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Gold fällt unter 4000 US-Dollar – ist die Panik bereits vollständig eingepreist?

Gold fällt unter 4000 US-Dollar – ist die Panik bereits vollständig eingepreist?

BFC汇谈BFC汇谈2026/06/26 00:03
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Von:BFC汇谈


Am 25. Juni fiel der Goldpreis unter 4000 US-Dollar. Vor drei Wochen lag er noch über 4500 US-Dollar, mittlerweile hat er mehr als 500 US-Dollar verloren.

I. Von 5400 auf 4000: Eine überfällige Korrektur

Am 28. Januar erreichte Gold mit 5417 US-Dollar den Jahreshöchststand, danach sanken die monatlichen Erholungshochs schrittweise: 5419 (März) → 4889 (April) → 4774 (Mai) → 4546 (Juni). Am 5. Juni durchbrach eine fast 4% starke bärische Kerze die MA200 (4428), danach beschleunigte sich der Rückgang weiter und am 24. Juni kam es zu einem Flashcrash auf 3959 – dem Jahrestief. Der Rückgang im Juni beträgt 11,4 %, die historische Volatilität über 20 Tage stieg von 17 % auf 29,6 %. In weniger als fünf Monaten fiel der Wert um 26,6 %.

II. Technische Analyse: Neben Tageschart-Überverkauf gibt der Wochenchart bedenklichere Signale

Die Bärenformation im Tageschart ist eindeutig: Der Kurs liegt mehr als 11 % unter MA50 (4483), MA100 (4690) und MA200 (4472), der RSI-14 ist auf 23,6 gefallen, der Stochastikindikator-K-Wert liegt nur bei 3,8. Besonders alarmierend ist allerdings der Wochenchart.

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Anhaltender Abbau im Wochenchart. Von den letzten neun Wochen schlossen sieben im Minus, die letzten vier Wochen gab es ununterbrochene Rückgänge. Je länger eine Richtung beibehalten wird, desto mehr Energie wird verbraucht und desto näher rückt das Ende des Trends.

TD-Sequenz zeigt Kaufstruktur. Im aktuellen Wochenchart wurde genau in dieser Woche die 9er Kaufstruktur der DeMark TD Sequential vollendet: Neun Wochenkerzen schlossen in Folge unter dem Schlusskurs von vor vier Wochen. Das letzte Mal, dass Gold im Wochenchart die TD-Kauf-9 erreichte, war im September 2022; danach folgte zwei Monate lang eine Erholung von 1614 auf 1786 US-Dollar.

Wochenindikatoren sind extrem. Der Wochen-RSI (14) beträgt nur 21,0, der Stochastik-K-Wert 1,7 und der D-Wert 10,2; dass der K-Wert unter 5 fällt, bedeutet, dass der aktuelle Kurs am unteren Rand der 14-Wochen-Volatilitätsspanne angekommen ist. Der untere Rand des Bollinger Bands befindet sich bei 3963, der Schlusskurs mit 3975 liegt fast exakt darauf. Das Wochen-MACD-Histogramm liegt bei -116, aber der Rückgang verlangsamt sich am Rand – die "zweite Beschleunigung" des Momentums steht typischerweise für die letzte Panikphase.

Kurzfristig liegt die Unterstützung bei 3800 (Konsolidierungsniveau vom Dezember letzten Jahres), Widerstand nach oben ist bei 4200 (Junikonsolidierungsbereich). Der Trend ist abwärtsgerichtet, aber Überschneidung von Überverkauftheit bei Tages- und Wochenchart, abgeschlossene TD9-Struktur und exakter Test des unteren Bollinger-Bands erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Erschöpfung auf der Verkaufsseite.

III. Drei große Belastungen und zwei Hoffnungsschimmer

Drei große Belastungen beschweren den Goldpreis. Erstens die restriktive Haltung der Fed: Im Juni sprachen sich zahlreiche Mitglieder auf dem Dots-Plot für Zinserhöhungen im laufenden Jahr aus, während Powell zu Zinssenkungen schwieg. Zweitens anhaltende ETF-Abflüsse: Der Inlands-ETF Huaan Gold erlebte bereits im Mai und nun auch im Juni weitere Nettoabflüsse, der Auslands-ETF SPDR verzeichnete ebenfalls einen schrittweisen Rückgang der Bestände – Großanleger verlassen den Markt. Drittens die sich selbst verstärkenden Trendfolgetrader: Nach dem Bruch der MA200 treiben systematische Verkäufe der CTAs den Preis weiter nach unten; die Bären erhalten positive Rückkopplung.

Auch zwei Hoffnungsschimmer sind erkennbar. Einerseits wird die Positionierung neutraler: Die CFTC-Netto-Long-Positionen nicht-kommerzieller Akteure sind seit Jahresbeginn stark gesunken, der Großteil der Spekulanten ist bereits ausgestiegen, weiteres Verkaufspotenzial ist begrenzt. Andererseits lässt der Inflationsdruck etwas nach: Die Ölpreise sind wieder auf 60–70 US-Dollar gefallen, was dem beschleunigten Anstieg der Inflation entgegenwirkt. Die Markterwartungen für weitere Zinserhöhungen werden entsprechend eingepreist. Da "Restriktivität" bereits Konsens ist, nimmt die marginale Schockwirkung ab.

IV. Ausblick und Strategie: Kein Fang von fallenden Messern, aber schrittweiser Aufbau von Positionen möglich

Der kurzfristige Bärentrend bleibt bestehen, einseitiges Catch-the-Bottom ist riskant. Aus Sicht des Chancen-Risiko-Verhältnisses wird die Zone um 3950–4000 US-Dollar aber attraktiver: 26,6 % Rückgang, abgeschlossene TD-Kaufsequent, doppelter Überverkauf in Tages- und Wochenchart, neutrale Positionierung, nachlassende Inflation – alles spricht für ein asymmetrisches Chancen-Risiko-Verhältnis für vorsichtige Long-Positionen.

Es gilt, insbesondere auf die Wortwahl der Fed hinsichtlich von Abwärtsrisiken für die Wirtschaft zu achten, darauf, ob beim SPDR die täglichen Rückflüsse abebben und auf die Entwicklung der Ölpreise. Bei 5400 US-Dollar preiste der Markt "Entdollarisierung" ein, bei 4000 US-Dollar handelt es sich um "higher for longer". Der Boden eines jeden großen Zyklus wird inmitten der größten Angst gelegt, daher ist es sinnvoller, das Portfolio zu steuern und Schritt für Schritt einzusteigen, statt den exakten Tiefpunkt erraten zu wollen. Die Munition sollte vorbereitet, aber der Schuss noch verzögert werden.


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