufe von Unternehmen. Eine einzelne Abflusswoche taugt deshalb kaum als verlässliche Richtungsanzeige für den Kurs.
Marken und persönliche Fristen im Blick
Nach oben gilt die Zone um 2.750 bis 2.800 US-Dollar als nächster Bezugspunkt, an dem Ether in den vergangenen Wochen mehrfach scheiterte; darüber liegt die runde Marke von 3.000 US-Dollar. Nach unten markiert der Bereich um 2.600 US-Dollar den ersten Referenzpunkt, da er vergangene Woche von Widerstand zu Unterstützung wurde. Diese Marken sind Orientierungspunkte aus dem bisherigen Kursverlauf, keine Vorhersage; entscheidend bleibt, ob auf die vier Zuflusswochen und den jüngsten Abfluss weitere Abflusswochen folgen oder die Nachfrage wieder anzieht.
Für Direkthalter in Deutschland ist ohnehin weniger der Wochenfluss als die eigene Steuer- und Verwahrsituation relevant. Nach Paragraf 23 EStG bleibt ein Gewinn nach zwölf Monaten Haltedauer steuerfrei, weshalb saubere Anschaffungsdaten wichtig sind; bei ETNs entscheidet der im Basisinformationsblatt genannte Lieferanspruch darüber, ob die gleiche Frist greift oder die Abgeltungsteuer fällig wird.

