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US-Aktien haben gerade das beste Quartal abgeschlossen, doch die Wall Street beginnt bereits zu warnen! Vier große Risiken könnten eine 10%- bis 20%-Korrektur auslösen

US-Aktien haben gerade das beste Quartal abgeschlossen, doch die Wall Street beginnt bereits zu warnen! Vier große Risiken könnten eine 10%- bis 20%-Korrektur auslösen

金融界金融界2026/07/01 02:17
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Von:金融界

Obwohl die US-Aktienmärkte gerade ihr stärkstes Quartal der letzten Jahre erlebt haben, warnen immer mehr Wall-Street-Institute die Investoren davor, dass der Markt in der zweiten Jahreshälfte nicht unbedingt nahtlos weiter steigen wird.

Marktteilnehmer sind der Meinung, dass die Unternehmensgewinne weiterhin die wichtigste Triebkraft für den Anstieg der US-Aktien bleiben. Doch mit Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal, den unsicheren geldpolitischen Aussichten der Federal Reserve sowie dem weiterhin steigenden Verschuldungsgrad am Markt könnte den US-Aktien in den kommenden Monaten eine deutliche Volatilität bevorstehen.

Unternehmensgewinne bleiben die größte Stütze für den US-Aktienmarkt

Nach heftigen Schwankungen im ersten Quartal infolge des Iran-Krieges sowie des Einflusses von Künstlicher Intelligenz auf traditionelle Geschäftsmodelle hat sich der US-Aktienmarkt im zweiten Quartal deutlich erholt.

Bis zum Börsenschluss am Montag ist der S&P 500 Index seit Anfang April um rund 14 % gestiegen, was das beste Quartalsergebnis seit dem zweiten Quartal 2020 darstellt. Gleichzeitig ist der Nasdaq Composite Index im gleichen Zeitraum um fast 20 % gestiegen und steht damit vor seinem höchsten Quartalsgewinn seit sechs Jahren.

Das Halbleiter-Segment war in dieser Marktphase der größte Gewinner. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg von über 80 %, ein Rekordquartal. Gleichzeitig stiegen die Aktienkurse der beiden koreanischen Chip-Giganten Samsung Electronics und SK Hynix im gleichen Zeitraum um 93 % bzw. 225,7 %, was sogar über dem Anstieg des Philadelphia Semiconductor Index liegt.

An der Wall Street ist man sich einig, dass die stetige Verbesserung der Gewinnerwartungen der Unternehmenskernfaktor für die jüngste Marktrallye war.

Laut FactSet-Daten werden die Gewinne des S&P 500 im zweiten Quartal voraussichtlich um 23,1 % gegenüber dem Vorjahr wachsen. Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, wäre dies das zweite Quartal in Folge mit einem Gewinnwachstum von über 20 %. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen Analysten ihre Gewinnerwartungen vor den Berichtssaisons zumeist nach unten korrigierten, wurden diese für das zweite Quartal 2024 kontinuierlich nach oben angepasst, was das weiterhin ausgeprägte Marktvertrauen in die fundamentale Entwicklung der Unternehmen widerspiegelt.

Mark Hackett, Chefmarktstratege bei Nationwide, betont, dass die Verbesserung der Unternehmensgewinne eine solide Grundlage für die Bewertung am Aktienmarkt darstellt. Daher bleibt er weiterhin optimistisch für US-Aktien.

Gleichzeitig merkt er jedoch an, dass – obwohl die positiven Faktoren momentan noch überwiegen – sich einige technische Risiken allmählich aufbauen, die kurzfristige Korrekturen auslösen könnten.

Die Berichtssaison wird zum ersten Härtetest der zweiten Jahreshälfte

In den kommenden Wochen startet die Berichtssaison für das zweite Quartal an den US-Aktienmärkten.

Ben Snider, Chefstratege für US-Aktien bei der Goldman Sachs Research Division, betont, dass die Kursgewinne des S&P 500 im letzten Jahr fast ausschließlich auf die laufend nach oben korrigierten Gewinnerwartungen der Unternehmen zurückzuführen sind – und nicht auf eine Ausweitung der Bewertungen.

Das bedeutet: Die zukünftigen Unternehmensgewinne müssen weiterhin die bereits sehr hohen Erwartungen übertreffen, damit die Hausse an den US-Börsen anhält.

Gleichzeitig verschiebt sich auch der Markt-Fokus.

Investoren konzentrieren sich nicht mehr ausschließlich auf Tech-Größen wie Microsoft, Nvidia und andere große Infrastrukturunternehmen der KI-Branche, sondern evaluieren inzwischen, ob die Investitionen über die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Künstliche Intelligenz nachhaltig sind und ob diese massiven Ausgaben am Ende ausreichend Gewinnrendite erzielen können.

Quartalswechsels-Umschichtungen könnten die Marktvolatilität verstärken

Neben den Fundamentaldaten könnten auch Kapitalströme kurzfristig die Marktentwicklung beeinflussen.

Paisley Nardini, Leiterin Multi-Asset-Lösungen von Simplify Asset Management, erklärt, dass aufgrund der im letzten Quartal deutlich besseren Aktienperformance gegenüber Anleihen viele große institutionelle Investoren, darunter Staatsfonds und Pensionsfonds, zum Quartalsende Rebalancing-Transaktionen durchführen und Aktien verkaufen sowie Anleihen aufstocken dürften.

Daten zeigen, dass der langfristige US-Staatsanleihen-ETF (TLT) im vergangenen Quartal um weniger als 1 % gestiegen ist und damit deutlich hinter US-Aktien zurückblieb. Daher könnte das anstehende Rebalancing kurzfristig Druck auf die Aktienmärkte ausüben.

Die Fed-Politik bleibt der größte Unsicherheitsfaktor

Nach der ersten Zinssitzung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh sind die Meinungsverschiedenheiten über den künftigen Zinspfad deutlich gewachsen.

Derzeit gehen einige Institute davon aus, dass die Fed in diesem Jahr keine weiteren Zinserhöhungen vornehmen wird, während die amerikanische Bank für den Rest des Jahres noch mit bis zu drei Zinsschritten rechnet.

Rob Haworth, Senior Investment Strategist bei der Bank of America's Vermögensverwaltung, erklärt, dass die Investoren die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen vor allem deshalb neu einpreisen, weil immer noch unklar ist, welche geldpolitische Richtung Warsh künftig einschlagen wird.

Diese geldpolitische Unsicherheit ist somit eine der größten gegenwärtigen Risiken für die Märkte.

Steigende Hebelgeschäfte könnten Marktkorrekturen verstärken

Neben dem Risiko von Politikmaßnahmen richten immer mehr Analysten den Blick auf den stetig steigenden Verschuldungsgrad am Markt.

Seit Jahresbeginn steigen die Handelsvolumina bei Optionen, die Höhe der Wertpapierkredite nimmt kontinuierlich zu und die Kapitalzuflüsse in gehebelte ETFs wachsen ebenso rasant – insbesondere fließt viel Geld in halbleiterbezogene Produkte, um von der KI-Hausse zu profitieren und die Rendite zu hebeln.

Charlie McElligott, Stratege bei Nomura Securities, hat zuvor gewarnt, dass die große Konzentration von gehebeltem Kapital die künftige Marktvolatilität durchaus erhöhen kann.

Auch Chris Galipeau, Chefmarktstratege des Franklin Templeton Institute, sagt: "Typischerweise ist eine solche hohe Volatilität ein Warnsignal für den Markt."

Er sieht eine klare Zunahme spekulativer Stimmung. Viele populäre Technologiewerte befinden sich in den Händen kurzfristig orientierter Investoren. Sollte es zu negativen Nachrichten kommen, könnte sich der Verkaufsdruck schnell verstärken.

Daten zeigen, dass das verwaltete Vermögen des größten amerikanischen dreifach gehebelten Semiconductor-ETF – Direxion Daily Semiconductor Bull 3X ETF (SOXL) – von 14,1 Milliarden US-Dollar im Juni letzten Jahres auf fast 34 Milliarden US-Dollar zum Höhepunkt im Juni dieses Jahres angestiegen ist; das entspricht einer Verdopplung binnen eines Jahres und zeigt, dass weiter massiv gehebeltes Kapital in den KI- und Halbleitersektor fließt.

Insgesamt bleibt man an der Wall Street für die zweite Jahreshälfte grundsätzlich optimistisch. Mehrere Marktteilnehmer, darunter Nationwide und Goldman Sachs, sind der Ansicht, dass das Gewinnwachstum der Unternehmen ausreicht, um die Hausse fortzusetzen.

Viele Analysten weisen jedoch darauf hin, dass nach dem rasanten Anstieg im zweiten Quartal die US-Aktienmärkte in den kommenden Monaten sehr wahrscheinlich in eine Phase erhöhter Volatilität eintreten werden. RBC rechnet nach der jüngsten Anhebung des S&P-500-Zielwertes mit einer möglichen Korrektur von 5 % bis 10 % im kommenden Jahr; David Laut, Chief Investment Officer von Kerux Financial, hält sogar eine noch ausgeprägtere Korrektur um 10 % bis 20 % für möglich.

Für Anleger bedeutet das: Mit dem Fokus auf Berichtssaison, Fed-Politik und Kapitalströme wird der Weg nach oben für US-Aktien in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich wesentlich holpriger verlaufen als im zweiten Quartal.

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