Drei geheime Stränge der AI-Infrastruktur-Finanzierung werden zu einem Strang verdrillt – Ob es die Branche strangulieren wird, hängt davon ab...
Im Jahr 2013 gründete die Deutsche Börse gemeinsam mit dem Berliner Cloud-Technologieunternehmen Zimory ein Joint Venture für eine „Cloud-Börse“: Man wollte Rechenleistung zu einer Ware machen, die sich wie Öl kaufen und verkaufen lässt. Drei Jahre später wurde das Projekt eingestellt – CPUs ließen sich zu schwer standardisieren, es gab zu wenige Kunden, niemand kam zum Handeln. Dreizehn Jahre sind vergangen, und der gleiche Gedanke kommt wieder auf, aber unter völlig anderen Voraussetzungen: Im ersten Quartal 2026 werden weltweit Unternehmen voraussichtlich 129 Milliarden US-Dollar für Cloud-Dienste ausgeben – etwa das 15-fache des entsprechenden Quartals vor zehn Jahren. Die fünf größten US-amerikanischen Hyperscaler werden in diesem Jahr voraussichtlich gemeinsam fast 700 Milliarden US-Dollar für Investitionen ausgeben. Der Begriff „Rechenleistung“ ist längst vom technischen Fachjargon zur Dauergast auf Wirtschaftsschlagzeilen geworden.
Rund um diese astronomischen Zahlen entsteht derzeit eine komplette Finanzarchitektur: GPUs werden als Sicherheiten für Kredite verwendet, Mietpreise für Rechenleistung werden in Indizes integriert, CME und ICE liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Rechenleistungs-Futures, ETF-Emittenten stehen Schlange für Zulassungsanträge – manche wollen sogar 2-fach gehebelte Fonds auf Rechenleistung auflegen. Für all diese Aktivitäten gibt es einen Sammelbegriff: Finanzialisierung der Rechenleistung.
Ist das ein Zeichen für die Reife des Marktes oder wird hier einer ohnehin schon cash-intensiven Branche noch einmal eine zusätzliche Leverage-Ebene aufgesetzt?
Um diese Frage zu beantworten, darf man nicht nur auf diejenigen Future-Kontrakte schauen, die noch gar nicht wirklich gehandelt werden. Was tatsächlich Sorgen bereitet, ist eine tiefere Struktur – sie besteht aus drei ineinander verschlungenen Linien: Für sich genommen scheint jede einzelne nicht sehr riskant, doch im Zusammenspiel machen sie den fragilsten Knoten im aktuellen AI-Infrastrukturzyklus aus.
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Steigende Zinssätze wirken wie der "letzte Schlag" – die variablen Kreditkosten der Portfoliounternehmen steigen, potenzielle Käufer sind wegen hoher Finanzierungskosten zurückhaltend. 349 Milliarden Dollar sind in Zombie-Fonds gebunden, etwa 500 Milliarden Dollar an Fonds stehen vor dem Risiko einer Überschreitung der Laufzeit und können nicht aussteigen. Das Fundraising-Volumen ist auf das niedrigste Niveau seit 2020 gefallen, die durchschnittliche Rendite erreicht mit nur 7 % ein 14-Jahres-Tief. Eine Welle von Zahlungsausfällen bei Software-Investitionen wird voraussichtlich bis 2028 geballt auftreten, die Bewertungen von Private Credit sind stark gesunken.
