Australien führt eine Lizenzbefreiung für Stablecoin-Vermittler ein
- ASIC erlaubt die Verteilung von Stablecoins ohne zusätzliche Lizenz
- Catena Digital und AUDMA als erste Teilnehmer gelistet
- Maßnahme ebnet den Weg für nationale Stablecoin-Gesetzgebung
Die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) hat eine Maßnahme angekündigt, die es Stablecoin-Vermittlern erleichtert, im Land zu operieren. Die neue Klassenbefreiung ermöglicht es bereits lizenzierten Unternehmen, Stablecoins zu vertreiben, ohne zusätzliche behördliche Genehmigungen einholen zu müssen. Die regulatorische Erleichterung tritt in Kraft, sobald sie im Federal Register of Legislation eingetragen ist.
Stablecoin-Vermittler umfassen Kryptowährungsbörsen, Broker und Handelsplattformen, die diese Vermögenswerte Nutzern anbieten, ohne eigene digitale Währungen auszugeben. Laut der Regelung können Unternehmen, die von den Australian Financial Services (AFS) lizenziert sind, fiat-gebundene Stablecoins ohne zusätzliche Markt- oder Clearing-Lizenz anbieten.
Laut ASIC reduziert die Maßnahme vorübergehend Lizenzierungsbarrieren und gewährleistet gleichzeitig den Verbraucherschutz. Die Befreiung ist Teil des Stablecoin Distribution Exemption Instrument, das sekundäre Vertreiber vorübergehend von bestimmten Verpflichtungen befreit, sofern spezifische Bedingungen erfüllt sind, wie etwa die Verpflichtung, Privatkunden das Product Disclosure Statement bereitzustellen. Die Regelung läuft am 1. Juni 2028 aus.
In der Anfangsversion des Instruments wurden Catena Digital Pty Ltd und ihr Stablecoin AUDMA als erster „Nominated Stablecoin“ aufgenommen. ASIC merkte an, dass die Maßnahme auf weitere Emittenten ausgeweitet werden könnte, sobald neue Stablecoins AFS-Lizenzen erhalten.
Die Initiative ist vorübergehend und soll eine Brücke schlagen, bis eine nationale Gesetzgebung verabschiedet wird. Der im März 2025 veröffentlichte Regierungsentwurf schlägt ein zweigleisiges Modell vor, das sowohl digitale Asset-Plattformen (DAPs) als auch Zahlungs-Stablecoins abdeckt. Der Plan sieht vor, dass für das Angebot bestimmter Stablecoins und Wrapped Tokens keine vollständige Finanzmarkt-Lizenzierung erforderlich ist.
Weltweit schreitet die Regulierung von Stablecoins rasch voran. In den Vereinigten Staaten wurde unter Präsident Donald Trump der GENIUS Act verabschiedet, der erste bundesweite Rahmen für die Aufsicht des Sektors. Auch Hongkong und China arbeiten an eigenen Ansätzen und verstärken damit die internationale Bewegung zur Definition spezifischer Regeln für den Stablecoin-Markt.
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