"Verkauft alles in Europa!" Die drittgrößte Verkaufswelle der letzten zehn Jahre: Gesamter Kapitalabzug
Verschiedene Daten zeigen, dass europäische Vermögenswerte derzeit eine der heftigsten Verkaufswellen der letzten zehn Jahre erleben und institutionelle Investoren exponierte Positionen in Europa in rasantem Tempo abbauen.
Laut Daten von Goldman Sachs Prime Brokerage verzeichneten europäische Vermögenswerte im vergangenen Monat den größten Netto-Rückgang seit März 2025 und damit den dritthöchsten Rückgang der letzten zehn Jahre. Das Verhältnis von Short- zu Long-Positionen erreichte 2,2 zu 1.

Gleichzeitig zeigen Daten von J.P. Morgan, dass der kombinierte europäische Positionsindex auf den drittniedrigsten Stand seit 2015 gefallen ist, die Standardabweichung liegt unter -1,5 und die vierwöchige Positionsveränderung ist auf unter -2 Standardabweichungen gefallen.

Diese Zahlen bedeuten, dass der derzeitige Netto-Short-Druck auf europäische Positionen ein extremes Niveau in der Zehnjahresbetrachtung darstellt, ähnlich hohe Werte wurden nur in einigen wenigen historischen Krisenmomenten erreicht.
Weitere Daten von J.P. Morgan zeigen, dass das Volumen der Portfolio-Reduzierung europäischer Vermögenswerte durch CTAs, gemessen am Ein-Monats-Z-Score, den extremsten Stand in der bisherigen Zeitreihe erreicht hat.
Als Vertreter trendfolgender Strategien haben CTA-Manager durch ihr konzentriertes Aussteigen einen sich selbst verstärkenden Effekt, der technisch zusätzlichen Abwärtsdruck auf den Markt ausübt.

Das Positionierungsteam von J.P. Morgan weist darauf hin, dass die europäischen Gesamtpositionen nach Betrachtung von Hedgefonds, CTAs (Commodity Trading Advisors) und reinen Long-Only-Fonds bereits auf einem „sehr niedrigen Niveau“ liegen.

Anzeichen für Kapitalabflüsse zeigen sich nicht nur bei Aktienbeständen, sondern werden auch am Devisenmarkt durch eine systematische Risikovermeidung bestätigt.
Die Schiefe (Skew) des Euro-Optionsmarkts sinkt kontinuierlich, was darauf hindeutet, dass die Marktteilnehmer zunehmend auf eine Abwertung des Euro setzen.

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Hedgefonds haben gerade ihre Tech-Long-Positionen wieder aufgebaut, doch die entscheidende Unterstützung des Nasdaq beginnt bereits zu bröckeln.
Der Nasdaq 100 Index nähert sich dem unteren Rand seiner mehrmonatigen Seitwärtsbewegung; die Futures sind unter die Aufwärtstrendlinie und die 100-Tage-Linie gefallen, was das technische Bild abschwächt. Hedgefonds hatten zuvor massiv Technologieaktien gekauft, und die hohe Portfoliokonzentration erhöht nun das Abwärtsrisiko. Kontroversen um KI-Sicherheit sowie Risiken in der Energieversorgung wirken als doppelte Katalysatoren. Sollten entscheidende Unterstützungen durchbrochen und die Marktpanik weiterhin niedrig bleiben, könnte die Volatilität einer Neubewertung unterliegen.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen durchbricht 5 %! „Prophet“ warnt: Der Ausverkauf ist noch nicht vorbei
Steven Barrow, Leiter der G10-Strategie bei Standard Bank, der im Februar dieses Jahres als Erster eine Prognose von 5 % abgab, hat seine Prognose für die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bis zum Jahresende auf 5,2 % angehoben und erwartet, dass sie im ersten Quartal 2027 weiter auf 5,3 % steigen wird. Er erklärte, dass Lieferkettenprobleme, der Klimawandel sowie die US-Einwanderungspolitik, die das Arbeitskräfteangebot einschränkt, immer stärkeren Einfluss nehmen. Gleichzeitig stieg der US-Dollar-Index an einem einzigen Tag um bis zu 0,6 % und könnte so die beste Tagesperformance seit dem 17. Juni erzielen.
Gegen den Trend im Sturm der "KI-Verlangsamung": Berichten zufolge plant Kioxia einen Börsengang in den USA, um mindestens 10 Milliarden US-Dollar einzusammeln.
Kioxia erwägt Berichten zufolge, durch einen Börsengang in den USA 10 Milliarden US-Dollar zu beschaffen.

Der Aufbau von KI-Rechenleistung verschiebt sich von „Strommangel“ zu „Fachkräftemangel“: Modularisierung auf dem Vormarsch, Schneider, Vertiv und Eaton erhalten neue Chancen
Bernstein hat kürzlich einen Forschungsbericht veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der schnellen Expansion der AI-Computingleistung findet derzeit ein Wechsel der Hauptkonflikte, die die Entwicklung von Datenzentren einschränken, statt.

