Goldhandel T+0: Dubai DGCX führt Tagesabrechnungs-Goldkontrakt ein und festigt seine Position als globales Edelmetall-Handelszentrum
Die Dubai Gold & Commodities Exchange (DGCX) hat am Montag offiziell Gold-Futureskontrakte mit sofortiger Abrechnung (T+0) eingeführt, um durch schnellere Abrechnungszyklen verstärkt Sicherheitskapital anzuziehen und die Position Dubais auf dem globalen Edelmetallhandelsmarkt zu festigen.
Laut Reuters erklärte Ahmed Bin Sulayem, CEO von DGCX, dass der eingeführte Gold-Spot-T+0-Kontrakt am 22. Juni gestartet ist. Er richtet sich hauptsächlich an Goldhändler, Raffinerien, Broker, Clearingmitglieder und institutionelle Investoren und unterstützt die physische Lieferung über anerkannte Tresore.
Er wies darauf hin, dass die Verkürzung des Abrechnungszyklus ein globaler Trend hin zu Geschwindigkeit und Effizienz an den Märkten ist.
Der Startzeitpunkt des Kontrakts passt hervorragend zur aktuellen Marktsituation. Bin Sulayem erklärte, dass das Handelsvolumen der Goldkontrakte an der DGCX in den zwei bis drei Wochen nach dem Ausbruch des US-Iran-Konflikts deutlich angestiegen ist, da Anleger verstärkt in Gold flüchten, um sich abzusichern. Obgleich der Goldpreis etwas von seinem Allzeithoch zurückgegangen ist, bieten das wachsende Haushaltsdefizit und die anhaltende Goldakkumulation der Zentralbanken dem Goldpreis weiterhin mittel- bis langfristige Unterstützung.
Sofortige Abrechnung schließt Lücke im globalen Goldderivatemarkt
Die globalen Finanzmärkte bewegen sich immer schneller zu kürzeren Abrechnungszyklen, wobei Börsen und Clearinghäuser durch Systemupgrades und neue Technologien darauf abzielen, das Gegenparteirisiko zu senken und den Kapitalumschlag zu beschleunigen. Vor diesem Hintergrund sind T+0-Goldkontrakte auf dem weltweiten Goldderivatemarkt nach wie vor selten.
DGCX ist Teil des Dubai Multi Commodities Centre (DMCC). Bin Sulayem erklärte, dass der T+0-Kontrakt Raffinerien, Händlern und Juwelieren ermögliche, Positionen sofort abzusichern und glattzustellen, wodurch „dem Goldmarkt eine bessere Wahl als bestehende Tools“ geboten wird.
Gleichzeitig betonte er, dass T+1- und T+2-Abrechnungen vor zehn Jahren noch ein großer Fortschritt waren, sich im Börsensektor heutzutage jedoch alles auf schnellere Abrechnungen und fortgeschrittene Technologien konzentriert.
Dank einer ausgebauten Logistikinfrastruktur, eines günstigen Steuersystems und der geografischen Nähe zu großen Verbrauchermärkten wie Indien positioniert sich Dubai seit langem als globales Handelsdrehkreuz zwischen Afrika, Asien und Europa im Goldfluss. Die Einführung der T+0-Kontrakte ist der jüngste Schritt der DGCX zur weiteren Stärkung dieser Drehscheibenrolle.
Produktpipeline reicht bis zu Krypto-Derivaten und Währungspaar Yuan/US-Dollar
Der Gold-T+0-Kontrakt ist nur der Ausgangspunkt einer umfassenderen Produktstrategie der DGCX.
Bin Sulayem verriet, dass die Börse die Einführung von Krypto-Derivaten erwägt, der Zeithorizont dafür jedoch mittel- bis langfristig und nicht kurzfristig angelegt ist. Im Währungsbereich ist das Yuan/US-Dollar-Währungspaar die wahrscheinlichste nächste neue Einführung.
Er ergänzte, dass von der Börse historisch angebotene Währungsprodukte meist mit großen Rohstoffproduzenten oder Handelsdrehkreuzen verknüpft waren. Die Berücksichtigung des Yuan/US-Dollar-Paares entspricht der strategischen Logik Dubais als asiatisch-europäisches Handelsdrehkreuz.
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