Ethereum Nachrichten heute: EU könnte Ethereum und Solana für den digitalen Euro übernehmen – Eine neue Ära für staatliche Kryptowährungen
- Die EU prüft den Einsatz von Ethereum und Solana für den digitalen Euro und wechselt damit von privaten Blockchain-Modellen zu öffentlichen Netzwerken, um deren Transparenz und globale Zugänglichkeit zu nutzen. - Dieser Schritt steht im Einklang mit den US-Stablecoin-Trends (z. B. USDC) und wirkt dem zentralisierten digitalen Yuan Chinas entgegen, wobei der Fokus auf Datenschutz und finanzieller Souveränität liegt. - Die EZB bewertet die Abwägungen zwischen der Sicherheit und Dezentralisierung von Ethereum und der Geschwindigkeit sowie den niedrigen Gebühren von Solana, mit dem Ziel, die Abhängigkeit von dollar-dominierten Stablecoins zu verringern. - Datenschutzwahrende Technologien (z. B. Zero-Knowledge Proofs) werden berücksichtigt.
Die Europäische Union erwägt Berichten zufolge den Einsatz öffentlicher Blockchain-Netzwerke, darunter Ethereum und Solana, als Grundlage für den kommenden digitalen Euro. Diese Entwicklung markiert eine potenzielle Abkehr von den bislang bevorzugten privaten oder erlaubnisbasierten Blockchain-Modellen für Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs). Laut einem aktuellen Bericht der Financial Times prüft die Europäische Zentralbank (EZB) aktiv, ob der digitale Euro auf einer öffentlichen Blockchain-Infrastruktur bereitgestellt werden soll, was die EU zu einer der ersten Jurisdiktionen machen könnte, die eine offene Blockchain-Architektur für eine staatliche Digitalwährung erforscht [1].
Dieser Schritt spiegelt eine umfassendere Neubewertung der Blockchain-Technologie innerhalb der EZB wider, bei der die Vorteile öffentlicher Blockchains – wie Dezentralisierung, Transparenz und globale Zugänglichkeit – gegen die stärker kontrollierte und eingeschränkte Natur privater Blockchains abgewogen werden. Öffentliche Blockchains wie Ethereum und Solana werden in der Kryptoindustrie bereits weit verbreitet für Stablecoins, dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) und die Ausgabe digitaler Vermögenswerte genutzt und stehen damit im deutlichen Gegensatz zu privaten Systemen, bei denen Zugang und Daten nur einer ausgewählten Gruppe von Institutionen vorbehalten sind [1].
Die vorgeschlagene Neuausrichtung bringt die EU stärker in Einklang mit den marktorientierten Stablecoin-Initiativen der USA, wie denen von Circle (Emittent von USDC) und Paxos (Emittent von PayPal USD), die auf transparenten Blockchains mit überprüfbaren Reserven und automatisierten Smart Contracts operieren. Im Gegensatz dazu betreibt die People’s Bank of China den digitalen Yuan auf einem zentralisierten, erlaubnisbasierten System – ein Modell, das einige europäische Entscheidungsträger nun vermeiden möchten, insbesondere angesichts von Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Transparenz und finanziellem Wettbewerb [1].
Das Interesse der EZB an Ethereum und Solana spiegelt auch die wachsende Besorgnis europäischer Regulierungsbehörden über die Dominanz von Stablecoins wider, die an den US-Dollar gekoppelt sind. Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, warnte, dass der US-Dollar 98 % des Stablecoin-Marktes ausmacht, was langfristige Risiken für die europäische Währungssouveränität und die lokale finanzielle Autonomie birgt [1]. Cipollone betonte die Notwendigkeit einer euro-denominierten Alternative, um die Abhängigkeit von ausländischer Finanzinfrastruktur zu verringern und Europas digitale monetäre Zukunft zu sichern [1].
Ethereum und Solana bieten jeweils unterschiedliche technische und architektonische Vorteile. Ethereum unterstützt mit seiner hohen Sicherheit, Dezentralisierung und dem weit verbreiteten institutionellen Vertrauen bereits bedeutende Stablecoins, die an den Euro und den US-Dollar gekoppelt sind. Solana hingegen zeichnet sich durch niedrige Transaktionsgebühren und eine hohe Durchsatzrate aus, was es für Verbraucherzahlungen und Abwicklungen mit hohem Volumen attraktiv macht. Die EZB bewertet derzeit die Abwägungen zwischen Geschwindigkeit, Dezentralisierung und Compliance auf diesen Plattformen [1].
Trotz des Potenzials eines digitalen Euro auf öffentlicher Blockchain bleiben Datenschutz und Governance zentrale Anliegen. Während öffentliche Blockchains Transparenz bieten, legen sie auch Transaktionsdaten offen, was Überwachungs- und Verbraucherschutzprobleme aufwerfen könnte. Um diese anzugehen, könnte die EZB datenschutzfreundliche Technologien wie Zero-Knowledge-Proofs oder interoperable Privacy-Layer integrieren. Darüber hinaus wird erwartet, dass die EZB strenge Know-Your-Customer-(KYC)- und Anti-Geldwäsche-(AML)-Regeln beibehält, die mit den bestehenden Finanzvorschriften übereinstimmen [1].
Die EZB hat sich verpflichtet, bis Ende 2025 einen Prototyp und einen begrenzten Pilotversuch des digitalen Euro durchzuführen, wobei umfassendere Einsatzdiskussionen für 2026 geplant sind. Die Erkundungsphase ist Teil eines umfassenderen Konsultationsprozesses, der 2021 gestartet wurde und nationale Zentralbanken, EU-Gesetzgeber und Partner aus dem privaten Sektor einbezieht. Bisher konzentrierten sich die Tests auf Offline-Zahlungen, Programmierbarkeit und grenzüberschreitende Anwendungsfälle, wobei die teilnehmenden Banken hybride Modelle unterstützen, die öffentliche Infrastruktur mit zentraler Aufsicht kombinieren [1].
Eine Entscheidung der EU für Ethereum oder Solana würde eine historische Anerkennung der öffentlichen Blockchain-Technologie durch eine der weltweit einflussreichsten Währungsbehörden darstellen. Dies könnte einen Präzedenzfall für andere Jurisdiktionen schaffen, insbesondere in Regionen, in denen öffentliche Chains bereits für Überweisungen, tokenisierte Vermögenswerte und mobile Finanzdienstleistungen genutzt werden. Der Schritt könnte auch die regulatorische Klarheit für öffentliche Chains in Europa beschleunigen, die On-Chain-Euro-Liquidität erhöhen und die institutionelle Teilnahme an DeFi fördern [1].
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