SignalPlus Makroanalyse Sonderausgabe: Liquidation
Dies ist der schlimmste Liquidationstag seit dem Zusammenbruch von FTX... Die automatischen Deleveraging-Algorithmen der zentralisierten Börsen haben 19 Milliarden US-Dollar (oder sogar noch mehr) ausgelöscht...
Dies war der schlimmste Liquidationstag seit dem Zusammenbruch von FTX... Die automatischen Deleveraging-Algorithmen der zentralisierten Börsen haben 19 Milliarden US-Dollar (oder sogar deutlich mehr) an Gewinnen und Verlusten ausgelöscht, Market Maker haben sich zurückgezogen, was dazu führte, dass die Preise von Altcoins fast auf Null fielen... Dieser brutale Freitagsschluss muss für Krypto-Trader und Makro-Investoren nicht weiter erläutert werden.
Der Waffenstillstand im Handelskrieg zwischen China und den USA endete abrupt – Präsident Trump reagierte mit scharfen Worten auf Chinas neueste Exportkontrollmaßnahmen und durchbrach damit die Ruhe an den Märkten. Diese Maßnahmen erschütterten den Markt durch ihre beispiellose Komplexität und Umfänglichkeit. Da das Wochenende in den USA und Japan verlängert war, kam es kurz vor Handelsschluss am Freitag zu einem Flash Crash, der den Nasdaq an einem Tag um 4 % fallen ließ und zahlreiche Altcoins auf Null brachte.
Dieser Sturm hat der Krypto-Community die ADL-Mechanik (Auto-Deleveraging) eindrücklich vor Augen geführt, also das Äquivalent zur Margin Maintenance im traditionellen Finanzwesen. Auch wenn die theoretische Logik stimmig ist, ist ein automatischer Stop-Loss in einem illiquiden, sprunghaften Markt praktisch wirkungslos – wenn das Orderbuch leer ist, stürzt der Preis klippenartig Richtung Null. Was Trader oft übersehen: In einseitigen Märkten verschwinden die Market Maker kollektiv, und der Preisfindungsmechanismus versagt. Das automatische Deleveraging-System liquidiert dann mechanisch, unabhängig davon, wie niedrig der Kaufpreis ist, und beschleunigt so die Abwärtsspirale durch Reflexivität.
Verschärft wurde die Situation durch das sprunghaft angestiegene Datenvolumen, das die Systeme der Börsen überlastete. Verzögerte Datenübertragungen und Orderstaus störten die automatischen Liquidationsmechanismen zusätzlich. Diese Katastrophe traf nicht nur die großen zentralisierten Börsen, sondern auch dezentrale Börsen blieben nicht verschont – Hyperliquid führte mit 10 Milliarden US-Dollar an On-Chain-Liquidationen innerhalb von 24 Stunden die Liquidationsrangliste an. Liquiditätslöcher interessieren sich nicht dafür, ob deine Assets on-chain oder off-chain gelagert sind.
Im traditionellen Finanzwesen können solche Krisen durch Circuit Breaker abgemildert werden, wobei ein Teil der Verluste von der Börse getragen wird – dazu braucht es Rücklagen oder Versicherungsfonds ähnlich der Federal Deposit Insurance Corporation. Dies würde jedoch die Handelskosten an zentralisierten Börsen erhöhen und den Leverage reduzieren (was einer der Gründe ist, warum Krypto-Börsen einen höheren Leverage als die CME bieten können) und widerspricht zudem dem geschätzten 24/7-Handelscharakter des Kryptomarktes. Alles im Leben ist ein Kompromiss – wir erwarten, dass dieses Liquidationsereignis die Branche zu einer Neubewertung der Infrastruktur veranlassen wird, wenn die Krypto-Industrie weiter institutionalisieren will.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung kam es am Montag zu einer technischen Erholung, da die USA und China den Konflikt nicht weiter eskalierten und die verlängerten Wochenenden in den USA und Japan Wirkung zeigten. Obwohl die Mehrheit der Marktteilnehmer glaubt, dass der jüngste Streit nur ein Verhandlungschip vor dem „Xi-Trump-Gipfel“ (derzeit fraglich) ist, sind wir der Meinung, dass das Thema Makro-Entkopplung dadurch beschleunigt wurde. Das verschärfte Seltene-Erden-Embargo ist keine gewöhnliche Provokation und unterstreicht den nachlassenden Effekt der US-Zollmaßnahmen.
Kurzfristig besteht Konsens, dass beide Seiten die Lage beruhigen werden (erste Anzeichen waren bereits am Wochenende zu sehen), sodass die Assetpreise eine Verschnaufpause einlegen könnten. Angesichts der tiefgreifenden Schäden in der Gewinn- und Verluststruktur dieser Runde und der Tatsache, dass viele ursprüngliche Investoren durch den von Bitcoin dominierten Markt dieses Jahr außen vor blieben, bleiben wir vorsichtig, ob Altcoins eine nachhaltige Erholung gelingen kann.
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