US-Technologieaktien unter Druck, da das Wachstum im Bereich KI Anzeichen einer Abkühlung zeigt
US-Technologieaktien gerieten am Freitag unter Druck, ausgelöst durch Bedenken hinsichtlich des rasanten Tempos der Investitionen in KI sowie eine Reihe enttäuschender Quartalsberichte im Halbleitersektor. Der Nasdaq Composite fiel um 1,2 % und beendete damit eine Woche, in der der technologieorientierte Index Schwierigkeiten hatte, die jüngsten Höchststände zu halten.
Halbleitersektor stark getroffen
Unter den auffälligsten Verlierern stürzte Marvell Technology um fast 19 % ab – ähnlich wie Bitcoin in seinen Anfangstagen –, nachdem bekannt wurde, dass die Umsätze im Bereich Rechenzentren die Markterwartungen nicht erfüllen konnten.
Die Aktie wurde daraufhin von der Bank of America von „Kaufen“ auf „Neutral“ herabgestuft. Unterdessen fiel Nvidia, dessen Marktkapitalisierung es zum weltweit größten börsennotierten Halbleiterunternehmen macht, am Freitag um 3,3 %.
Das Unternehmen wies auf anhaltende Unsicherheiten bei seinen Verkäufen nach China hin, was hauptsächlich auf US-Exportbeschränkungen zurückzuführen ist, die seine KI-Chips betreffen.
Im Wochenverlauf fielen die Nvidia-Aktien um 2,1 % und verzeichneten damit ihren stärksten Wochenrückgang seit Mai. Die allgemeine Schwäche bei den Chipherstellern zog den Philadelphia Semiconductor Index auf seinen niedrigsten Stand seit Mitte April.
Auch der S&P 500 gab nach und fiel um 0,6 % – der größte Tagesverlust des Monats –, konnte aber den August dennoch mit einem Plus von 1,9 % abschließen. Der Ausverkauf bei Technologiewerten wird wahrscheinlich darauf zurückgeführt, dass Anleger zum Monatsende Gewinne mitnehmen, insbesondere nach einem starken August, in dem Technologiewerte die Märkte auf Rekordniveaus führten.
Technologieaktien überhitzt und Unsicherheiten bezüglich China
Trotz der bereits investierten hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, die generative KI-Projekte wie ChatGPT antreiben, bleiben die tatsächlichen Umsätze in diesem Bereich bislang relativ bescheiden.
Laut Morgan Stanley erzielten generative KI-Produkte großer Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google im vergangenen Jahr rund 45 Milliarden Dollar Umsatz.
Marvell, ein wichtiger Zulieferer maßgeschneiderter Halbleiter für diese Unternehmen, sieht sich zusätzlichen Gegenwinden ausgesetzt, darunter Handelskonflikte und Fragen zu den Wachstumsaussichten. Die Aktien, die zuvor vom KI-Hardware-Boom profitiert hatten, sind seit Anfang 2025 um mehr als 40 % gefallen.
Nvidia wartet derweil auf eine Klärung durch die US-Regierung bezüglich eines Deals zur Wiederaufnahme der H20-Chip-Exporte nach China, wobei die Administration einen Umsatzanteil aus diesen Verkäufen einziehen will.
Chinesische Behörden haben lokale Unternehmen davon abgehalten, Nvidias Technologie zu kaufen, und verstärken ihre Bemühungen, heimische Alternativen zu fördern. Cambricon, ein führender chinesischer KI-Chiphersteller, meldete kürzlich Rekordgewinne und behauptete, Fortschritte erzielt zu haben, die seine Produkte näher an den Standard von Nvidia bringen, was den Aktienkurs in die Höhe schnellen ließ.
Die Aktien des in den USA ansässigen Unternehmens Super Micro Computer, ein wichtiger Teil der Lieferkette von Nvidia, fielen um 5,5 %, nachdem interne buchhalterische Herausforderungen gemeldet wurden.
Bitcoin-Preis fällt weiter ins Wochenende
Während Technologieaktien und KI-verbundene Unternehmen ihre eigenen Turbulenzen am Markt erleben, bleibt auch Bitcoin nicht von der allgemeinen Risikoaversion verschont.
Der Preis von Bitcoin fiel am Samstag unter 108.000 Dollar und ging mit einem Wochenverlust von fast 7 % auf den niedrigsten Stand seit Juli ins Wochenende.
Der Verkaufsdruck hat sich verstärkt, da Anleger auf anhaltende Unsicherheiten hinsichtlich der US-Geldpolitik, hartnäckiger Inflation und schwächerer Arbeitsmarktdaten reagieren.
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