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Warum ist Dr. Copper in letzter Zeit so stark gestiegen?

Warum ist Dr. Copper in letzter Zeit so stark gestiegen?

华尔街见闻华尔街见闻2026/08/06 02:44
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Von:华尔街见闻

Weißt du, wie viel „sofort verfügbarer Kupfer“ weltweit noch übrig ist?

94.000 Tonnen.

Wie lange reicht das für den weltweiten Verbrauch? Um etwas mehr als einen Tag.

Das ist die Zahl, die die London Metal Exchange am 4. August veröffentlicht hat. Am selben Tag sprang der Kupferpreis um 1,9% auf 14.117 US-Dollar pro Tonne, was umgerechnet über 100.000 RMB pro Tonne entspricht – nur einen Schritt entfernt vom historischen Höchststand im Mai dieses Jahres.

Warum steigt der Preis so stark? Erstens, weil die USA wie verrückt kaufen.

Die USA überlegen seit zwei Jahren, Importzölle auf Kupfer zu erheben – auf Stahl und Aluminium wurde das bereits gemacht, und Kupfer wird wohl nicht verschont bleiben. Der Markt erwartet einhellig, dass ab 2027 15% und ab 2028 dann 30% fällig werden.

Die Zölle sind zwar noch nicht in Kraft, aber allein das „Es kommen Zölle“ brodelt schon im Markt.

Stell dir vor, im Supermarkt hängt ein Schild „Nächste Woche wird die Milch teurer“. Auch wenn der Preis noch nicht gestiegen ist, würdest du garantiert schon mal zwei Kisten bunkern, oder?

Die globalen Händler sind genau wie der, der in den Supermarkt rennt. Im Juli dieses Jahres kamen über 200.000 Tonnen Kupfer in den USA an – ein Monatsrekord seit Beginn der Erhebung 2014. Die Kupfervorräte in amerikanischen Lagerhäusern steigen immer weiter, angeblich sind es schon mehr als eine Million Tonnen – das gab es noch nie zuvor.

Die Folge: Das weltweite Kupfer wandert in die USA. Europäische und asiatische Lager werden nach und nach leergeräumt, die sofort verfügbare Kupfermenge im Londoner Lager sank von einem Hoch zu Jahresbeginn auf 94.000 Tonnen, und die Lagerbestand der Shanghai Stock Exchange fiel von mehr als 400.000 Tonnen im März auf etwa 70.000 Tonnen.

(Daten Stand 4. August 2026, Quellen: LME, Shanghai Metal Net, Shanghai Stock Exchange)

Warum sind die Händler so aktiv? Weil in den USA der Kupferpreis höher ist. Der Unterschied liegt bei über 350 US-Dollar pro Tonne, abzüglich der Transportkosten bleibt noch Gewinn.

Würde Kupfer nur von Osten nach Westen verschoben, wäre das noch leicht zu handhaben. Das eigentlich Problematische ist aber, dass die globale Kupferminenproduktion zurückgeht.

Am auffälligsten ist die Kupfererz-Verarbeitungsgebühr. Diese Gebühr war ursprünglich das „Verarbeitungsentgelt“ der Schmelzereien, ist aber jetzt auf -159,8 US-Dollar/Tonne gefallen. Was bedeutet das? Für jede Tonne Kupfer, die eine Schmelzerei bearbeitet, verdient sie nicht nur nichts, sondern muss sogar draufzahlen, um Rohstoffe zu sichern. Diese Zahl zeigt, wie knapp es am Minenende wirklich ist.

(Der Kupferpreis läuft ausgehend von 14.000 US-Dollar/Tonne auf hohem Niveau, während die Verarbeitungsgebühr für Kupfererz ins tief Negative abfällt)

Schauen wir auf die Angebotsseite: Chile, das Land mit der weltweit größten Kupferproduktion, verzeichnet im zweiten Quartal dieses Jahres das schlechteste Resultat seit 2007. Guosheng Securities hat das detailliert erfasst: Im Mai sank die Produktion von Codelco um 18,3% gegenüber dem Vorjahr, Escondida ging um 17,6% zurück; einige Minen mussten wegen Stürmen vorübergehend stoppen. Indonesiens Weltklasse-Mine Grasberg hatte immer wieder Probleme beim Wiederanlauf, und Freeport hat seine Jahresprognose um 136.000 Tonnen gesenkt. Peru, das drittgrößte Kupferproduktionsland weltweit, hat eine explodierte Erdgas-Pipeline – etwa 40% des landesweiten Stroms werden mit Erdgas erzeugt, und wenn Strom knapp ist, fehlt auch der Minen-Strom.

Zu Jahresbeginn wurde noch ein weltweites Produktionswachstum von 1% erwartet, jetzt wurde das bereits auf „nicht Wachstum, sondern Rückgang“ korrigiert.

Angebotskürzung, US-Hortung – Kupferpreise werden hoch gehalten, aber gleichzeitig ist gerade die traditionell schwache Verbrauchssaison: Die Beschäftigungsquote bei Kupferdraht, Kabel etc. sinkt weiter, die Nachfrageseite birgt also durchaus Risiken.

Für die künftige Entwicklung gehen die Meinungen der Investmentbanken auseinander.

Morgan Stanley setzt Kupfer an die Spitze der Rohstoffe und sieht zum Jahresende ein Kursziel von 14.250 US-Dollar/Tonne – Begründung: „An beiden Pazifikküsten wird um Kupfer gekämpft“ – die USA horten, China kauft auch (im Juni +10% im Vergleich zum Vorjahr), und durch diese doppelte Nachfrage wird weltweit immer weniger Kupfer verfügbar.

Citi ist noch aggressiver und sieht zum Jahresende 15.000 US-Dollar. Sie sagen, der Engpass im chinesischen Spotmarkt sei bereits real sichtbar.

Auch JP Morgan mischt mit und erwartet, dass die USA ihre Zölle so gestalten werden, dass sie „sich selbst schützen, aber weiterhin Importe attraktiv halten“, womit sie den Weg für einen Kupferpreis von 15.000 US-Dollar freimachen.

Andere Institute dagegen sehen die Sache nüchterner.

Goldman Sachs dreht die Position: Zu Jahresbeginn sprach man noch von Engpässen, jetzt warnt man, dass außerhalb der USA ein Überangebot von 490.000 bis 3 Millionen Tonnen herrscht; dass Preise über 13.000 US-Dollar von Zoll-Hortungen und Spekulationsgeldern getrieben werden – losgelöst von den Fundamentaldaten. Das Kursziel fürs vierte Quartal wurde auf 11.200 US-Dollar gekürzt – und dazu die Warnung, das gehortete Kupfer werde irgendwann zurückfließen, dann entstehe ein „Stausee“.

Macquarie ist noch früher bärisch und veröffentlicht einen Bericht mit dem Titel „Copper Correction Ahead“. Sie sagen, dass 2026 Kupfer im Überschuss sein wird, und die Markteuphorie läuft den Fundamentaldaten voraus.

Wer richtig liegt, ist ungewiss und bleibt abzuwarten.

Fest steht aber: Kupfer hat im Segment der Industriemetalle aktuell die stärksten Fundamentaldaten; aber ob der Preis sich halten kann, hängt nicht allein vom Ausbruch ab, sondern davon, ob die Lager tatsächlich sinken und die Nachfrage den Preis tragen kann.

Und was Investments angeht, sind die Präferenzen der Institute klar: Bevorzugt werden Unternehmen mit ausreichenden upstream-Ressourcen, wachsender Produktion und Kostenvorteil – nicht einfach der gesamte Industriezweig.

Für die kommenden Zeitpunkte ergeben sich folgende Beobachtungen:

  • Die Fed-Sitzung im September: Die Phase mit den stärksten Zinserwartungen dürfte vorbei sein; kein Zinsschritt ist positiv für Kupfer.

  • US-Zollentscheidung: Werden Zölle erhoben, geht die Einkaufspanik weiter, und Kupferpreise könnten neue Rekorde erreichen; werden sie nicht erhoben, endet die Hortungswelle und der Preis korrigiert.

  • „Golden September, Silberner Oktober“: Die traditionelle Hochsaison für die verarbeitende Industrie. Trifft die Nachfrage ein, kann der Kupferpreis eine weitere Stufe erklimmen.

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