Südkoreas Zentralbank: Angesichts von Inflation, wirtschaftlichen und finanziellen Faktoren müssen die Zinssätze zum richtigen Zeitpunkt angehoben werden.
Quelle: Globaler Marktbericht
Die südkoreanische Zentralbank bekräftigte ihre Hinwendung zu einer restriktiveren Geldpolitik und betonte, dass angesichts steigender Immobilienpreise, wachsender Haushaltsverschuldung und gehebelter Investitionen, die das Risiko finanzieller Ungleichgewichte verschärfen, eine Zinserhöhung zu gegebener Zeit notwendig ist.
In ihrem am Mittwoch veröffentlichten halbjährlichen Bericht zur Finanzstabilität erklärte die südkoreanische Zentralbank, dass das Finanzsystem des Landes insgesamt stabil bleibe, trotz zunehmender Unsicherheiten im In- und Ausland – dank eines stärkeren Wirtschaftswachstums, widerstandsfähiger Finanzinstitute und einer robusten Leistungsbilanz.
Der Bericht warnt jedoch davor, dass mit dem beschleunigten Anstieg der Immobilienpreise in Seoul und Umgebung sowie dem zunehmenden Einsatz von Hebelfinanzierungen durch Investoren das finanzielle Ungleichgewicht weiter zunehmen könnte. Die Zentralbank wies ebenfalls darauf hin, dass das Kreditrisiko schwacher Kreditnehmer und Unternehmen steige, obwohl Banken und andere Finanzinstitute weiterhin über Kapital- und Liquiditätspuffer verfügen.
Im Bericht heißt es: „Die südkoreanische Zentralbank hält den Leitzins seit der zweiten Hälfte des Jahres 2025 bei 2,5 %, ist jedoch der Ansicht, dass angesichts des Inflationsdrucks, der wirtschaftlichen Lage und der Risiken für die Finanzstabilität eine Anhebung des Leitzinses zu gegebener Zeit notwendig ist.“
Hwang Geon-il, Mitglied des geldpolitischen Ausschusses, leitete die Erstellung dieses Berichts und warnte davor, dass die zunehmende wirtschaftliche Polarisierung eine Ursache finanzieller Instabilität darstellen könne. In einer separaten Erklärung äußerte er, dass die Belastungen in anfälligen Branchen stetig zunähmen und dass der wiederholte Anstieg der Haushaltsverschuldung, der mit dem Boom am Immobilienmarkt und gehebelten Investitionen zusammenhängt, einer engen Beobachtung bedarf.
Die südkoreanische Zentralbank erklärte, dass man die Geldpolitik und makroprudenzielle Maßnahmen weiterhin abstimmen und zugleich die Aufsicht über Haushaltsverschuldung, gehebelte Investitionen sowie Liquiditätsrisiken im Nichtbanken-Sektor verstärken werde. Die politischen Entscheidungsträger fügten hinzu, die Behörden sollten die potenziellen Spillover-Effekte von globalen Ölpreisen, Zinssätzen und Devisenmärkten genau beobachten.
Der Bericht unterstreicht erneut die zunehmend restriktiven Signale, die die Zentralbank unter der Führung von Gouverneur Rhee Chang-yong ausgesendet hat. Er betonte, dass stärkeres Wirtschaftswachstum, anhaltender Inflationsdruck, Wechselkursrisiken und kontinuierlich steigende Immobilienpreise zunehmend in dieselbe Richtung hinsichtlich der Geldpolitik weisen, was die üblichen Abwägungen, die geldpolitische Entscheidungen erschweren, verringert.
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