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Bei 86.000 Dollar: Neue Hebelwetten treiben Bitcoin höher

Bei 86.000 Dollar: Neue Hebelwetten treiben Bitcoin höher

KryptoszeneKryptoszene2026/09/22 20:36
Von:Kryptoszene

Bitcoin markierte am Montag mit 86.000 US-Dollar ein neues Achtmonatshoch und überwand damit die 82.000-Dollar-Marke, die den Kurs seit August gedeckelt hatte. Nach Daten von CoinGlass wurden beim Durchbruch rund 750 Millionen US-Dollar an bärischen Krypto-Derivatepositionen liquidiert. Gleichzeitig kamen laut Coinalyze seit dem Ausbruch etwa 2 Milliarden US-Dollar an neuem gehebeltem Futures-Exposure hinzu – ein Hinweis darauf, dass der Anstieg nicht allein von schließenden Shorts, sondern zunehmend auch von frischen Wetten getragen wird.

Die wichtigsten Signale im Überblick

Der Ausbruch über 82.000 US-Dollar löste eine Kaskade von Zwangsliquidationen aus, die den Kurs zusätzlich beschleunigte. Rund 750 Millionen US-Dollar bärischer Positionen wurden dabei vom Markt gefegt, während das Open Interest bei Bitcoin-Futures parallel um etwa 2 Milliarden US-Dollar zulegte.

Als nächste Beobachtungsmarken gelten 87.000, 90.000 und rund 92.000 US-Dollar. Ob diese Marken tatsächlich erreicht werden, dürfte davon abhängen, ob Spot- und ETF-Nachfrage mit der Derivate-Rallye Schritt halten.

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Short-Liquidationen und Futures-Open-Interest als primäres Signal

Liquidierte Short-Positionen zwingen Börsen dazu, Kauforders auszuführen, um die offenen Wetten zu schließen – das verstärkt eine bereits laufende Aufwärtsbewegung zusätzlich. Genau dieser Mechanismus dürfte laut Jim Ferraioli, Head of Crypto Research bei Schwab, hinter dem Sprung von rund 5 Prozent am Montagmorgen gesteckt haben: Er führt den Anstieg direkt auf die Liquidation von Short-Positionen in Perpetual-Futures-Kontrakten zurück.

Bemerkenswert ist, dass das Open Interest, also der Gesamtwert offener Derivatekontrakte, seit dem Ausbruch schneller wuchs als der Bitcoin-Kurs selbst. Nach Daten von Coinalyze kamen rund 2 Milliarden US-Dollar an neuem gehebeltem Exposure hinzu – ein Hinweis darauf, dass Trader trotz der ausgelöschten Shorts bereits wieder frische, gehebelte Wetten platzieren. Wie stark ein solcher Hebelaufbau die nächste Marktbewegung beeinflussen kann, erläutert ein aktueller Artikel zum explodierenden Open Interest.

Warum 90.000 Dollar möglich, aber noch nicht bestätigt sind

Nicolai Sondergaard, Senior Research Analyst bei Nansen, nennt 87.000 US-Dollar als nächste Marke, gefolgt von der psychologisch wichtigen 90.000-Dollar-Marke und schließlich rund 92.000 US-Dollar. Stützung erhält dieses Szenario durch die Rückeroberung des gleitenden 50-Wochen-Durchschnitts, einer langfristigen Trendlinie, die in früheren Bärenmärkten wiederholt als Widerstand fungierte.

Jasper De Maere, OTC-Trader bei Wintermute, wertet diese Rückeroberung als mögliches Bestätigungssignal und hält einen Test der 90.000-Dollar-Marke für möglich. Mehr zur technischen Bedeutung dieser Trendlinie liefert eine separate Einordnung des übergeordneten Bitcoin-Trends. Sondergaard weist zugleich darauf hin, dass sich die krypto-native Positionierung langsamer von bärisch zu bullisch dreht als der Preis selbst – der Kurs sei schneller bullisch geworden als die Positionierung der Marktteilnehmer.

ETF- und Spot-Flows als Gegenindikator

Getragen wurde die Rallye laut CoinDesk durch eine Mischung aus erneuter ETF-Nachfrage und Short-Covering. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Dienstag und Mittwoch zusammen 746 Millionen US-Dollar an Abflüssen, nachdem die Cloture-Abstimmung zum Clarity Act im US-Senat gescheitert war und die Fed die Zinsen anhob.

Die Flows drehten jedoch rasch: Am Donnerstag flossen 160 Millionen US-Dollar zu, am Freitag folgten mit 433 Millionen US-Dollar der stärkste Zuflusstag der Woche, wie Daten von Farside Investors zeigen. Der durchschnittliche Einstandskurs von US-BTC-ETF-Käufern lag zuletzt bei 82.225 US-Dollar – erstmals seit längerer Zeit liegen ETF-Investoren damit wieder im Gewinn.

Sondergaard betont, dass er anhaltende Spot- und ETF-Flows sehen möchte, bevor er den Ausbruch als bestätigt einordnet. Ohne sie könnte die Bewegung zu einer rein hebelgetriebenen Rallye werden, die sich durch höhere Anleiherenditen oder einen weiteren geopolitischen Schock schnell umkehren lässt. Wie stark ETF-Flows und die Fed-Politik die jüngste Erholung bereits beeinflusst haben, zeigt eine ausführlichere Analyse zur Bitcoin-Erholung.

Ausblick: Flows, Funding und Optionen im Blick

Für die kommenden Tage dürften Trader vor allem drei Faktoren beobachten: die ETF-Flussdaten, mögliche Übertreibungen bei Perpetual Futures durch aufgeblähtes Open Interest oder Funding-Raten sowie den Optionsverfall am Freitag. De Maere bezeichnet die Rallye bislang als vergleichsweise gesund.

Chris Sullivan, Co-Portfoliomanager bei Hyperion Decimus, sieht in der Bewegung den Beginn eines neuen bullischen Zyklus, warnt aber zugleich vor einer deutlichen Korrektur, sobald die Rallye ausläuft. Ein neues Allzeithoch oberhalb des Oktober-2025-Hochs von 126.000 US-Dollar noch vor Jahresende hält De Maere hingegen für verfrüht – frühe Bullenmärkte gingen historisch mit erheblicher Volatilität einher.

Quelle: CoinDesk

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