In einem ausführlichen Interview mit der New York Times offenbarte der US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung, dem inhaftierten Gründer von FTX, Sam Bankman-Fried, keine Begnadigung zu gewähren. Während des zweistündigen Gesprächs sprach Trump eine Vielzahl von Themen an, von Außenpolitik über Kryptowährungen bis hin zu Diskussionen über umstrittene Persönlichkeiten. Bankman-Frieds jüngste Suche nach Gnade wurde erwähnt, doch Trump blieb klar und distanziert und verdeutlichte damit eine neue Dimension der Spannungen zwischen dem Kryptomarkt und der Politik.
Trump trifft kühne Entscheidungen zu Begnadigungen und Kryptowährungspolitik
Trumps entschiedene Haltung gegenüber Bankman-Fried
Im Interview erklärte Trump ausdrücklich, dass eine mögliche präsidentielle Begnadigung für Bankman-Fried nicht auf seiner Agenda stehe. Das Gespräch beinhaltete Fragen zu verschiedenen Persönlichkeiten, von Venezuelas abgesetztem Führer Nicolás Maduro über den ehemaligen Senator von New Jersey, Robert Menendez, bis hin zum berühmten Musikstar Sean „Diddy“ Combs – Bankman-Fried war ebenfalls Teil dieser Liste. Obwohl Trump in der Vergangenheit sein Begnadigungsrecht ausgeübt hatte, schloss er für den ehemaligen FTX-Manager dieses Thema kategorisch aus.
Im Jahr 2023 wurde Bankman-Fried unter der Biden-Regierung wegen mehrerer Anklagen wegen Betrugs und Verschwörung verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, Milliarden von Dollar an Kundengeldern veruntreut zu haben. Der ehemalige CEO wurde nach dem Zusammenbruch der insolventen FTX-Börse zu 25 Jahren Haft verurteilt. Gegen diese Verurteilung legt er derzeit Berufung ein.
Im vergangenen Jahr verfolgte Bankman-Fried eine sichtbarere Kommunikationsstrategie über seinen X-Account. Es wurde festgestellt, dass die Beiträge zwar ihm zugeschrieben werden, jedoch von einem Freund veröffentlicht werden. Im Dezember lobte Bankman-Fried Trumps Begnadigung des ehemaligen honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández und schlug vor, Hernández habe eine ähnliche Gnade verdient.
Krypto-Politik, Spenden und Widersprüche
Analysten vermuten, dass Trumps abweisende Haltung gegenüber Bankman-Fried von einer politischen Vorgeschichte beeinflusst ist. Während des Wahlkampfs 2020 war Bankman-Fried einer der größten Spender für Biden und steuerte 5,2 Millionen Dollar zur Kampagne gegen Trump bei. Diese Tatsache liefert erheblichen Kontext dafür, warum eine Begnadigung als unwahrscheinlich gilt.
Während seiner Präsidentschaft sprach Trump mehrere bedeutende Begnadigungen im Zusammenhang mit dem Krypto-Ökosystem aus, darunter für den ehemaligen CEO Changpeng Zhao und Silk Road-Gründer Ross Ulbricht. Dies unterstreicht umso mehr den Ausschluss von Bankman-Fried aus den Überlegungen.
Im Interview verteidigte Trump zudem seine Unterstützung für Kryptowährungen. Das Engagement seiner Familie in diesem Sektor ist häufig Thema parlamentarischer Debatten im US-Kongress über die Regulierung digitaler Vermögenswerte. Das von Trump und seinen drei Söhnen mitbegründete World Liberty Financial DeFi- und Stablecoin-Projekt sowie deren 20-prozentige Beteiligung am Mining-Unternehmen American Bitcoin stehen dabei im Mittelpunkt der Diskussionen. Trump betonte, dass seine pro-kryptofreundliche Haltung mehr als nur eine politische Entscheidung sei und ihm bei Wahlen eine beträchtliche Anzahl Stimmen eingebracht habe.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
BCA: Tag der Befreiung 2.0 – Zollpolitik und Ausblick auf die Zwischenwahlen 2026

Alle Augen sind auf Washington gerichtet: Kommt nächste Woche die „Superwoche der Zentralbanken“ mit einer Zinserhöhungswelle der G7?
Angesichts steigender Inflation, geopolitischer Konflikte und Ölpreisen über 100 erlebt die G7-Zentralbanken eine entscheidende Zinsentscheidungswoche. Angetrieben durch eine über den Erwartungen liegende Kerninflation wird von der Federal Reserve die erste Zinserhöhung seit drei Jahren erwartet; die Bank of Japan dürfte die Zinsen auf 1,25 % anheben, den höchsten Stand seit 30 Jahren; auch die hawkische Haltung der Zentralbanken Großbritanniens, Europas und Kanadas wird gleichzeitig verstärkt. Die globale Geldpolitik steht vor einem bedeutenden kollektiven Wendepunkt hin zu einer restriktiveren Ausrichtung.
Wird die Fed die Zinsen „kontinuierlich anheben“? Wird sich der „Straffungszyklus“ der späten 1980er Jahre wiederholen?
Ein Bericht von Citi weist darauf hin, dass das aktuelle makroökonomische Umfeld dem restriktiven Zyklus von 1988-1989 sehr ähnlich ist: Damals blieb die Wirtschaft widerstandsfähig, und der Inflationsdruck baute sich schrittweise auf, bevor die wirtschaftliche Aktivität nachließ und die Politik auf eine Lockerung umschwenkte. Während des restriktiven Zyklus damals erhöhte die Federal Reserve die Zinssätze 16 Mal in Folge.
Erzrivalen vereinen sich selten! Elon Musk und Sam Altman unterstützen Dario Amodeis Aufruf zur globalen Verlangsamung von KI
Anthropic Amodei ruft zu einer weltweiten Verlangsamung von KI auf, und die Rivalen Musk sowie Altman treten überraschend gemeinsam öffentlich für diese Initiative ein. Die drei großen Akteure stimmen darin überein, Dritten „Mitarbeiter-Level“-Bewertungsrechte zu gewähren und eine koordinierte Drosselung umzusetzen; Altman kündigte darüber hinaus direkt an, dass OpenAI dieses Jahr keinen Börsengang anstrebt. Der wütende Rücktritt eines Forschers und das kollektive Ausbrechen unkontrollierbarer KIs entfachten die lang angestaute Panik in der Branche.
