Institution: Die Rücksetzer bei Gold und Silber bedeuten nicht das Ende des Bullenmarktes, die langfristige Anlage-Logik bleibt bestehen
Finanzen.net, 11. August—— Sprott-Führungskraft Maria Smirnova ist der Meinung, dass der jüngste Rückgang von Gold und Silber eine zyklische Korrektur innerhalb eines Bullenmarkts darstellt und keinen Trendbruch bedeutet. Souveräne Verschuldung, Zentralbankankäufe und geopolitische Faktoren unterstützen weiterhin den Goldpreis, während Silber von der Nachfrage aus der neuen Energieindustrie profitiert. Obwohl die Aktien von Bergbauunternehmen zusammen mit dem Goldpreis korrigiert haben, bleiben die Minenbetreiber solide, und selbst bei hohen Marktschwankungen bleibt die langfristige Anlagelogik für Gold und Silber bestehen.
Nach kräftigen Kursanstiegen kam es im Jahr 2026 zu einer deutlichen Preiskorrektur bei Gold und Silber, was viele Marktteilnehmer befürchten ließ, dass der langfristige Bullenmarkt für Edelmetalle vorbei sein könnte.
Maria Smirnova, Managing Partner bei Sprott Inc., Senior Portfolio Manager und Chief Investment Officer bei Sprott Asset Management, stellt in ihrem neuesten Bericht eine andere Sichtweise dar,
Zyklische Korrektur verändert die fundamentalen Grundlagen der Edelmetalle nicht
Ein Rückblick auf die letzten zwei Jahre zeigt: 2025 verzeichneten Gold und Silber einen beeindruckenden Aufwärtstrend, der Spotpreis für Gold stieg um mehr als 64,58%, Silber um 147,95%. Massive Zukäufe der Zentralbanken, Inflationsbedenken, Expansion staatlicher Verschuldung sowie geopolitische Risiken trieben diese Entwicklung. Ende Januar 2026 erreichten beide Edelmetalle erneut Rekordstände.
Smirnova betont, dass Gold und Silber nach dem Hochpunkt im Januar eine Korrektur durchliefen, im zweiten Quartal fielen die Preise deutlich, Gold schwankte im Bereich von 4.000 bis 4.100 US-Dollar je Unze, Silber fiel auf 55 bis 60 US-Dollar je Unze. Trotz des Rückgangs liegen die Preise immer noch über Vorjahresniveau. Mit zunehmender Unsicherheit im Nahen Osten erholten sich die Preise jüngst wieder. Diese Korrektur ist hauptsächlich auf kurzfristige Liquidität, einen starken US-Dollar und andere zyklische Faktoren zurückzuführen und nicht auf eine Verschlechterung der fundamentalen Rahmenbedingungen.
Die anhaltende Expansion der Staatsverschuldung, hohe Haushaltsdefizite, die Diversifizierung der Reserven durch Zentralbanken und die globale geopolitische Fragmentierung bieten Gold weiter Unterstützung. Für Silber ist die industrielle Nachfrage aus Photovoltaik, Stromnetzbau, KI-Infrastruktur und der High-End-Elektronikbranche ausschlaggebend, während das Angebot aus Minen nur schleppend wächst und so Jahr für Jahr Defizite am Markt entstehen.
Sie betont,
Analyse des dreistufigen Goldmarkts im Jahr 2026 und Status der Bergbauaktien
Der Bericht gliedert die Goldkursentwicklung 2026 in drei Phasen: Zu Jahresbeginn sorgten Verschuldungsrisiken und Zentralbankankäufe für immer neue Höhen beim Goldpreis; im März verschärften geopolitische Ereignisse die globale Liquidität, gehebelte Anleger verkauften und realisierten Gewinne, der Goldpreis kam unter Druck, hinzu kamen ein starker US-Dollar und Erwartungen einer straffen Politik, was den Goldpreis im zweiten Quartal weiter schwächte. Zu Beginn des Sommers ließ der Verkaufsdruck nach, reale Nachfrage und fortwährende Zentralbankankäufe sorgten für eine Bodenbildung beim Gold. Die kontinuierlichen Käufe offizieller Institutionen verhinderten einen stärkeren Preisverfall.
Der Edelmetallbergbausektor korrigierte synchron zum Goldpreis, viel Kapital floss in Technologie- und KI-Sektoren und entzog damit zyklischen Branchen Mittel. Smirnova sagt: Trotz schwacher Kursentwicklung bleiben die führenden Goldminenunternehmen operativ solide, verfügen über ausreichend freien Cashflow, haben eine gesunde Bilanz und belohnen Aktionäre durch Dividenden und Rückkäufe. Branchenspezifische Fusionen und Übernahmen gehen weiter. Allerdings befindet sich die Bewertung des Sektors im Vergleich zu vergangenen Bullenmärkten weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Die einzigartige Angebots- und Nachfrage-Situation bei Silber
Im Gegensatz zu Gold, das vor allem eine Währungs- und Schutzfunktion hat, ist Silber sowohl Währung als auch Industriemetall. Der Silbermarkt ist kleiner und der Anteil gehebelter Transaktionen deutlich größer, die Kursausschläge sind meist stärker als beim Gold.
Im zweiten Quartal kühlte das industrielle Segment ab, spekulative Positionen wurden abgebaut, und die Silberpreise fielen überproportional. Langfristig sorgt die Expansion der erneuerbaren Energien und der Elektrifizierungsindustrie für eine starke Nachfrage, das Angebot aus Minen kann dem kaum folgen, Lagerbestände werden stetig abgebaut. Mit dem Anstieg über 60 US-Dollar pro Unze wird die strukturelle Angebots- und Nachfragedynamik von Silber erneut im Markt wahrgenommen.
Fazit
Zusammengefasst: Die Auswirkungen von kurzfristigen Zinsen und einem starken US-Dollar sind größtenteils bereits in den Preisen von Gold und Silber eingepreist. Starke Schwankungen im Edelmetallmarkt sind ein typisches Merkmal eines langfristigen Bullenmarkts – Korrekturen verbessern sogar das Risiko-Ertrags-Verhältnis für den mittleren und langen Anlagehorizont.
Solange strukturelle Faktoren wie hohe Verschuldung, De-Dollarisierung durch Zentralbanken und geopolitische Fragmentierung bestehen bleiben, bleibt die Investitionslogik für Gold und Silber fundamental unverändert. Anleger sollten zwischen kurzfristigen zyklischen Schwankungen und langfristigen Trends unterscheiden.
Wochenchart von Spot-Gold. Quelle: Easy Finanzen
GMT+8, 11. August, 11:06: Spot-Gold notiert bei 4.413,26 US-Dollar pro Unze
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