Während die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, schnellen die Leihkosten für kurzfristige US-Staatsanleihen in die Höhe und Händler bauen massiv Short-Positionen auf.
Das US-Finanzministerium wird nächste Woche Auktionen für zweijährige, fünfjährige und siebenjährige Staatsanleihen durchführen. Derzeit wetteifern die Händler darum, Anleihen zu leihen und auf fallende Kurse zu setzen, was die Leihkosten für kurzfristige Staatsanleihen stark ansteigen lässt. Am Freitag lag der Übernacht-Repo-Satz für aktuelle zweijährige Staatsanleihen bei etwa 0,79 %; für fünfjährige lag er zeitweise sogar bei minus 0,85 %. Im Vergleich dazu beträgt der Repo-Satz für normale Staatsanleihen etwa 3,88 %.
Da Investoren in großem Umfang kürzlich emittierte US-Staatsanleihen leihen, um Short-Positionen aufzubauen, steigen die Leihkosten für wichtige kurzfristige US-Staatsanleihen rasant, was zur Unterstützung der US-Staatsanleihen-Emissionen in der kommenden Woche beitragen könnte.
Da die Renditen von US-Staatsanleihen auf die höchsten Niveaus seit Jahren zurückkehren, sind die Kosten für das Ausleihen der aktuellen zweijährigen und fünfjährigen Staatsanleihen am Wochenende weiter gestiegen. Am Freitag kletterte die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe um 7 Basispunkte auf 4,74 % – den höchsten Stand seit Mitte 2024.

Steigende Leihkosten deuten darauf hin, dass Händler am Repo-Markt bereit sind, im Vergleich zu anderen Sicherheiten höhere Kosten zu zahlen, um bestimmte US-Staatsanleihen zu leihen. Das bedeutet, dass diese Anleihen im sogenannten „Special“-Status gehandelt werden – ein Zeichen für eine gestiegene Marktnachfrage.
Laut John Canavan, Analyst am Oxford Economics Institute, in einer Analyse:
„Zweijährige und fünfjährige Staatsanleihen könnten vor dem Wochenende überraschend in den Special-Status fallen, da Händler sich frühzeitig auf die Auktionen von zweijährigen, fünfjährigen und siebenjährigen Anleihen in der nächsten Woche vorbereiten.“
Steigende Renditen befeuern Short-Positionen
Der fortwährende Anstieg der Renditen ist einer der Haupttreiber für die aktuellen höheren Repo-Kosten. Da die Renditen über die gesamte Zinskurve hinweg deutlich gestiegen sind, werden Händler motiviert, gezielt bestimmte Staatsanleihen auf dem Repo-Markt zu leihen und Short-Positionen aufzubauen – und akzeptieren dafür höhere Leihkosten.
Den Daten des Brokers ICAP zufolge lag der Overnight-Repo-Satz für die aktuelle zweijährige Staatsanleihe am Freitag bei etwa 0,79 % und fiel damit gegenüber dem früheren Stand des Tages (etwa 7:30 Uhr New Yorker Zeit) von 0,95 % weiter; der Repo-Satz für die aktuelle fünfjährige Anleihe fiel sogar zeitweise auf minus 0,85 %, nachdem er zuvor 0,29 % notiert hatte.
Zum Vergleich: Der übliche Repo-Satz für US-Staatsanleihen liegt bei etwa 3,88 %. Ein niedrigerer Repo-Satz signalisiert eine stärkere Nachfrage nach der entsprechenden Anleihe.
Laut Daten der CME Group wurde nach der Sitzung der Federal Reserve eine große Menge an Risikopositionen in kurzfristigen bis mittelfristigen US-Anleihen-Futures neu eröffnet – ein Signal für zusätzliche Short-Positionen.
„When-Issued“-Mechanismus verstärkt das Angebotsdefizit
Neben dem Aufbau von Short-Positionen ist auch das „When-Issued“-Handelsverfahren vor Anleiheauktionen ein wichtiger Grund für steigende Repo-Kosten.
Schon angekündigte, aber noch nicht tatsächlich emittierte Staatsanleihen werden häufig noch vor der Auktion am Markt gehandelt. Wall-Street-Händler setzen diese „When-Issued“-Anleihen zum Hedgen und für Quotierungen ein – da die physischen Wertpapiere jedoch noch nicht existieren, ist das tatsächliche Angebot extrem knapp. Das zwingt Händler, am Repo-Markt höhere Leihgebühren zu zahlen.
Dieses enge Angebotsumfeld gilt in der Regel als Vorbote einer starken Auktion: Sinkende Repo-Sätze können auch darauf hindeuten, dass die Inhaber weniger Wertpapiere zum Verleihen zur Verfügung stellen und so die Markliquidität weiter verknappen.
Mehr Repo-Ausfälle, Fed-Bestände bieten Puffer
Die angespannte Marktlage zeigt sich auch auf der Abwicklungsebene. Nach Angaben der Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) stieg der Tageswert von Repo-Fails bei US-Staatsanleihen am 17. September auf 6,76 Milliarden US-Dollar – verglichen mit 3,67 Milliarden US-Dollar am Vortag und einem Fünf-Tages-Durchschnitt von 5,47 Milliarden US-Dollar.
Allerdings bieten die Bestände der Federal Reserve dem Markt einen gewissen Puffer. Seit die Federal Reserve 2025 die Bilanzverkürzung stoppt und bei Auktionen fällige Wertpapiere wieder aufnimmt, hält sie etwa 11,4 % der jüngsten zweijährigen und fünfjährigen Staatsanleihen – entsprechend circa 890 Millionen und 900 Millionen US-Dollar.
Bei den täglichen Wertpapierleihegeschäften der Fed am Donnerstag konnten die Gebote der Händler auf die zweijährigen und fünfjährigen Staatsanleihen vollständig bedient werden, was darauf hindeutet, dass das aktuelle Angebot die Marktnachfrage noch decken kann.
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