In den frühen Morgenstunden ertönt der vertraute Jubel.
Quelle: Wall Street Informationskreis
Heute Nacht wird zweifellos eine schlaflose Nacht sein, jedes Wort aus Walshs Mund wird direkt darüber entscheiden, ob der erste Schritt der globalen Märkte in der zweiten Jahreshälfte ein „Sprint“ oder „Defensive“ ist.
Am letzten Handelstag der ersten Jahreshälfte ertönte an der Wall Street erneut der vertraute Jubel:
- Die US-Aktienmärkte stiegen auf breiter Front, der Dow Jones-Index legte um 0,26% zu, der S&P 500 stieg um 0,79%, der Nasdaq legte um 1,52% zu;
- Der Goldpreis hielt sich knapp über 4000 US-Dollar;
- Der US-Dollar-Index stieg leicht an und beendete eine Serie von drei Verlusttagen in Folge;
- Die Ölpreise fielen, US-Rohöl schloss unter 70 US-Dollar – da der Öltransport durch die Straße von Hormus schneller als erwartet wieder aufgenommen wurde, senkte Morgan Stanley zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen die Ölpreisprognose;
- Die US-Staatsanleihen fielen, die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe stieg auf 4,46%.
Erstens: Die US-Aktien haben das beste Quartalsergebnis der letzten fast sechs Jahre abgeliefert. Der Nasdaq stieg im Quartal um 21%, der S&P 500 um 15%, der Dow Jones um 13%. Das ist das stärkste Quartal seit 2020. Der Tech-Boom zum Quartalsende unterscheidet sich vom Vorjahr: Das interne AI-Trading wechselte von reinem Konzept-Trading zu Aktien mit echter Ertragsunterlegung, wie Halbleiter-, Speicherchip- sowie AI-Infrastruktur-Aktien. Die Qualität des Anstiegs hat sich verbessert. Entscheidender ist nicht mehr, ob AI weiter steigen kann, sondern wer noch neues Aufwärtspotenzial liefern kann. Der Juli ist traditionell ein starker Monat für US-Aktien, deshalb gilt das starke Quartalsende für die Marktstimmung als eine Art „Trägheitsbestätigung“.
Zweitens: Dass sich der Goldpreis „knapp über 4000 US-Dollar hält“, ist ein historisches Signal – mehrfaches Nicht-Unterschreiten zieht weiteres „Bottom-Fishing“-Kapital an. Entscheidend für das nächste Gold-Trend ist nicht nur das Halten, sondern ob nach einem Durchbruch schnell wieder zurückerobert werden kann – wichtiger als einfach das „Verteidigen von 4000 US-Dollar“.
Drittens: Zuvor wurde an den Märkten Krieg gehandelt, jetzt rückt wieder die Fed in den Fokus. Mit fallenden Ölpreisen steigen die Erwartungen, dass sich der Inflationsdruck abschwächt. Derzeit schätzt der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed um mindestens 25 Basispunkte auf der Juli-Sitzung auf 33,7%, für die September-Sitzung auf 66,9% – diese Quoten könnten sich in den nächsten Tagen schnell ändern. Die Daten, die die Märkte künftig wirklich weiter antreiben könnten, sind dabei nicht besonders starke, sondern Daten, die „nicht schlecht genug für eine Rezession, aber auch nicht gut genug, um die Fed zu weiteren Zinserhöhungen zu zwingen“ – also moderat stark ausfallen.
Viertens: Das letztendliche Wochensentiment wird heute Abend (21:30 Uhr Beijing Time, GMT+8) durch Walshs Rede sowie durch die am Donnerstagabend veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für Juni geprägt. Wenn die Arbeitsmarktdaten moderat bis stark ausfallen, wäre das das idealste Ergebnis. Sollten die Daten jedoch erneut sehr stark ausfallen, würde das die Prognose auf eine weitere Straffung der Geldpolitik durch die Fed deutlich erhöhen.
Heute ist nicht der Tag, an dem „der Schuh endgültig gefallen ist“, sondern der Tag, an dem „die Erwartungen bis zum Äußersten gespannt werden“. Da die USA am Freitag wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen sind, konzentriert sich jegliche Handelsdynamik, die eigentlich am Freitag freigesetzt worden wäre, heute und morgen.
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