Südkoreas Aktienmarkt steigt um 22 %, aber fast niemand hält Positionen
Der KOSPI-Index in Südkorea ist in drei Handelstagen um 10 % gestiegen und hat sich seit dem Tiefpunkt um über 22 % erholt, was offiziell einen technischen Bullenmarkt bestätigt. Hedgefonds haben jedoch ihre Positionen stark reduziert und liegen damit deutlich im Gegensatz zur Indexentwicklung. Analysen weisen darauf hin, dass bei einer anhaltenden Markterholung ein passives Nachziehen der Positionen zur nächsten Aufwärtsdynamik beitragen könnte.
Der südkoreanische Aktienmarkt hat unter dem doppelten Einfluss von technischen und liquiditätsbezogenen Faktoren eine selten schnelle Erholung vollzogen, doch Hedgefonds verpassten überraschend diese Aufwärtsbewegung, was weiteres, durch FOMO getriebenes Aufwärtspotenzial schafft.
Der KOSPI-Index stieg innerhalb von nur drei Handelstagen um etwa 10 % und hat seit dem Tiefpunkt vom 30. Juli bereits mehr als 22 % zugelegt, womit er offiziell in den Bereich eines technischen Bullenmarktes eingetreten ist. Dies ist das erste Mal, dass der Index seit dem historischen Absturz im Juli diese Schwelle erreicht hat.

Gleichzeitig hat sich die Volatilität nahezu halbiert, ausländische Investoren und lokale Institutionen kaufen weiterhin netto, und die Marktstimmung hat sich deutlich stabilisiert.
Allerdings haben Hedgefonds ihre KOSPI-Positionen stark reduziert, was zu einer auffälligen Divergenz zwischen der aktuellen Positionshöhe und dem Kursanstieg führt. Analysten weisen darauf hin, dass ein passives Aufstocken in der nächsten Phase zum neuen Auftrieb werden könnte.

Technische Erholung bestätigt, Volatilität stark gesunken
Der KOSPI hat sich oberhalb der zuvor hemmenden Abwärtstrendlinie gefestigt und die 21-Tage-Linie zurückgewonnen. Aus technischer Sicht wurde die aktuelle Erholungsbewegung vorläufig bestätigt, doch schon bald steht die nächste Prüfung bevor – die 100-Tage-Linie stellt den nächsten wichtigen Widerstand dar.
Auch die Volatilitätsveränderung ist bemerkenswert. Der KOSPI VIX hat sich im Vergleich zum Höchststand nahezu halbiert, liegt jedoch aus längerer Sicht immer noch auf relativ hohem Niveau.
Bemerkenswert ist, dass der Index die größte Erholung seit dem Absturz verzeichnet und die Volatilität gleichzeitig deutlich zurückgeht – dies steht im Gegensatz zur vorherigen, von Extrembewegungen geprägten Phase, in der "steigende Preise und parallele Volatilitätsanstiege" vorherrschten. Dies signalisiert, dass die aktuelle Marktstimmung deutlich stabiler und nicht irrational überhitzt ist.

Ausländische Investoren und Institutionen steigen ein, Kleinanleger nehmen Gewinne mit
Beim Blick auf die Kapitalströme zeigt sich, dass ausländische Investoren die Hauptkäufer dieser Erholungsphase sind. Laut Daten von Goldman Sachs beträgt die Netto-Kaufsumme ausländischer Investoren beim KOSPI aktuell etwa 1,2 Milliarden US-Dollar, davon konzentrieren sich rund 1,1 Milliarden US-Dollar auf den Technologiesektor – die gesamte Nachfrage stammt fast ausschließlich von Technologiewerten.
Auch lokale Institutionen stehen auf der Käuferseite, mit einem Netto-Kauf von ca. 383 Millionen US-Dollar beim KOSPI und etwa 432 Millionen US-Dollar im Technologiesektor.
Im Gegensatz dazu realisieren Privatanleger fortlaufend Gewinne – allein im Technologiesektor beläuft sich die Netto-Verkaufsmenge bereits auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar.
Die Risikobereitschaft im Bereich Halbleiterspeicher bleibt stark; der Philadelphia Semiconductor Index stieg über Nacht um 2,5 %, und die anhaltend optimistischen Erwartungen bezüglich der Aktionärsrendite von Samsung Electronics und SK Hynix bieten einen wichtigen emotionalen Rückhalt.
Hedgefonds verpassen Erholung, Nachkaufsdruck nimmt zu
Das auffälligste Strukturelement dieser Erholung besteht in der weitgehenden Abwesenheit der Hedgefonds.
Hedgefonds haben ihre KOSPI-Positionen stark zurückgesetzt, und die Lücke zwischen den aktuellen Positionen und der Kursentwicklung des Index vergrößert sich weiter. Mit anderen Worten: Der Index hat bereits eine umfassende Erholung vollzogen, während große institutionelle Investoren ihre Positionen nicht entsprechend angepasst haben.
Dieses Positionierungs-Vakuum könnte, wenn der Index weiter steigt, zu einem zwangsweisen Nachkaufen führen, woraus eine sich selbst verstärkende Aufwärtsspirale entsteht.
Zudem bleibt der Philadelphia Semiconductor Index im Vergleich zum KOSPI deutlich voraus. Sollte der KOSPI diese relative Lücke schließen, wird dies für Investoren mit untergewichteten Positionen zusätzlichen Nachkaufsdruck erzeugen.

Können Samsung und SK Hynix eine Short-Squeeze-Rally in Speicheraktien auslösen?
Auf Einzeltitelebene hat SK Hynix die Abwärtstrendlinie durchbrochen und ist zum favorisierten Ziel ausländischer Tageskäufe geworden, doch der Aktienkurs liegt weiterhin unterhalb der 21-Tage-Linie.
Analysten meinen, dass für eine echte Short-Squeeze-Rally ein deutlich höheres Handelsvolumen sowie ein entschiedener Kursdurchbruch über die 21-Tage-Linie nötig ist.

Samsung Electronics hat klar die kurzzeitige Abwärtstrendlinie, die seit dem historischen Hoch besteht, überschritten und die 21-Tage-Linie zurückgewonnen, aber die 50-Tage-Linie stellt derzeit den wichtigsten Widerstand dar, der noch überwunden werden muss.

Zusammengefasst: Sollten Samsung und Hynix ihre jeweiligen Widerstandslinien erfolgreich überwinden und einen kontinuierlichen Nettozufluss ausländischer Investoren aufrechterhalten, könnte die aktuelle Erholung sich zu einer systematischen Short-Squeeze-Rally bei Speicheraktien entwickeln, die Hedgefonds zum erzwungenen Nachkaufen zwingt.
Für Investoren, die noch immer nach Aufwärtspotenzial suchen, bietet die EWY-Bull-Call-Spread-Strategie im Vergleich zur reinen Kauf von Bull-Call-Optionen an diesem Punkt ein attraktiveres Risiko-Ertrags-Verhältnis.
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