Die Zinserhöhungserwartungen der US-Notenbank dominieren den Goldpreis – Bullen und Bären kämpfen um die 4.400-Dollar-Marke
Quelle: Xinhua Finanznachrichten
Xinhua Finanznachrichten, Peking, 8. September – Der Kassapreis für Gold setzt die Korrektur vom vergangenen Wochenende fort und bewegt sich rund um die Marke von 4400 US-Dollar pro Unze, wobei ein intensiver Kampf zwischen Bullen und Bären stattfindet. Aufgrund vielfältiger Einflussfaktoren befindet sich der Goldmarkt aktuell in einem entscheidenden kurzfristigen Richtungsfenster, wobei sowohl Käuferunterstützung nach unten als auch Verkaufsdruck nach oben sichtbar sind und die Marktstimmung zwischen Erwartungen auf Zinserhöhungen und langfristigen Anlagebedürfnissen schwankt.
Die am vergangenen Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für August sind der zentrale Auslöser für die aktuelle Schwäche beim Goldpreis. Die Zahl neuer Arbeitsplätze lag bei 162.000 und übertraf damit die Markterwartungen deutlich, die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,1 % und zeigte so die Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes. Dies führte zu einer schnellen Neubewertung der geldpolitischen Strategie der US-Notenbank. Nach der Veröffentlichung der Daten stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte im September rasch von etwa 50 % auf rund 60 %. Die erhöhte Zinserwartung trieb die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben, wodurch die Haltekosten von Gold als zinslosem Vermögenswert merklich stiegen und den Goldpreis temporär belasteten. Obwohl wegen des US-Feiertags das Handelsvolumen am Montag (7. September) relativ gering war, wurde unterhalb von 4400 US-Dollar pro Unze zweimal deutlich Kaufinteresse verzeichnet, was zeigt, dass der Markt nicht vollständig auf die Bärenseite gewechselt ist und an den Schlüsselstellen weiterhin das Interesse besteht, bei Rücksetzern einzusteigen.
Auffällig ist, dass die jüngste Eskalation geopolitischer Konflikte im Nahen Osten nicht wie in traditionellen Zyklen zu einer erhöhten Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen geführt hat, sondern über den Kanal steigender Energiepreise die Zinserhöhungserwartungen verstärkt und damit den Goldpreis zusätzlich belastet. Seit dem Wochenende nehmen die gegenseitigen Angriffe der USA und Iran auf Schifffahrtsziele weiter zu, die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ist auf das niedrigste Niveau seit Mai zurückgegangen, was die internationalen Ölpreise steigen ließ. Als Schlüsselpunkt für den weltweiten Transport von Öl und Gas verschärft die Instabilität in der Straße von Hormus die Sorgen über einen hartnäckigen Inflationsdruck, und steigende Inflationsgefahr stärkt die restriktive Haltung der US-Notenbank. In der derzeitigen Marktbewertung überwiegt der Effekt der Zinserhöhungserwartungen infolge steigender Ölpreise die sonst übliche Flucht in sichere Häfen, und die traditionelle Funktion von Gold als Sicherheit tritt vorübergehend hinter die Zinsentwicklung zurück. Auch der erneute Konflikt zwischen Israel und Südlibanon hat keine deutliche Nachfrage nach Sicherheit ausgelöst, der Markt sieht geopolitische Konflikte eher als Katalysator für eine verschärfte, restriktive Politik.
Im Gegensatz zur kurzfristigen Handelslogik bietet die langfristige Nachfrage nach Gold einen stabilen Boden für den Goldpreis. Laut neuesten Angaben der chinesischen Zentralbank ist der Goldbestand Ende August im Vergleich zum Vormonat um 650.000 Unzen gestiegen – und das bereits den 22. Monat in Folge, womit die Gesamtmenge nun 76,73 Millionen Unzen beträgt. Diese kontinuierliche Aufstockung ist keine kurzfristig gewinnorientierte Spekulation, sondern eine strategische Entscheidung zur Optimierung der Reserveportfolios und zur Absicherung gegen Risiken von Dollar-Anlagen, und zeichnet sich durch deutlich mehr Stabilität und Beständigkeit als spekulatives Kapital aus. Diese langfristige Nachfrage von offizieller Seite stellt in Korrekturphasen einen wichtigen Stabilitätsfaktor dar und sollte bei der Bewertung des mittelfristigen Goldmarktes nicht unterschätzt werden.
Insgesamt befinden sich am Goldmarkt aktuell Bullen und Bären in einem relativ ausgeglichenen Tauziehen; die Unterstützung bei rund 4400 US-Dollar pro Unze und der Widerstand oberhalb von 4550 US-Dollar definieren eine kurzfristige Schwankungszone. Die Inflationsdaten PPI und CPI der USA, die in dieser Woche veröffentlicht werden, könnten als wichtiger Katalysator die aktuelle Pattstellung auflösen. Bleiben die Daten hoch, könnte die Zinserwartung weiter steigen und der Goldpreis kurzfristig weiter unter Druck geraten; zeigen sich dagegen Anzeichen für sinkende Inflation, dürfte Gold eine Atempause gewinnen und erneut Widerstandsniveaus testen. Die weitere Entwicklung der Lage an der Straße von Hormus, Äußerungen von Fed-Vertretern und mögliche politische Veränderungen sind ebenso zu beobachten, um das Zusammenspiel aus kurzfristigen Schwankungen und langfristigen Trends optimal zu steuern.
(Autor: Wang Shenghao, Senior Analyst bei Zhongzhou Futures, Beratungszertifikat: Z0021754)
Redaktionsverantwortlicher: Zhu Henan
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