Rasanter Anstieg um 580 %! Der einstige Internet-Star Allbirds steigt ins Geschäft mit Rechenleistung ein und wird spekulativ gehandelt – Netzbürger fordern, dass Nike jetzt auch ein Rechenzentrum bauen sollte
„Nur wer richtig mutig ist, kann auch aus einer Wollschuhfabrik einen Rechenleistungs-Giganten machen!“
In einer Zeit, in der sogar die alten Herren im Dorf am Straßenrand über große KI-Modelle diskutieren, gab es an der US-Börse gerade eine extrem absurde Verwandlung zu bestaunen.
Ein Unternehmen, das ursprünglich Wollschuhe verkaufte, hat innerhalb von weniger als zwei Wochen all seine Schuhe verkauft und stattdessen haufenweise GPUs (Grafikprozessoren) gekauft. Das Ergebnis? Der Aktienkurs explodierte nach oben, fast eine Versechsfachung an nur einem Tag!
Schuhe adé! Das Silicon Valley-„Starkschuhwerk” wird zum neuen AI-Star
Am 15. April zog Allbirds, einst bekannt als „die bevorzugten Arbeitsschuhe der Programmierer im Silicon Valley“, einen radikalen Schlussstrich: Wir hören auf! Schuhe lassen sich nicht mehr verkaufen, wir steuern auf die Sterne zu – wir steigen um auf AI-Rechenleistung! Sogar einen neuen Namen hat die Firma parat: Nennt uns nicht mehr Allbirds, sondern „NewBird AI“
Kaum war dieses Zukunftsbild an die Wand gemalt, geriet Wall Street komplett in Ekstase. Der Aktienkurs schoss an einem Tag um 580% nach oben, von unter 3 Dollar auf 17 Dollar und die Marktkapitalisierung blähte sich von 21 Millionen auf satte 148 Millionen Dollar auf.
Das Heftigste ist: Nur zwei Wochen vorher hatte Allbirds gerade zum Schnäppchenpreis von 39 Millionen Dollar seinen ursprünglichen Betrieb – die Markenrechte und das Schuhgeschäft – komplett verkauft.
Nach diesem Schwenk von „Schuhe zu AI“ schüttelte sogar der erfahrene CNBC-Moderator Jim Cramer live im Fernsehen nur noch den Kopf: „Das ist einfach nur absurd!“

„Frag nicht, ich geh einfach Grafikkarten verkaufen“
Wie kann ein Schuhhersteller AI machen? Allbirds hat einen klaren Plan: Sie wollen sich 50 Millionen Dollar leihen (Auszahlung voraussichtlich im zweiten Quartal 2026), davon eine Ladung Hochleistungs-GPUs kaufen und als „Rechenleistungs-Vermieter“ auftreten – also die Hardware an ausgehungerte AI-Unternehmen vermieten.
In ihrer Mitteilung heißt es: „Jetzt ist AI so angesagt, es gibt einfach nicht genug Rechenleistung! Rechenzentren in Nordamerika sind komplett überfüllt, alles bis 2026 ist schon ausgebucht. Wir als NewBird AI werden die Welt retten!“
Klingt ziemlich heroisch, oder? Aber jeder weiß, wie teuer dieses Geschäft ist. Nvidia ist mit GPU-Verkauf fast 5 Billionen Dollar wert – willst du mit 50 Millionen geliehenen Dollar im AI-Bereich groß rauskommen? Das reicht in der AI-Branche wahrscheinlich gerade mal für die Anzahlung und die Stromrechnung.
Nike als Opfer: Großer Bruder, wollen wir nicht auch ein Datenzentrum bauen?
Während Allbirds ganz glücklich auf der AI-Welle surft, zweifelt der seriöse Schuhriese Nike gerade am Leben.
Zur gleichen Zeit ist der Aktienkurs von Nike auf das tiefste Niveau seit 11 Jahren gefallen. Das letzte Quartal lief schlecht, Zukunftsaussichten noch düsterer, verglichen mit dem Hoch von 2021 ist die Aktie um etwa 76% gefallen.
Da kam der berühmte Finanz-Influencer Dr. Parik Patel auf X (ehemals Twitter) mit einer pointierten Idee:
„Hat Nike schon mal darüber nachgedacht, keine Schuhe mehr zu verkaufen, sondern auf AI-Datenzentren umzuschwenken?“
Dieser Beitrag ging sofort viral, wurde über 500.000-mal gelesen. Die Nutzer legten direkt nach:
-
„Just Do It zieht nicht mehr – wie wäre es mit Just Compute It!“
-
„Nikes Schuhkartons erinnern ohnehin an Servergehäuse, einfach ein paar Grafikkarten reinstecken!“
Schließlich: Während auf der einen Seite mühsam Schuhe verkauft werden, sorgt auf der anderen Seite eine reine Namensänderung für einen enormen Wertzuwachs – wer soll da nicht verwirrt sein?

Altbekanntes Muster, altbewährter „Pump and Dump“-Geschmack
Erfahrene Börsianer dürften bei all dem wohlwissend schmunzeln. Diese „Wenn du sie nicht schlagen kannst, spring auf den Trend“-Masche ist an der US-Börse längst Routine.
Vor ein paar Jahren, als Bitcoin so gehypt war, haben etliche Eis- und Kreditunternehmen angekündigt, ins „Blockchain“-Geschäft einzusteigen – die Aktienkurse waren durch die Decke, bis der Hype vorbei war und alles im Chaos endete. Jetzt ist AI der Sündenbock.
Ein Rückblick auf Allbirds Geschichte ist ebenso bemerkenswert.
2015 gegründet, mit Fokus auf Umweltfreundlichkeit und Merino-Wollschuhen, traf Allbirds genau den Geschmack der Silicon-Valley-Elite: Damals galt, wer im Silicon Valley keine Allbirds trug, gehörte einfach nicht dazu.
Beim Börsengang 2021 herrschte absolute Euphorie, die Bewertung erreichte stolze vier Milliarden Dollar.
Doch dann kam das böse Erwachen: Mehr Konkurrenz, weniger Kunden, Umsatz halbiert. Der einstige vier Milliarden Dollar schwere Trendsetter wechselte am Ende für gerade mal 39 Millionen Dollar den Besitzer.
Aber egal – solange die PowerPoint-Präsentation stimmt, können auch Wollschuhe AI-Flügel bekommen. Ob „NewBird“ am Ende durchstartet oder als Grillhähnchen endet, lehnen wir uns jetzt zurück und schauen gespannt zu!
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