Rasanter Anstieg um 20% zurück zum Bullenmarkt! Der koreanische Kospi zeigt ein V-förmiges Wunder – der Markt zweifelt, ob die Erholungsdynamik bald erschöpft ist
Da Investoren in großer Zahl zu den südkoreanischen Halbleiterriesen zurückkehren, die den Index dominieren, befindet sich der Markt wieder in einem technischen Bullenmarkt.
German Finance-Nachrichten-App weist darauf hin, dass der koreanische Aktienindex Kospi aus dem jüngsten starken Einbruch herausgekommen ist und eine Umkehr erreicht hat. Während Investoren wieder verstärkt in die dominierenden koreanischen Halbleiter-Giganten investieren, kehrt der Markt in einen technischen Bullenmarkt zurück.
Nachdem der Index im vergangenen Monat durch Hebelpositionen und zwangsweise Liquidierungen in einen Bärenmarkt gedrückt wurde, hat er sich vom Tiefpunkt im Juli um mehr als 20 % erholt und damit die übliche Schwelle für einen Bullenmarkt erreicht.
Die Geschwindigkeit dieses Umschwungs unterstreicht die enorme Volatilität von Technologiewerten und wirft eine größere Frage auf: Wie lange kann die aktuelle Rallye am koreanischen Aktienmarkt anhalten?
Für Optimisten hängt die Antwort stark davon ab, ob die fundamentalen Hintergründe der koreanischen Halbleiter-Giganten mit den zunehmend positiven Erwartungen mithalten können. Starke Ergebnisse amerikanischer Tech-Giganten und das fortwährende Bekenntnis zu Ausgaben für den Aufbau von KI-Infrastruktur (AI) haben das Marktvertrauen erneuert, dass die Nachfrage nach Speicherchips weiterhin robust bleibt.
Pieter Kim, Leiter der globalen Anlagestrategie bei KB Securities, sagt: „Während des Ausverkaufs waren der KI-Trend und die weiterhin starken Gewinne stets präsent, daher sind es die Fundamentaldaten, die den Markt zur Normalität zurückgeführt haben, und nicht umgekehrt.“
Kim erklärt, dass während des Einbruchs im Halbleitersektor Bewertung und Gewinne nie ernsthaft in Frage gestellt wurden und der Ausverkauf hauptsächlich technisch und durch Kapitalflüsse getrieben war. Mit zunehmender Regulierung und der Rückkehr der Broker zu normalen Margin- und Risikoanforderungen ist der Liquidationsdruck auf Hebelpositionen ebenfalls zurückgegangen. Dies könnte den Markt mit einer stabileren Grundlage als vor dem Crash versorgen.
Bringt Konzentration Risiken oder Chancen?
Die starke Abhängigkeit des Kospi von wenigen Halbleiterunternehmen macht seine Bullenmarktphase äußerst sensibel für Stimmungsänderungen im AI-Markt.
Philipp Wool, Forschungsleiter bei Rayliant Global Advisors, meint: „Im Moment ist der koreanische Aktienmarkt im Grunde ein Synonym für AI-Hardware-Trading geworden.“
Wool stellt fest, dass der Ausverkauf abebbt, Schnäppchenjäger zurückkehren und die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), dominiert. Die Rallye ist daher teilweise eine technische Erholung. Allerdings haben die besser als erwarteten Ergebnisse der Branchengrößen auch die Erwartungen für AI-Infrastruktur-Ausgaben gestärkt und bieten koreanischen Hardware-Unternehmen Rückhalt für optimistischere Wachstumsprognosen.
Wool sagt: „Jedes Element, das diese Narrative in Frage stellt – ob schwache Investitionsprognosen von Großunternehmen, sinkende token-Preise oder Sorgen über die Straffung der Federal Reserve – könnte eine Korrektur auslösen. Solange es Unsicherheit über die Entwicklungsrichtung der AI-Hardware-Ausgaben gibt, wird die Volatilität voraussichtlich bestehen bleiben.“
Billy Liang, Investmentstratege bei Global X ETFs, verweist auf die Corporate-Governance-Reformen in Korea und das Programm zur 'Steigerung des Unternehmenswerts', die helfen, den sogenannten 'Korea Discount' zu verringern und damit die optimistische Argumentation stärken.
'Korea Discount' bezeichnet das Phänomen, dass koreanische Unternehmen dauerhaft mit niedrigeren Bewertungen als internationale Konkurrenten gehandelt werden.
Liang sagt: „Der Kospi ist bereits im Bullenmarkt, aber die entscheidendere Frage ist, ob diese Rallye spekulativ oder von tatsächlicher fundamentaler Verbesserung getrieben wird.“
Er meint, im Vergleich zu spekulativen Blasen befinde sich der koreanische Markt näher an einem fundamental unterstützten Bullenmarkt, und die Gewinnaussichten bei Halbleitern steigen weiterhin. Allerdings zeigt das hohe Engagement privater Anleger, die starke Konzentration im Index und die ambitionierten Marktziele Anzeichen dafür, dass sich der Zyklus dem Ende nähert.
Andere warnen davor, die 20%-Marke überzubewerten.
Yun Jung In von Fibonacci Asset Management Global sagt: „Ich wäre vorsichtig, dies als einen völlig neuen Bullenmarkt darzustellen.“ Er merkt an, dass die Rallye zwar eine technische Erholung nach Zwangsliquidierungen darstellt, aber auch die Rückkehr von Stabilität symbolisiert.
Seine Grundannahme ist, dass der übergreifende Bullenmarkt-Trend durch bessere Halbleitergewinne und sich verbessernde Risikobereitschaft anhält, aber Tempo und Volatilität abnehmen. „Nach so einem steilen Anstieg ist eine gewisse Konsolidierung gesund; Anleger sollten nicht erwarten, dass der Markt weiterhin mit gleichem Tempo steigt.“
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