Tiefgreifende Bindung! Google und Intel erweitern die Zusammenarbeit bei KI-Chips und verpflichten sich zur Nutzung von Xeon-Prozessoren
Google hat zugesagt, in seinen KI-Rechenzentren Multi-Generationen-Prozessoren von Intel einzusetzen. Dieser Schritt markiert ein bedeutendes Upgrade der bestehenden Zusammenarbeit beider Unternehmen und spiegelt wider, dass der Wettlauf um KI-Infrastruktur in eine neue Phase eintritt – der strategische Wert von CPUs wird neu bewertet.
Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung beider Seiten wird die neueste Xeon 6-Prozessor-Generation von Intel das KI-Training und die Inferenz-Workloads bei Google übernehmen. Dies bietet dem langjährigen Chip-Giganten, der im KI-Chipmarkt bislang in der Defensive war, eine neue Gelegenheit, im von Nvidia dominierten Sektor Anteile zu gewinnen. Amin Vahdat, Chief Technology Officer für KI-Infrastruktur bei Google, erklärte: „Intels Xeon-Roadmap gibt uns die Zuversicht, die stetig steigenden Anforderungen an Leistung und Effizienz zu erfüllen.“ Beide Parteien machten keine Angaben zu den finanziellen Bedingungen und dem Zeitplan der Kooperation.
Diese Zusammenarbeit kommt zu einer Zeit, in der CPUs im nächsten Kapitel des KI-Wettbewerbs wieder ins Rampenlicht rücken. Dion Harris, Verantwortlicher für KI-Infrastruktur bei Nvidia, sagte im März gegenüber CNBC, dass mit sich entwickelnden KI-Agenten-Workloads die Anforderungen an Rechenleistung über den Grafikprozessor hinausgehen und die CPU zum „Flaschenhals“ wird. Für Intel könnte dieser Trend eine strategische Chance bedeuten, einen Umschwung einzuleiten.
CPU rückt zurück ins Zentrum der KI-Infrastruktur
Die Entwicklung von KI-Arbeitslasten verändert die Struktur der Chip-Nachfrage in Rechenzentren grundlegend. Dion Harris von Nvidia wies darauf hin, dass GPU-zentrierte Accelerated-Computing-Architekturen bei neuen Agenten-Workloads auf Engpässe stoßen und eine ausgewogene Systemkonfiguration zunehmend entscheidend wird. Intels CEO Lip-Bu Tan betonte in der Erklärung ebenfalls: „Die Skalierung von KI erfordert nicht nur Beschleuniger, sondern ein ausgewogenes System.“
Die Verbindung zwischen Google und Intel reicht fast drei Jahrzehnte zurück, bis zu dem Zeitpunkt, als Google zum ersten Mal Server-Racks aufbaute. Die beiden Unternehmen kooperieren seit vielen Jahren. Die neue Vereinbarung, die Intels Xeon 6-Prozessoren offiziell in Googles KI-Workload-System integriert, stellt eine substanzielle Vertiefung dieser langjährigen Partnerschaft dar.
Intel baut durch mehrere positive Impulse neues Marktvertrauen auf
Intel war zuletzt sehr aktiv und bemüht sich, seine Position im KI-Zeitalter neu zu definieren. Im August letzten Jahres erwarb die US-Regierung einen Anteil von 10 % an Intel – die Administration unter Trump positionierte diesen Schritt als strategische Initiative zur Unterstützung der heimischen fortschrittlichen Chip-Fertigungskompetenzen. Kurz darauf gab Nvidia bekannt, eine Beteiligung im Wert von fünf Milliarden US-Dollar an Intel zu erwerben. Gestützt durch diese Investitionen hat sich Intels Aktienkurs im vergangenen Jahr nahezu verdreifacht.
In der Fertigung setzt Intel bei den neuesten Xeon-Prozessoren auf den modernsten 18A-Fertigungsprozess, produziert in der im letzten Jahr eröffneten Chipfabrik in Arizona. Obwohl Intel massiv in Foundry-Services investiert hat, ist sein Eigenbedarf bislang der größte Kunde des neuen Werks. Zudem teilte Lip-Bu Tan diese Woche in einem LinkedIn-Beitrag mit, dass Elon Musk Intel beauftragt hat, kundenspezifische Chips für SpaceX, xAI und Tesla zu entwerfen, zu fertigen und zu verpacken. Das Projekt wird im Terafab-Werk in Texas realisiert, allerdings wurden finanzielle Details und Zeitrahmen bisher nicht bekannt gegeben.
IPU-Kooperation wird weiter vertieft, während Google eigenständige Chip-Strategien parallel verfolgt
Neben der CPU-Zusammenarbeit bekräftigten Google und Intel am Donnerstag auch ihre andauernde Zusammenarbeit im Bereich Infrastructure Processing Unit (IPU).
Seit 2022 entwickeln beide Unternehmen gemeinsam diesen programmierbaren Beschleuniger, der Netzwerk-, Speicher- und Sicherheitsfunktionen von der Haupt-CPU entlasten soll. Google teilte CNBC mit, dass der Chip zum Zeitpunkt der ersten Kooperation vor vier Jahren eine Brancheninnovation war, da er Aufgaben wie Netzwerk-Weiterleitung, Speicherverwaltung, Datenverschlüsselung und die Ausführung von Virtualisierungssoftware übernimmt. Hierdurch können Kunden die CPU-Leistung traditioneller Rechenzentren besser nutzen.
Bemerkenswert ist, dass Google parallel entschlossen an einer eigenständigen Chip-Strategie arbeitet. Das Unternehmen entwickelt seit über einem Jahrzehnt eigene KI-Beschleuniger (Tensor Processing Unit, TPU) und brachte 2024 den auf Arm-Architektur basierenden, selbst entworfenen CPU Axion auf den Markt, wodurch es bei der Kernarchitektur die von Intel dominierte x86-Linie umgeht. Das bedeutet, dass die Erweiterung der Kooperation mit Intel eine strategische Ergänzung im Rahmen von Googles diversifizierter Chip-Strategie darstellt und kein vollständiges Commitment an einen einzelnen Anbieter.
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