Lise erhält die erste EU-Lizenz für eine tokenisierte Börse
Die französische Lise Exchange hat als erste Börse in der EU eine Lizenz erhalten, um börsennotierte Aktien vollständig auf der Blockchain zu handeln und abzuwickeln. Unterstützt von der EZB und ESMA führt Lise rund um die Uhr tokenisierte Aktienmärkte mit sofortiger Abwicklung ein und definiert damit Europas Weg zu regulierten digitalen Finanzmärkten neu.
Die französische Lise Exchange ist die erste europäische Plattform, die die vollständige Abwicklung und den Handel von börsennotierten Aktien ausschließlich auf der Blockchain ermöglicht.
Dieser Meilenstein stellt einen bedeutenden Fortschritt in der regulierten digitalen Asset-Infrastruktur der Region dar.
Frankreich führt Europas Wandel zu regulierten 24/7-Digitalmärkten an
Die Autorité de contrôle prudentiel et de résolution (ACPR), die Banque de France und die Autorité des marchés financiers (AMF) haben dem Unternehmen eine DLT Trading and Settlement System (DLT TSS)-Lizenz erteilt. Die Lizenz unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (ECB) und der European Securities and Markets Authority (ESMA).
Lise ist nun die erste Börse, die die Funktionen eines Multilateral Trading Facility (MTF) und eines Central Securities Depository (CSD) kombiniert. Das MTF bringt Käufer und Verkäufer zusammen, während das CSD das Eigentum an nativ tokenisierten Aktien dokumentiert. Diese tokenisierten Aktien existieren ausschließlich als kryptografische Einträge, behalten jedoch alle Aktionärsrechte und ISIN-Codes.
Sofortige Abwicklung trifft institutionelle Regulierung
Der Start erfolgt vor dem Hintergrund eines Booms bei tokenisierten Vermögenswerten. Der RWA Report 2025 zeigt, dass ihr Markt seit Anfang 2024 um 224% gewachsen ist. Die Daten deuten auf eine rasche institutionelle Akzeptanz in den Bereichen Staatsanleihen, Kredite und Aktien hin. Das Modell von Lise könnte diesen Wandel hin zu tokenisierten Aktien innerhalb des regulatorischen Rahmens der EU verankern.
Die Überprüfung des DLT Pilot Regime durch die ESMA im Juni 2025 ergab nur drei aktive Infrastrukturen: CSD Prague, 21X AG und 360X AG. Es wurde empfohlen, die Eintrittsbarrieren zu senken, um große Emittenten anzuziehen. Der Bericht identifizierte außerdem Lise und Kriptown als fortgeschrittene französische Bewerber und betonte, dass der Zugang zu Zentralbankgeld entscheidend für die Skalierung bleibt.
Salman Banaei, General Counsel von Plume, sagte gegenüber BeInCrypto, dass die Einhaltung von KYC, AML, Asset-Backing und transparenter Rücknahme für das institutionelle Vertrauen unerlässlich sei.
Von der Vision zur Realität: Die Geschichte eines Marktwandels
Weltweit nähern sich die Regulierungsbehörden ähnlichen Standards an. Die US Securities and Exchange Commission hat Plume als registrierten Transfer Agent für tokenisierte Wertpapiere zugelassen, wodurch On-Chain-Aktionärsdaten mit der DTCC verknüpft werden. In Europa hat Standard Chartered Bank ihre Verwahrungspartnerschaft mit OKX ausgebaut. Dieser Schritt ermöglicht es Institutionen, zu handeln und gleichzeitig Vermögenswerte gemäß MiCA unter Bankverwahrung zu halten. Unterdessen hat Ondo Global Markets in nur einem Monat über 300 Millionen Dollar in tokenisierte Aktien und ETFs aufgenommen und damit das europäische Real-World-Asset (RWA)-Ökosystem gestärkt.
Zusammen markieren diese Entwicklungen die Entwicklung der Tokenisierung von Pilotprojekten hin zum Mainstream-Finanzwesen. Für Europa positioniert die Lizenz von Lise Paris an der Spitze. Sie verbindet die Effizienz der Blockchain mit der Glaubwürdigkeit der Zentralbank und legt das Fundament für einen stets verfügbaren Kapitalmarkt.
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