Gold durchbricht erneut die 4000-Dollar-Marke
Nachdem Gold längere Zeit bei etwa 4000 US-Dollar pro Unze seitwärts gehandelt wurde, zeigen sich nun wieder Anzeichen für einen Ausbruch.
Der traditionelle Rahmen der Goldanalyse ist seit 2020 außer Kraft gesetzt.
Der Grund dafür ist eigentlich simpel: Der US-Dollar verliert seine Rolle als Reservewährung und wird zu einer Ware.
Das größte KPI der US-Notenbank ist derzeit die Produktion von US-Dollar, in Kombination mit der Pflege des Dollar-Images, um den Gesamtwert dieser Ware maximal zu steigern.
Der Wert des US-Dollars wird hauptsächlich von zwei Faktoren beeinflusst: zum einen die umfassende nationale Stärke der USA und zum anderen die fiskalische Disziplin.
Das Messinstrument für den Wert des US-Dollars ist Gold.
Gold ist keine Ware, deren Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Gold war der König vor der Ära der Kreditwährungen und hat mit deren Einführung die Krone verloren. Wenn Kreditgeld versagt, gewinnt Gold seinen ursprünglichen Wert als Währung zurück.
Der Wert von 10.000 US-Dollar, gemessen in Gold, schrumpft kontinuierlich. Vor den 1970er Jahren konnte man für 10.000 US-Dollar mehr als 200 Unzen Gold bekommen. Bis heute ist diese Zahl stark gesunken: Stand 11. August 2026, bekommt man für 10.000 US-Dollar nur noch 2,28 Unzen Gold.
Von mehr als 200 Unzen Gold auf 10.000 US-Dollar bis heute nur noch 2,28 Unzen – das zeigt den Schwund der wirklichen Kaufkraft des Dollars in den letzten fünf bis sechzig Jahren.
Die Einschätzung der Goldpreisentwicklung ist heute gleichbedeutend mit der Prognose des inneren Wertes des Dollars.
Was die umfassende nationale Stärke betrifft, gibt es unterschiedliche Meinungen. Zwar steht die USA im Vergleich zu China am Ende, aber relativ gesehen nimmt sie gegenüber allen anderen Ländern (außer China) immer noch eine hohe Position ein.
Das größte Problem sind die fiskalischen Regeln: Im August 2026 beträgt die US-Staatsverschuldung bereits über 40 Billionen Dollar. Bleibt die aktuelle Staatsanleiherendite bei 4%-5%, sind die Zinskosten höher als die Militärausgaben – dann stößt man auf das "Ferguson-Gesetz". Der Status als Großmacht ist dann nicht mehr zu halten; Spanien und Frankreich sind historische Beispiele dafür.
Die US-Notenbank hält aktuell noch dagegen und senkt die Zinsen nicht, aber auf diesem Zinssatzniveau bezweifle ich, dass man das lange durchhhält.
Der innere Wert des Dollars wird also weiter abnehmen; der nächste Auslöser für einen Abwärtstrend ist eine beginnende Zinssenkung.
Die Kompetenzen der US-Notenbank beim Management dieses nie dagewesenen Produkts Dollar sind bereits nahezu perfekt.
Wir können in der obigen Grafik das Verhältnis zwischen dem durchschnittlichen Einkommen in den USA und dem Goldpreis ablesen. Von 1945 bis heute konnten die meisten Amerikaner für ihr Jahreseinkommen mehr als 40 Unzen Gold kaufen. Beachte: Die Unze ist kein konventionelles Gewicht von 28,35 Gramm, sondern speziell für Gold, nämlich 31,1 Gramm. 40 Unzen Gold bedeuten, dass ein durchschnittlicher US-Amerikaner mit seinem Tageslohn 3,4 Gramm Gold tauschen kann.
Die Höhepunkte des Verhältnisses von US-Durchschnittseinkommen zu Gold fallen meist mit den Höhepunkten der US-Macht zusammen, etwa 1970 oder 2001. Damals konnte das durchschnittliche Einkommen mehr als 100 Unzen Gold kaufen. Historisch lag dieser Wert nur zwei Jahre unter 20, nämlich 1980 und zuletzt im Jahr 2025.
Aus zyklischer Sicht würden Technikanalysten zu dem Schluss kommen, dass das Verhältnis wieder steigen muss. Da sich das durchschnittliche US-Einkommen kurzfristig nicht stark verändert, kann nur der Goldpreis deutlich fallen.
Aus Sicht der Fundamentals ist der Niedergang der USA jedoch unabwendbar.
Mit Blick auf die Grafik kann man sagen: Für den durchschnittlichen US-Amerikaner war 2025 vielleicht das schlechteste Jahr der letzten vier bis fünf Jahrzehnte, könnte aber das beste Jahr der kommenden vier bis fünf Jahrzehnte sein, denn das US-Durchschnittseinkommen kann immer noch 17 Unzen Gold kaufen.
Eine Nebenbemerkung: Der Dollar ist zwar schwach, sonst würden die Zentralbanken weltweit nicht ihre Devisenreserven vom Dollar in Gold umtauschen. Interessant ist aber, dass der Dollar gegenüber dem Euro und Yen insgesamt immer noch stark ist.
Kurz gesagt: Zwar steht der US-Dollar schlecht da, doch Europa und Japan schneiden noch schlechter ab. Die europäische fiskalische Disziplin ist etwas besser, aber was neue Industrien betrifft, geht dort alles ins Leere. Japan hingegen ist sowohl bei neuen Industrien als auch bei der fiskalischen Disziplin unterdurchschnittlich.
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