Entlassungen um 27 %, Produktivität steigt um 9,6 %! Internationale Umfrage von Morgan Stanley enthüllt: KI hat bereits Gewinn- und Mitarbeiterlisten der Unternehmen grundlegend verändert
Morgan Stanley hat auf Basis einer AlphaWise-Umfrage, die fünf Länder abdeckt – die USA, Großbritannien, Deutschland, Japan und Australien – das Fazit gezogen: KI ist nicht mehr nur ein Narrativ, sondern beginnt bereits, die Beschäftigtenlisten und Gewinn- und Verlustrechnungen von Unternehmen zu verändern.
Wie die APP von Zhihu Finance feststellt, zieht Morgan Stanley aus einer AlphaWise-Umfrage, die fünf Länder – USA, Großbritannien, Deutschland, Japan und Australien – sowie die fünf Branchen Banken, Software und Dienstleistungen, Technische Hardware, Halbleiter und professionelle Dienstleistungen abdeckt, ein Fazit: KI ist nicht länger nur ein Narrativ, sie beginnt bereits, das Mitarbeiterregister und die Gewinn- und Verlustrechnung der Unternehmen umzuschreiben.
Laut der Umfrage haben die befragten Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten 12% der Stellen direkt durch KI abgebaut und weitere 15% der Stellen nach Mitarbeiterfluktuation nicht nachbesetzt, sodass insgesamt 27% der Positionen betroffen waren. Gegenüber steht eine Kompensation durch 22% neueinstellungen, 25% Umschulungen und 16% interne Versetzungen – im Ergebnis ein durchschnittlicher Netto-Stellenabbau von 5% in den fünf Ländern.
Betrachtet man die einzelnen Länder, ist der Netto-Stellenabbau in Japan am stärksten (10%), gefolgt von Großbritannien (6%), den USA (5%) und Australien (4%); Deutschland ist das einzige Land mit einem Netto-Stellenzuwachs (1%) und auch das Land mit dem höchsten Umschulungsanteil.
Auch nach Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Halbleiterbranche weist mit 8% den höchsten Netto-Stellenabbau auf, gefolgt von Software und Dienstleistungen (7%), Technische Hardware (5%), professionelle Dienstleistungen (4%); der Bankensektor kommt mit 3% am glimpflichsten davon, weist aber mit 26% die höchste Umschulungsquote auf und ist somit der aktivste Sektor beim gleichzeitigen Abbau und Umschulen von Personal.
Beachtenswert ist, dass Offshoring-Positionen besonders betroffen sind: 41% der Offshore-Stellen wurden gestrichen oder nicht nachbesetzt, und vor allem große Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden haben ihre Offshore-Teams am stärksten abgebaut. Beschäftigte mit 2 bis 5 Jahren Erfahrung sind bei Entlassungen und Nicht-Nachbesetzungen am stärksten betroffen, stellen aber gleichzeitig die Hauptgruppe bei Neueinstellungen und internen Umsetzungen dar – KI verdrängt also nicht bestimmte Menschengruppen, sondern bestimmte Fähigkeiten.
Wirklich relevant für Investoren ist die Produktivität. Der Bericht zeigt, dass die befragten Unternehmen in den letzten 12 Monaten ihre Netto-Produktivität im Durchschnitt um 9,6% gesteigert haben: Unternehmen in Großbritannien führten mit 10,3%, die Branche Software und Dienstleistungen war mit 10,4% die produktivste, während Halbleiter mit 8,2% das Schlusslicht bildeten; kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden wiesen mit 11,3% sogar den größten Zuwachs auf.
Nach Funktionen betrachtet, profitieren IT/Softwareentwicklung und Kundenservice/Support am stärksten von KI-Produktivitätsgewinnen: Im Bankensektor liegt der Schwerpunkt auf IT/Softwareentwicklung und Finanzen/FinOps, während es im Bereich professionelle Dienstleistungen vor allem der Kundensupport ist (52%), gefolgt von IT/Softwareentwicklung (49%) und Recht/Compliance (48%). Mit Blick auf die nächsten 12 Monate erwarten in allen Ländern und Branchen die meisten Unternehmen die größten Effizienzgewinne in der IT/Softwareentwicklung – bei Unternehmen in den USA trifft dies auf 71% zu, in der Softwarebranche sogar auf 92%, in der Halbleiterbranche auf 86%.
Der Bericht enthält zudem leicht zu übersehende Daten: Die befragten Unternehmen haben im Schnitt bereits seit 2,9 Jahren KI-Lösungen implementiert, US-Unternehmen sogar nur seit 2,7 Jahren; Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden und über 5 Milliarden Dollar Jahresumsatz waren die frühesten Nutzer. Das heißt, dass die KI-Durchdringung in den USA noch in einem frühen bis mittleren Stadium ist. Der Übergang von Pilotprojekten zur Skalierung bleibt eine Kernherausforderung, erschwert durch die Faktoren Vertrauen und Sicherheit, Datenaufbereitung sowie Integration von Altsystemen – die Ausgaben für KI-Infrastruktur und Tools haben ihren Höhepunkt längst nicht erreicht.
Entlang dieser Datenlogik ist die Profiteurrichtung an den US-Börsen bereits recht klar: Die Softwarebranche erzielt mit 10,4% die größte Produktivitätssteigerung, 92% der Softwareunternehmen erwarten im kommenden Jahr den größten Effizienzgewinn in der Softwareentwicklung selbst. Die Durchdringungsrate von KI-Programmierung und intelligenten Plattformen wird weiter steigen. Plattformanbieter, die KI-Fähigkeiten direkt in Workflows integrieren – wie Microsoft (MSFT.US), ServiceNow (NOW.US), Salesforce (CRM.US), Palantir (PLTR.US), Adobe – sind die unmittelbarsten Profiteure dieses Trends.
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