BNY's Pilotprojekt für tokenisierte Einlagen rückt in den regulatorischen Fokus
BNY Mellon testet tokenisierte Einlagen, um Kundenzahlungen über Blockchain-Infrastrukturen abzuwickeln, was Teil der umfassenden Erneuerung seines täglichen Netzwerks im Wert von 2.5 Billionen US-Dollar ist. Regulierungsbehörden wie die EBA und der IWF prüfen, wie programmierbares Geld grenzüberschreitende Abwicklungen beschleunigen und gleichzeitig Liquidität sowie Aufsicht neu gestalten könnte.
BNY Mellon hat bestätigt, dass das Unternehmen tokenisierte Einlagen erforscht, um Kunden zu ermöglichen, Geld über Blockchain-Infrastrukturen zu transferieren. Diese Initiative ist Teil des Plans, ein Zahlungsnetzwerk mit einem täglichen Volumen von 2.5 Billionen US-Dollar zu modernisieren.
Das Pilotprojekt soll zeigen, wie regulierte Einlagen innerhalb von Sekunden statt Tagen abgewickelt werden können, ohne den Schutz des Bankensystems zu verlassen.
BNY untersucht tokenisierte Einlagen im Zuge sich entwickelnder politischer Rahmenbedingungen
Anfang dieses Jahres startete die Bank ihre Digital Asset Data Insights Plattform. Sie überträgt Fondsbuchhaltungsdaten über Smart Contracts an Ethereum, um Transparenz und Genauigkeit zu verbessern.
Source: European Banking Authority Im Juli führte sie ein tokenisiertes Geldmarktfonds-System ein, das gespiegelte Anteile auf GS DAP® aufzeichnet. Diese Struktur ermöglicht nahezu sofortige Abwicklung, während BNY das offizielle Hauptbuch führt.
Intercontinental Exchange (ICE) kündigte eine strategische Investition in Polymarket an, um ereignisgesteuerte Marktdaten zu verbreiten. Zudem wurde eine Zusammenarbeit bei Tokenisierungsprojekten vereinbart – ein weiteres Zeichen dafür, dass die Infrastruktur der Mainstream-Märkte zunehmend blockchain-nativ wird.
Makroprognosen, regulatorische Haltung und Risiken
Die European Banking Authority veröffentlichte ihren Bericht zu tokenisierten Einlagen. Sie fand nur einen aktiven europäischen Anwendungsfall, forderte jedoch gemeinsame Definitionen im Rahmen von MiCAR, um Überschneidungen mit E-Geld-Token zu vermeiden. Die Aufsichtsbehörde warnte außerdem, dass programmierbare Einlagen die Liquidität beeinflussen könnten, was neue aufsichtsrechtliche Leitlinien erfordert.
Source: Dune × RWA 2025 Report Der Dune × RWA 2025 Report zeigte, dass tokenisierte US-Staatsanleihen auf 7.5 Milliarden US-Dollar anstiegen – ein Beweis dafür, dass On-Chain-Abwicklungen über Pilotprojekte hinaus skalieren. Laut Deloitte’s Financial Services Predictions 2025 wird bis 2030 jede vierte großvolumige grenzüberschreitende Überweisung über tokenisierte Infrastrukturen abgewickelt, was Unternehmen rund 12,5 % an Gebühren oder 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr einspart.
Max Gokhman von Franklin Templeton sagte gegenüber BeInCrypto, dass die Tokenisierung „eher auf Einzelhandelsebene beginnt“. Er erklärte, dass Einzelhandelsströme die Liquidität ankurbeln können, bis die institutionellen Märkte ausgereift sind. Seine Sichtweise deckt sich damit, wie tokenisierte Einlagen und ETFs zunächst bei Privatanwendern an Zugkraft gewinnen, während Institutionen auf klarere Regeln und tiefere Sekundärmärkte warten.
Die Fintech Note 2025 des IWF argumentierte, dass Tokenisierung das Abwicklungsrisiko reduziert, indem Vertrauen und Programmierbarkeit in Hauptbücher eingebettet werden. Sie warnte jedoch, dass verbundene Blockchains im Stressfall Ansteckungseffekte schneller verbreiten könnten, wenn die Governance der Technologie hinterherhinkt.
Regulierungsbehörden beobachten die Entwicklung genau. Die EBA warnte, dass programmierbare Funktionen das Einlagenverhalten in Krisenzeiten verändern könnten. Der IWF betonte, dass neue Leitplanken erforderlich sind, um Effizienz und Stabilität auszubalancieren. Für BNY ist das Experiment weniger Hype als vielmehr Infrastruktur – der Beweis, dass tokenisiertes Geld sich so schnell bewegen kann wie Krypto, ohne die Glaubwürdigkeit einer 240 Jahre alten Bank zu verlieren.
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