2025 TGE Jahresbericht: 118 Projekte, über 80 % unter Ausgabepreis, je höher der FDV, desto größer der Kursverlust
Die Geschichte wiederholt sich auf erstaunliche Weise: Im Jahr 2025 konzentrieren sich die meisten TGE-Projekte auf die Bereiche Infrastruktur und KI, und genau diese Bereiche sind die „Hauptleidtragenden“ bei Verlusten.
Verfasst von: Memento Research
Übersetzung: Saoirse, Foresight News
Datenstand: 20. Dezember 2025. Kennzahlen: Prozentuale Veränderung seit TGE-Start, Berechnungsgrundlage ist die vollständig verwässerte Bewertung (FDV) + Marktkapitalisierung (MC)
Zusammenfassung
Wir haben 118 Token-Launches im Jahr 2025 verfolgt, und die Ergebnisse sind erschütternd:
- 84,7% (100 von 118 Projekten) der Tokenpreise liegen unter dem Ausgabewert beim Token Generation Event (TGE), das heißt etwa vier Fünftel aller Projekte befinden sich im Verlustbereich;
- Median-Performance: Seit der Ausgabe ist die vollständig verwässerte Bewertung (FDV) um 71,1% gefallen, die Marktkapitalisierung (MC) um 66,8%;
- Der „Durchschnittswert“ verschleiert die brutale Realität: Während das gleichgewichtete Portfolio (berechnet nach FDV) um etwa 33,3% gefallen ist, beträgt der Rückgang beim FDV-gewichteten Portfolio satte 61,5% – das bedeutet, dass größere und gehypte Projekte noch schlechter abgeschnitten haben;
- Nur 18 von 118 Projekten (15,3%) verzeichneten einen Preisanstieg („grün“): Der Median der gestiegenen Token lag bei +109,7% (etwa das 2,1-fache), die übrigen 100 Projekte fielen („rot“) mit einem Medianverlust von 76,8%.
Verteilung der Rückgänge bei der vollständig verwässerten Bewertung (FDV)


Zusammenfassung der aktuellen Situation:
- Nur 15% der Tokenpreise liegen noch über dem Ausgabewert beim TGE;
- Bei 65% der Token-Launches ist der Preis um mehr als 50% gegenüber dem TGE gefallen, bei 51% der Projekte beträgt der Rückgang sogar über 70%.
Projekte und relative Performance nach Kategorie im Jahr 2025

Die Token-Launches im Jahr 2025 konzentrierten sich hauptsächlich auf zwei Bereiche – Infrastruktur (Infra) und Künstliche Intelligenz (KI), diese beiden Kategorien machten 60% aller neuen Token aus. Allerdings unterscheiden sich der durchschnittliche und der Median-Ertrag der einzelnen Kategorien deutlich, was beachtenswert ist.



Dateninterpretation:
- Das Hauptthema 2025 war der Aufstieg der dezentralen Perpetual-Börsen (Perp DEX), angeführt von Hyperliquid, im vierten Quartal ging auch Aster erfolgreich an den Start. Obwohl die Stichprobengröße klein ist und der Median noch negativ, sind Perpetual DEXs (durchschnittlicher Anstieg 213%) der „einzige klare Gewinner“;
- Bei Gaming-Projekten ist die Stichprobe zu klein für aussagekräftige Schlüsse und stark von Ausreißern beeinflusst – das führt zu einem positiven Durchschnitt, aber einem Medianverlust von 86%;
- Dezentrale Finanzen (DeFi) sind der Bereich mit der höchsten „Trefferquote“ (32% der Projekte stiegen), hier handelt es sich eher um „Überlebende“, als dass es „Blockbuster-Projekte“ gab;
- Infrastruktur (Infra) und Künstliche Intelligenz (KI) sind überlaufen und wettbewerbsintensiv, die Performance ist schwach, der Medianverlust beträgt in beiden Bereichen 72% bzw. 82%.
Korrelation zwischen anfänglicher vollständig verwässerter Bewertung (FDV) und Projektperformance

Die klarste Schlussfolgerung aus den Daten:
- Bei 28 Token-Launches lag die anfängliche vollständig verwässerte Bewertung (FDV) bei ≥1.1billions US-Dollar;
- Alle diese Projekte sind derzeit im Preis gefallen (Anstiegsquote 0%), der Medianverlust beträgt etwa 81%;
- Das erklärt auch, warum der FDV-gewichtete Index (Rückgang 61,5%) deutlich schlechter abschneidet als der gleichgewichtete Index (Rückgang 33,3%) – die schwache Performance großer Erstprojekte hat den Gesamtmarkt belastet.
Kernpunkte:
Die anfängliche Bewertung der Projekte wurde zu hoch angesetzt, weit über dem fairen Wert, was zu einer langfristig schlechten Performance und größeren Verlusten führte.
Rückblick und Ausblick auf das Jahr 2025
Aus den obigen Daten lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:
- Für die meisten Token ist das Token Generation Event (TGE) meist ein „schlechterer Einstiegszeitpunkt“, der Median der Preisentwicklung liegt bei etwa „minus 70%“;
- Das TGE ist nicht mehr das „Fenster für frühe Einsteiger“, für überhypte, aber fundamental schwache Projekte markiert das TGE sogar das „Preis-Top“;
- Projekte mit hoher anfänglicher FDV sind nicht „in ihre Bewertung hineingewachsen“, im Gegenteil, ihre Preise wurden stark nach unten korrigiert;
- Die Geschichte wiederholt sich: Die meisten TGE-Projekte konzentrieren sich auf den Infrastrukturbereich (aufgrund der aktuellen KI-Blase gibt es auch viele KI-Projekte), aber gerade diese Bereiche sind die „Hauptleidtragenden“ bei Verlusten;
- Wer in TGE-Projekte investieren möchte, „wettet im Grunde darauf, seltene Ausreißer zu finden“, denn die Grundwahrscheinlichkeit für eine gute Performance ist bei den meisten Projekten sehr gering.
Teilt man den Markt 2025 nach Quartilen der anfänglichen FDV ein, wird das Muster sehr deutlich: Token-Launches mit der niedrigsten, günstigsten FDV sind die einzige Kategorie mit einer nennenswerten Überlebensrate (40% der Projekte steigen), der Medianverlust ist hier mit etwa -26% relativ moderat; alle Projekte mit einer anfänglichen FDV über dem Mittelwert wurden hingegen fast ausnahmslos auf ein Tief umbewertet, der Medianverlust liegt zwischen -70% und -83%, und es gibt kaum Projekte mit Kursanstieg.
Daraus lässt sich aus diesem Datensatz eine zentrale Lehre ziehen: Das Token Generation Event (TGE) im Jahr 2025 war eine „Phase der Bewertungsanpassung“ – die meisten Tokenpreise fielen weiter, nur sehr wenige Ausreißer konnten steigen; je höher die FDV beim Erst-Listing, desto größer der spätere Kursverlust.
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