Zwei Tech-Giganten geraten wegen KI-Shopping in „Konflikt“! Amazon (AMZN.US) sperrt den Muse-Agenten von Meta (META.US)
Amazon hat dem neuen KI-Agenten Muse von Meta den Zugriff auf seine Einzelhandels-Website gesperrt.
Laut der App von Zhihui Finance hat Amazon (AMZN.US) den Zugriff des neuen KI-Agenten Muse von Meta (META.US) auf seine Einzelhandelswebsite blockiert. Seit Sonntagabend (Ortszeit) sehen Benutzer beim Versuch, über Muse bei Amazon einzukaufen, einen Hinweis, dass ein nicht autorisierter KI-Agent auf Amazon zugreift und damit gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Amazon erklärte, dass man Meta zuvor aufgefordert habe, die Amazon-E-Commerce-Seite aus dem Servicebereich von Muse auszuschließen, dies jedoch erfolglos blieb.
Muse ist der persönliche KI-Agent von Meta, der Anfang dieses Monats offiziell vorgestellt wurde und für die Ausführung von mehrstufigen Aufgaben konzipiert ist. Er kann mit E-Mail, Kalender, Zahlungsdiensten, Restaurant- und Shopping-Services verbunden werden. Muse sorgte nach dem Launch sofort für Aufmerksamkeit und übertraf bereits nach einer Woche ChatGPT, indem es auf Platz 1 der kostenlosen Apps im US-amerikanischen Apple App Store gelangte.
Amazon erklärte, das Problem an der gesamten Angelegenheit sei, dass Amazon diesen Zugriff niemals genehmigt habe. Meta habe Amazon vorab nicht über den Zugriff von Muse auf die E-Commerce-Plattform informiert. Der KI-Agent würde beim Surfen auf Webseiten seine Identität nicht offenlegen. Darüber hinaus scheint Muse Benutzerkontodaten zu sammeln und zu speichern, was laut Amazon Datenschutz- und Sicherheitsrisiken mit sich bringt.
Amazon sagte, dass Muse durch Benutzerbefehle Zugriff auf die Kontoseite und Bestellhistorie der Nutzer erhalten könne. Da der KI-Agent seine Identität nicht offenlegt, agiert somit ein nicht bekannt gemachter Drittanbieter innerhalb des Benutzerkontos, verarbeitet Transaktionen und berührt sensible Daten, und Amazon ist darüber nicht informiert oder hat dies genehmigt.
Amazon-Sprecherin Lara Hendrickson sagte in einer E-Mail-Erklärung: „Wir glauben, dass Drittanbieter-Apps, die im Namen der Kunden anderen Unternehmen Einkaufsdienste anbieten, dies offen und transparent tun sollten und die Entscheidung des Dienstanbieters respektieren, ob er teilnehmen möchte.“ Sie ergänzte, dass für Lebensmittelliefer-Apps und Online-Reiseanbieter die Zustimmung der Nutzer Standard sei. „Auch Drittanbieter-Agenten wie Muse haben diese Verpflichtung, und wir haben Meta gebeten, Amazon aus dem Serviceerlebnis zu entfernen.“
Meta hatte allerdings zuvor erklärt: „Muse kann die Passwörter oder Zahlungsinformationen der Benutzer nicht auslesen.“ Die vom Nutzer eingegebenen Kontodaten würden in einem sicheren Speicherbereich abgelegt; Muse könne diese Zugangsdaten verwenden, sehe aber selbst keine Klartextinformationen, auch nicht Passwörter, die Nutzer im Browser eingeben.
Amazon gab an, wegen dieses Vorfalls in direkten Kontakt mit Meta zu treten. Auf die Frage, ob rechtliche Schritte in Erwägung gezogen werden, lehnte Amazon eine Stellungnahme ab.
Der Konflikt zwischen den beiden Technologiegiganten ist besonders beachtenswert, da beide bereits zusammenarbeiten. Seit 2023 können Nutzer Amazon-Produkte direkt über Facebook und Instagram von Meta kaufen. Im April dieses Jahres unterzeichnete Meta einen Milliarden-Dollar-Kooperationsvertrag, bei dem die KI-Agenten über Amazons Cloud-Plattform betrieben werden.
Dies ist somit auch ein Spiegelbild der größeren Branchendiskussion – wer kontrolliert das Online-Shopping-Erlebnis und die Kundenbeziehung, wenn KI-Agenten im Namen des Kunden einkaufen. Amazon versucht weiterhin, das Scraping seiner Website durch externe KI-Agenten zu verhindern. Das Unternehmen hat gegen den Comet-Browser von Perplexity Klage eingereicht, weil das KI-Start-up angeblich Shopping-Agenten versteckte, nachdem Amazon die Entfernung gefordert hatte. Außerdem wurden Shopping-Agenten von Google und OpenAI blockiert.
Amazons harte Haltung zu Proxy-Shopping hängt mit dem eigenen Geschäftsmodell zusammen. Die Werbeinnahmen von Amazon werden 2025 voraussichtlich mehr als 68 Milliarden US-Dollar betragen. Wenn KI-Agenten die Suche, den Preisvergleich und die Bestellung direkt durchführen, müssen Nutzer nicht mehr die Amazon-Webseite besuchen, was das traditionelle Werbeanzeigen- und Empfehlungsmodell beeinträchtigen könnte.
Zur gleichen Zeit entwickelt Amazon eigene automatische Shopping-Tools. Im Mai brachte das Unternehmen eine Alexa-Shopping-Funktion auf den Markt – einen KI-Agenten, der Produkte recherchiert und Auswahlvorschläge bietet. Amazons eigener KI-Agent Buy for Me kann für die Nutzer Produkte auf externen Markenwebsites suchen. Amazon betonte, Buy for Me offenbare seine Identität beim Besuch externer Webseiten und ermögliche den Marken, sich von diesem Service abzumelden.
Bislang nutzen Verbraucher Bots hauptsächlich zur Produktrecherche und nicht, um Käufe direkt über Bots zu tätigen. Die Blockierung von Shopping-Agenten bei Amazon bedeutet, dass das Unternehmen kurzfristig wohl keine nennenswerten Geschäftseinbußen erleiden wird. Wenn Verbraucher jedoch beginnen, mit KI-Agenten einzukaufen, könnten diese Bots andere E-Commerce-Seiten wählen und Amazon somit Verkaufs- und Werbeeinnahmen kosten.
Amazon-CEO Andy Jassy erklärte Anfang des Jahres, dass das Shopping-Erlebnis mit KI-Agenten noch viel Verbesserungsbedarf habe und diese Bots häufig Fehler bei Preisen oder anderen Daten machten. Er sagte im April: „Wir stehen mit all diesen Unternehmen in Kontakt, arbeiten an der Verbesserung des Erlebnisses und wollen eine Lösung finden, die für Kunden und alle beteiligten Unternehmen funktioniert.“
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